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Die vierte Niederlage gegen Lausanne

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Wohl zum letzten Mal trafen sich gestern Abend Lausanne und Gottéron in der alterwürdigen Malley-Eishalle zum Derby, denn diese wird bekanntlich Ende Saison abgerissen und bis zur Neueröffnung in zwei Jahren durch eine 5000 Zuschauer fassende Übergangsarena abgelöst. Zum letzten Mal, weil dem neutralen Zuschauer spätestens nach diesem Spiel klar ist, wer Ende Saison über und wer unter dem Strich sein wird. Mit jeder weiteren solchen Niederlage verlieren die Saanestädter nicht nur den Anschluss an Platz 8, sondern auch ihr Selbstvertrauen.

Wie schon zuletzt konnte man auch in Lausanne im Schlussdrittel nicht mehr auf die drohende Niederlage reagieren, sondern verlor das System. Was dem Tabellenvorletzten diese Saison fehlt, das sind echte Leader, die in wichtigen Szenen das Runde an sich reissen und für die Differenz sorgen. Solche Spieler haben die Waadtländer dank einer klug von TH-Chef Jan Alston zusammengesetzten Mannschaft – zum Leidwesen der Freiburger mit Joël Genazzi und Alain Miéville auch zwei ehemalige Gottéronspieler.

Ein Dutzend Torchancen und trotzdem 1:2 hinten

Auf die Frage, warum der HC Freiburg-Gottéron im Moment im Tabellenkeller platziert ist, gaben die beiden ersten Drittel in Lausanne eine bittere Antwort. Wer aus einem knappen Dutzend erstklassiger Torchancen einzig ein Törchen in doppelter Überzahl produziert, darf kaum von den Playoffs träumen.

Klar, im Tor der Waadtländer steht mit Altmeister Cristobal Huet ein Meister seines Fachs, dazu kamen in wichtigen Moment zwei Stangenschüsse von Sprunger und Ritola, aber insgesamt war die Offensivleistung der Freiburger auch in diesen 40 Minuten katastrophal. Spieler wie Chris Rivera und Caryl Neuenschwander standen je zweimal allein vor Huet, schossen den stehen bleibenden Lausannehüter an den Körper – unmöglich, so ein Tor zu erzielen.

Das Hauptärgernis bot jedoch der Anfang der Saison von Langnau geholte Anton Gustafsson in der Anfangsphase des Spiels, als es noch 0:0 stand: Der verunsicherte und nicht fitte Stürmer traf aus wenigen Metern das leere Tor nicht.

Wenn auch noch die beiden Offensivlinien um die Center Bykow und Cervenka nicht treffen und hinten unnötige Gegentore kassieren, ist guter Rat teuer. Wie schon in den letzten Spielen folgten auch bei Freiburgs einzigem Torschützen Yannick Rathgeb in den zwei Startdritteln gute und schlechte Momente in bunter Reihenfolge, beim Konter Dustin Jeffreys zum Beispiel liess er seinen Abwehrpartner Larri Legner völlig alleine, der vor Wut danach fast die Ersatzbank zu Schrott schlug.

Nur wenige Meter daneben schien Coach Larry Huras fast der Kropf zu platzen, einmal mehr hatten seine Boys aus viel Aufwand fast nichts herausgeholt. Anders der Gastgeber, der zu diesem vierten Romandderby auf den angeschlagenen Abwehrboss Jonas Junland verzichten musste. Seinen Platz nahm an diesem Abend Goldhelm und Doppeltorschütze Joël Genazzi ein – er gehörte mit dem anderen Ex-Freiburger Alain Miéville zu den Aktivposten.

Gottéron hat nicht ein Goalie-, sondern ein Stürmerproblem

Zuletzt sprach man bei den Drachen immer wieder von einem Goalieproblem, was dazu führte, dass Coach Huras seine beiden Keeper rochieren liess. Gestern kam wieder mal Benjamin Conz zum Einsatz. Der Jurassier konnte in diesem Spiel weder Plus- noch Minuspunkte sammeln, er hielt, was er halten sollte, nicht mehr und nicht weniger. Das Hauptproblem bei Freiburg liegt jedoch nicht hinten, sondern in der Offensive. Dabei spielt man seit ein paar Partien praktisch als einziges Team in der Liga mit vier Stürmern, drei davon in einer Linie, die aber wie ihre Mitstürmer nichts zustande bringen. Im Gegenteil, beim vorentscheidenden 2:1 sass Roman Cervenka nach einem Frustfoul im gegnerischen Drittel sogar draussen.

Besonders bitter für den Verlierer war die Tatsache, wie man nach dem erstmaligen Rückstand Ende des zweiten Drittels völlig auseinanderfiel und mit Einzelaktionen den Erfolg suchte und es somit der heimischen Abwehr nicht mehr allzu schwer machte. Von Minute zu Minute bekam Lausanne nun immer mehr Überhand und konnte beim 3:1 von Dustin Jeffrey seine Powerplaystärke ein weiteres Mal unter Beweis stellen.

Weil die direkten Rivalen um einen Playoff-Platz, Biel und Ambri, ihre Spiele gewannen, hat sich die Lage für die Freiburger nochmals verschlechtert. Die Art und Weise, wie man im Moment allerdings enge Spiele verliert, lässt für die nahe Zukunft nichts Gutes erhoffen. Viele Leistungsträger bringen ganz einfach nicht jene Leistung, die sich ihr Trainer an der Bande erhofft. Die Kandidatenliste für ein intensives Schusstraining hat sich gestern um einige Leute vergrössert.

Anders die Truppe von Neucoach Daniel Ratushny, die eine unheimliche Effizienz an den Tag legt und ihrem Widersacher an diesem Abend eine erstklassige Lektion in Sachen Chancenauswertung gab. Und nur wer Tore schiesst, kann eben gewinnen, das ist aber eine alte Weisheit.

Telegramm

Lausanne – Gottéron 3:1 (0:0, 2:1, 1:0)

7009 Zuschauer. – SR Mollard/Wiegand, Fluri/Rebetez. Tore: 26. Rathgeb (Birner, Sprunger/Ausschlüsse In-Albon, Per Ledin) 0:1. 29. Genazzi (Miéville, Schelling) 1:1. 38. Jeffrey (Benjamin Antonietti) 2:1. 42. Genazzi (Nodari, Jeffrey/Ausschluss Cervenka) 3:1. Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Lausanne, 2-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron.

Lausanne: Huet; Nodari, Genazzi; Gobbi, Jannik Fischer; Dario Trutmann, Lardi; Augsburger; Ledin, Froidevaux, Pesonen; Danielsson, Jeffrey, Herren; Schelling, Miéville, Déruns; Benjamin Antonietti, Kneubühler, In-Albon; Florian Conz.

Freiburg-Gottéron: Benjamin Conz; Kienzle, Marc Abplanalp; Schilt, Stalder; Rathgeb, Leeger; Chavaillaz; Sprunger, Bykow, Mottet; Caryl Neuenschwander, Rivera, Flavio Schmutz; Mauldin, Cervenka, Birner; Neukom, Gustafsson, Ritola; John Fritsche.

Bemerkungen: Lausanne ohne Borlat, Sven Ryser, Walsky (alle verletzt) und Junland (krank), Fribourg-Gottéron ohne Loichat (verletzt) und Alexandre Picard II und Maret (überzählig). Die FN-Besten: Genazzi, Stalder.

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