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Die Verschuldung steigt und steigt

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«Für die einen sind Zahlen langweilig, für die anderen sind sie spannend wie ein Roman», sagte der Gurwolfer Gemeinderat Alfred Rentsch am Mittwochabend. Tatsächlich gab es für die 111 Bürger an der Gemeindeversammlung eine Menge Geldbeträge zu verdauen. Rentsch legte für 2016 nach mehreren Jahren mit roten Zahlen erstmals wieder ein leicht positives Budget vor und gab den Anwesenden Anlass zu Optimismus. Bei Aufwand und Ertrag von je gut 6,4 Millionen Franken sieht die Gemeinde für das nächste Jahr einen Gewinn von 2653 Franken vor. «Es sieht nicht mehr ganz so hoffnungslos aus, wie in den letzten Jahren», kommentierte Rentsch.

Das Budget sei aber bloss eine Schätzung, betonte Ammann Eddy Werndli. «Wir sind schliesslich keine Hellseher oder Propheten.» Besonders die Steuereinnahmen seien schwer zu kalkulieren, weshalb die Gemeinde vorsichtig budgetiert habe. Die Bürger von Gurwolf genehmigten das Budget einstimmig.

Düstere Aussichten

Die längerfristigen finanziellen Prognosen für die Gemeinde sorgten jedoch für einen bitteren Wermutstropfen. Der Finanzplan relativierte das gute Budget, «die Zukunft wird für Gurwolf nicht einfach werden», kommentierte Eddy Werndli. Die ohnehin hohen Schulden der Gemeinde drohen weiter anzuwachsen. Momentan beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung in Gurwolf rund 5000 Franken. Zum Vergleich: Der kantonale Durchschnitt bewegt sich um 3000 Franken. Bis im Jahr 2020 könnten die Schulden pro Einwohner in Gurwolf gar auf bis zu 10 000 Franken anwachsen. «Das ist nicht einfach eine Angelegenheit der Gemeinde. Am Ende müssen wir alle diese Schulden buckeln», mahnte ein aufgebrachter Bürger. Da komme einiges auf die Gemeinde zu.

Grund für die wachsende Verschuldung sind laut Rentsch zunächst die steigenden Forderungen von Gemeindeverbänden. So plant der Feuerwehrverband ein–finanzpolitisch umstrittenes–Regionalzentrum. Auch für Projekte aus dem Bildungs- oder Gesundheitswesen muss die Gemeinde aufkommen. Ausserdem übertrage der Kanton den Gemeinden immer mehr Aufgaben. Auch das habe finanzielle Auswirkungen. «Wenn das alles nicht wäre, würde es für uns nicht so schlecht aussehen», bilanzierte Rentsch.

Investitionen als Lösung

Trotz der wenig rosigen Finanzaussichten ihrer Gemeinde beschlossen die Gurwolfer am Mittwoch gleich eine ganze Reihe von Investitionen. Darunter war ein Kredit für einen neuen Garderobenbereich für den Fussballverein, der eine Menge Stimmbürger zur Versammlung lockte (siehe Kasten). Gurwolf tätigt insgesamt Nettoinvestitionen in der Höhe von rund 893 000 Franken. «Wenn wir unsere schlechte finanzielle Situation in den Griff bekommen wollen, müssen wir investieren und so neue Steuereinnahmen generieren» zeigte sich Rentsch überzeugt.

Die Gemeinde setze zudem auf Einnahmen aus der Vermietung der Alten Post, in welcher in Zukunft Alterswohnungen und eine Kita entstehen sollen, des Verwaltungsgebäudes an der Hauptstrasse 52, wo die Gemeinde ein Ärztezentrum vorsieht, oder aus dem lang geplanten Industriegebiet Fin du Mossard. «Das sind grosse Projekte, die uns letztlich helfen werden», so Ammann Werndli.

Ausbau: Haushoher Sieg für den FC

Ü ber 100 Personen besuchten am Mittwoch die Gemeindeversammlung in Gurwolf, mehr als doppelt so viele wie üblicherweise. Grund für den Grossandrang war die Abstimmung über die Erweiterung der Garderoben des Fussballklubs. Um den dafür nötigen Kredit durchzubringen, gingen die Fussballer in die Offensive und kamen zahlreich an die Gemeindeversammlung. Die Erweiterung der Garderoben und Duschbereiche, die der FC zu einem Drittel selbst bezahlt, kommen die Gemeinde auf 300 000 Franken zu stehen. Als der Ammann die Versammlung schloss, feierten die Fussballer einen Sieg: Die Diskussion über das Projekt war kurz. Auch wenn es einige skeptische Stimmen gab, genehmigten die Bürger den Kredit mit 81 zu 7 Stimmen. lr

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