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Die Vorwärtsstrategie gewählt

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Der Überstorfer Alfons Roux stand der Landi während 41 Jahren fast jeden Tag zur Verfügung. In die Ferien fuhren er und seine Frau Rosmarie mit ihren drei Mädchen nur selten. Und an den Wochenenden, wenn ausserhalb der Arbeitszeit Getränke angeliefert wurden oder es an der Tankstelle vor dem Haus etwas zu erledigen gab, war er auch zur Stelle. Das erzählt der 63-Jährige jedoch nicht etwa, um Bewunderung zu ernten oder Mitleid zu erwecken. «Für mich hat es so einfach gepasst», sagt der frischpensionierte Geschäftsführer der Landi Überstorf-Wünnewil-Albligen (UWA). «All die Jahre hatte ich das grosse Glück, Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder an meiner Seite zu haben, die mich unterstützt haben und mithalfen, die Ziele zu erreichen.»

Ende Monat steht für ihn und seine Frau Rosmarie eine grosse Veränderung an. Sie ziehen aus der Dienstwohnung im Überstorfer Landi-Gebäude aus. Alfons Roux ist dort aufgewachsen. Denn schon sein Vater Max hatte die Landwirtschaftliche Genossenschaft Überstorf und Umgebung (LG) während 42 Jahren geleitet. Als er 1983 in Pension ging, wählten die Genossenschafter Alfons Roux zu seinem Nachfolger.

Börse und Handwerk

In einem Kleinbetrieb mit fünf bis sechs Angestellten galt es für den Geschäftsführer, überall mit anzupacken: Kunden bedienen, Getreide annehmen, Lastwagenlieferungen erledigen und noch vieles mehr. Die Vielseitigkeit hat Alfons Roux als grosses Plus empfunden. Er, der sich nach seiner Lehre bei der Freiburger Kantonalbank stark für den Börsenhandel interessierte und vor der Rückkehr nach Überstorf in Lausanne gearbeitet hat, ist auch gerne handwerklich tätig.

Stillstand ist für ihn ein Fremdwort. Ihm sei früh klar geworden, dass die LG wegen der Veränderungen in der Landwirtschaft nicht nur auf den Agrarbereich setzen sollte. 1985 wurde die Tankstelle gebaut, 1993 die Autowaschanlage und 1995, als die landwirtschaftlichen Verbände in der ganzen Schweiz begannen, sich zusammenzuschliessen, leitete er die Gründung der Landi Überstorf-Wünnewil-Albligen in die Wege. Die LG sollte weiterhin als Immobiliengesellschaft und Besitzerin der Liegenschaften den Fortbestand der Landi UWA in der Region sichern. Die Landi UWA indes war für den Geschäftsteil vorgesehen. «Ich war nie gegen Zusammenschlüsse. Aber die Randregionen dürfen dabei nicht die Verliererinnen sein», betont Alfons Roux. Der LG steht er heute immer noch ehrenamtlich als Geschäftsführer vor.

Schwierige Entscheidung

Ein unschönes Erlebnis hatte er 1996. Ein Brand, hervorgerufen durch einen überhitzten Motor, zerstörte die Getreidesammelstelle im Moos in Überstorf. Beide Genossenschaften standen vor der Entscheidung, die Sammelstelle wieder aufzubauen oder nicht. Sie entschieden sich für das 2,8-Millionen-Franken-Projekt und damit für die Zukunft der Landi in Überstorf. Die Annahmeleistung der Getreidesammelstelle wurde erhöht.

Als der Agrarbereich ab 2003 allgemein stagnierte, war für Alfons Roux klar, dass etwas geschehen musste. Er hatte Pläne, in Flamatt einen Landi-Laden aufzubauen. Doch die Vorstandsmitglieder fanden das Vorhaben zu riskant und zu teuer und wiesen es zurück. Vorerst wurde zur Enttäuschung des Geschäftsleiters nichts aus einem zweiten Laden. Dafür schaffte er es 2004, die Genossenschafter vom Kauf des benachbarten Käsereigebäudes zu überzeugen. Dazu wurde die Sense UWA AG gegründet, deren Aktienmehrheit die LG besitzt. Auch dieser AG steht Alfons Roux ehrenamtlich als Geschäftsleiter vor. Die Käserei wurde umgebaut und es entstanden vier Wohnungen und Räume zur Vermietung. Die LG hatte nun indirekt die Kontrolle über das benachbarte Grundstück; die Post zog nach dem Umbau als Mieterin ins Gebäude ein und ist bis heute geblieben.

 2008 stellte Alfons Roux die Weichen für die Annahme von Dinkel. «Die angenommene Menge von circa 2300 Tonnen Getreide pro Jahr war rückläufig, es musste wieder etwas gehen», erinnert er sich. Genau zu dieser Zeit wurden ihm die Annahme von Dinkel und die damit verbundene Einrichtung einer Dinkel-Röllerei schmackhaft gemacht. Er ging das Wagnis ein und konnte einige Bauern überzeugen, Dinkel anzubauen. Heute nimmt die Landi UWA circa 300 Tonnen Dinkel pro Jahr entgegen. Dessen Preis hat sich ungefähr gehalten. «Wir werden in unserer Region als Dinkel-Pioniere angeschaut», sagt er stolz. 

Laden-Projekt realisiert

2009 unternahm er einen zweiten Anlauf für einen Laden in Flamatt. Diesmal stimmten die Mitglieder der LG und der Landi UWA dem Kauf und Umbau der Liegenschaft zu und das Projekt konnte starten. «Der Laden war eines der grössten und schwierigsten Projekte», sagt Roux rückblickend. Zwei Jahre müsse man rechnen, bis er erste Gewinne einbringe. Am 1. Mai 2013 war Eröffnung. Umsatz und Frequentation bewegten sich in die richtige Richtung. «Wir sollten die Ziele erreichen können.»

 Der langjährige Mitarbeiter René Käser hat die Nachfolge von Alfons Roux angetreten. Er sei froh, den Betrieb in guten Händen zu wissen, sagt Roux. Dies sei einer der Hauptgründe gewesen, weshalb er sich entschieden habe, jetzt in Pension zu gehen.

Zahlen und Fakten

Landi UWA zählt130 Genossenschafter

DieLandi Überstorf-Wünnewil-Albligen (UWA)zählt 130 Genossenschafter und erzielte 2013 einen Umsatz von 7,4 Millionen Franken. Sie wird von Erwin Schafer aus Überstorf präsidiert. Die Landwirtschaftliche Genossenschaft (LG) Überstorf und Umgebung zählt 145 Genossenschafter. Sie wird von Hermann Nussbaum präsidiert. Im Sensebezirk gibt es zudem noch dieLandi Sense-Düdingenmit 900 Genossenschaftern und einem jährlichen Umsatz von rund 47 Millionen Franken sowie dieLandi Sense-Oberlandmit rund 470 Genossenschaftern und einem jährlichen Umsatz von knapp zwölf Millionen Franken.ak

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