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«Die Verbauung ist ein Jahrhundertprojekt»

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Der Biberakanal muss ausgebaut werden, um das grosse Moos vor Überschwemmungen zu schützen. Neue Vorschriften verlangen bei solchen Projekten das Ausscheiden von grossen Flächen für eine Renaturierung. Dieses System steht vor allem bei Landwirten in der Kritik. Letzte Woche hat das Wasserbauunternehmen Bibera (WBU), welches für das Hochwasserschutzprojekt zuständig ist, die Betroffenen informiert. Nicht alle zeigten dafür Verständnis, sagt WBU-Präsident Ueli Minder im Gespräch mit den FN.

 

 Ueli Minder, Sie sind selber Landwirt. Als WBU-Präsident mussten Sie Ihren Berufskollegen mitteilen, dass sie möglicherweise viel Land verlieren.

Das ist mir sehr schwer gefallen. Noch ist zwar nicht sicher, welche Variante am Schluss gebaut wird, in jedem Fall aber verlieren einige Bauern viel Land. Jeder Quadratmeter, den ein Bauer hergeben muss, wird wehtun. Es kann sogar Fälle geben, in denen betroffene Bauern ihren Hof aufgeben müssten, weil sie zu wenig Produktionsfläche für den Betrieb haben.

 

 Der Verlust von Land wird aber ersetzt?

Ja, das schon. Wo möglich, erhält ein betroffener Eigentümer Landersatz. Wo das nicht möglich ist, gibt es eine finanzielle Entschädigung. Die nützt aber nichts, wenn ein Bauer dadurch zu wenig Land für die Bewirtschaftung sei- nes Hofes hat. Es wird kei- nen Eigentümer geben, der lieber das Geld nimmt. Denn Land ist die Grundlage für ihren Betrieb.

 

 Wie gross sind denn die Landverluste?

Am Anfang sind wir von ungefähr zehn Hektaren ausgegangen. Am Ende werden es aber um die 20 Hektaren sein. Das ist viel und entspricht der Grösse von rund drei grösseren Landwirtschaftsbetrieben. Die Länge des betroffenen Bibera-Abschnittes ist nur rund sechs Kilometer. Das heisst, der neue, renaturierte Kanal ist im Schnitt etwa 40 Meter breit.

 

 Wie können Sie das Ihren Berufskollegen erklären?

Wir können nicht mehr machen, als die gesetzlichen Grundlagen offenzulegen. Wir sagen, wie breit die Ausweitung des Kanals sein muss. Und für das braucht es einfach Land. Denn das Projekt, welches um die 50 Millionen Franken kostet, wird nur subventioniert, wenn es den Anforderungen an die Renaturierung entspricht. Und ohne Subventionen durch Bund und Kanton, was bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten ausmacht, könnte das Wasserschutzprojekt gar nicht gebaut werden.

 

 Es sind rund 300 Eigentümer betroffen, inklusive Gemeinden. Ist eine Lösung bei so vielen verschiedenen Interessen überhaupt möglich?

Das Verständnis ist zu ei- nem gewissen Grad vorhanden. Die meisten Betroffenen haben im Prinzip nichts dagegen, Land abzugeben. Allerdings nicht so viel, wie vom Gesetz vorgesehen.

Was ist der nächste Schritt des Projekts?

Im Moment ist das Massnahmenkonzept in der Vernehmlassung bei den verschiedenen Ämtern, die betroffen sind. Und dann gibt es eine Planungsphase für das Vorprojekt. Um dies zu finanzieren, müssen die Gemeinden entsprechende Mittel bereitstellen. Das heisst, jetzt geht es bei den Gemeinden um den ersten Meilenstein, den sie setzen müssen.

Das tönt nach einer Herkules-Aufgabe, dieses Projekt zu planen und trotz den erwarteten Widerständen zu realisieren?

Das ist richtig. Die Bibera-Verbauung ist ein Jahrhundertprojekt. Das muss ja auch für mindestens fünfzig Jahre funktionieren und den nötigen Schutz vor Hochwasser bieten.

 Sie sind seit über 30 Jahren WBU-Präsident. Warum tun Sie sich eine solch schwierige Aufgabe noch an?

 Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass wir für dieses Projekt eine gute Lösung finden. Und ich bin bereits seit dem Bau des Kanals in den Achtzigerjahren dabei. Dies war auch der Grund für die Gründung des WBU.

Biberakanal: Zwei Varianten für die Zukunft

D er Biberakanal wurde im Rahmen der ersten Juragewässerkorrektion gebaut. In den Achtzigerjahren wurde er zum ersten Mal ausgebaut. Auf diese Zeit geht die Gründung des Wasserbauunternehmens Bibera (WBU) zurück, die heute für das aktuelle «Hochwasserschutzprojekt Bibera und deren Zuflüsse», wie es offiziell heisst, verantwortlich ist.

Das aktuelle Projekt geht auf eine Motion von 2008 von zwei Grossräten aus den Kantonen Bern und Freiburg zurück, die im jeweiligen Grossen Rat eingereicht wurden. Aufgrund der Motion wurde eine Gefahrenkarte erstellt und Schutzziele definiert.

Zwei Varianten stehen heu te noch zur Diskussion. Bei der einen Variante würde der Kanal einen ähnlichen Verlauf wie heute behalten. Eine zweite Lösung sieht die Umleitung direkt in den Murtensee vor. tk

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