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Die weisse Rose – Zeichen der Reinheit und des Widerstandes

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Barbara Schwaller-Aebischer

Alexander Schmorell und Hans Scholl wollten mit den Flugblättern ihre Mitbürger aufrütteln, sich Rechenschaft darüber zu geben, dass «der freie Wille, das Höchste Gut, das ein Mensch besitzt» an die Staatsmacht preisgegeben wurde und dass die Menschen sich wehren sollten. «Leistet passiven Widerstand – W i d e r s t a n d – wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine …»

Die Gruppe um den Widerstandskreis «Weisse Rose» hatte keine feste Struktur. Sie bestand aus einem relativ losen Freundeskreis von Schul-, Jugend- und Studienkollegen. Die jungen Männer und Frauen stammten fast alle aus gutbürgerlichen Kreisen und waren begeisterte Leser, Theaterbesucher und Musikliebhaber. Scholl und seine Kollegen verpflichteten sich nach dem Abitur zum Arbeitsdienst und meldeten sich danach «freiwillig» zum Wehrdienst, um einen Studienplatz zu erhalten.

Hubert Furtwängler, Hans Scholl, Willi Graf und Alexander Schmorell, das «Kleeblatt» genannt, mussten ihren Frontdienst im Osten leisten. Ihr Transport führt sie über Warschau, wo sie sich über das Ausmass der Greuel um das Ghetto gewahr werden. Sie hören von Massakern in Kowno und sind schockiert über die Art und Weise, wie mit nicht deutscher Bevölkerung umgegangen wird.

Zurück von der Front ringen sie um weitere Möglichkeiten des Widerstandes. Im fünften Flugblatt schreiben sie: «Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern! … Zerreisst den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um euer Herz gelegt! Entscheidet Euch, eh’ es zu spät ist! …»

Der innere Kern der «Weissen Rose» ist jetzt bereit, für die Freiheit immer mehr zu riskieren und die Aktionen werden immer gewagter. An Wänden wird mit Farbe geschrieben: «Nieder mit Hitler» und «Freiheit», Hackenkreuze werden durchgestrichen und ein weiteres Flugblatt wird verteilt. Sophie und Hans Scholl werden überrascht, Christoph Probst hat Hans Scholl einen Entwurf zu einem weiteren Flugblatt zugesteckt. Alle drei werden am 20. Februar 1943 durch den Volksgerichtshof verurteilt und hingerichtet. Sophie war 22, Christoph 24 und Hans 25 Jahre alt.

Detlev Bald, geboren 1941, lebt seit 1996 als freischaffender Historiker und Publizist in München und ist Mitarbeiter am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Der Autor zeigt sehr anschaulich auf, wie sich die Einstellungen der einzelnen Mitglieder radikalisieren. Zuerst wird realisiert, wie eingeschränkt der Einzelne in seinem Tun ist und sich ständig ärgert an Kleinigkeiten wie z. B. der tägliche Appell an der Universität und die Willkür der Verantwortlichen.

In den Gesprächsrunden diskutieren sie hin und her, sie sind ernsthaft bemüht, das Rechte, das Gute zu tun. Vor allem nach den Philosophie-Vorlesungen streiten die Stundenten um Grundsatzfragen in Religion, Staat und Gesellschaft. Die schockierenden Erfahrungen im Fronteinsatz bestärken die jungen Menschen, in ihrem Widerstand gegen das Nationalsozialistische Regime alles zu wagen.

Detlef Bald: Die «Weisse Rose». Von der Front in den Widerstand. Aufbau Taschenbuch, 2004.

Barbara Schwaller-Aebischer ist Leiterin der Bibliothek Tafers.

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