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Die Wohnungssuche bleibt schwierig

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Eine Wohnung für 750 Franken pro Monat: Danach dürfte man derzeit in der Stadt Freiburg ein Weilchen suchen. Doch das ist der maxi­mal vorgesehene Betrag für die Miete eines einzelnen Sozialhilfebezügers. Ist jemand in der Vergangenheit betrieben worden, wird die Wohnungssuche noch viel schwieriger. Denn kaum eine Immobilienverwaltung akzeptiert Mieter mit einem nicht makellosen Betreibungsregisterauszug.

Bis zu Beginn des Jahrtausends hatten Menschen in prekären Situationen die Möglichkeit, in Wohnungen mit subventionierter Miete zu ziehen. Doch das Programm wurde 2001 eingestellt. Die meisten subventionierten Mieten laufen 2026 aus, erklärt Pascal Krattinger, Chef des kantonalen Wohnungsamts. Eine Nachfolgeregelung auf kantonaler Ebene gibt es nicht. Der Bund unterstützt jedoch Baugenossenschaften, die günstigen Wohnraum schaffen wollen (siehe Kasten). In Freiburg wird diese neue Regelung aber noch wenig genutzt, wie Krattinger sagt. Er glaubt, dass dies unter anderem daran liegt, dass es in Freiburg traditionellerweise wenige Wohngenossenschaften gibt.

Unbezahlbare Kaution

Die Wohnsituation ist ein grosses Thema bei den Klienten von Caritas Freiburg. Anne-­Pascale Collaud, Verantwortliche für den Sozialberatungsdienst bei der Caritas Freiburg, sieht zwei Probleme bei der Wohnungssuche: erstens die hohen Mieten und zweitens die hohen Anforderungen der Immobilienverwaltungen. «Es wird oft verlangt, dass eine zweite Person in einer besseren finanziellen Situation für die Miete bürgt. Zudem ist eine Kaution von drei Monatsmieten für viele Klienten unbezahlbar.»

Finanzielle Hilfe kann die Caritas nur bedingt bieten. Sie berät die Leute vor allem, hilft ihnen etwa, ein Budget zu erstellen oder alle nötigen Dokumente für eine Wohnungsbewerbung zusammenzustellen. Und die Organisation rät, Bürgen zu finden. «Einen Bürgen zu finden, ist aber sehr schwierig, da die Leute im Umfeld von Menschen in prekären Situationen meistens auch nicht viel Geld haben», erklärt Collauds Kollegin Stefanie Rumpe.

Sie wisse von Menschen, die bei Freunden, der Familie oder im Auto schliefen, weil sie keine Wohnung fänden, ergänzt Collaud. «Meist muss sich die Situation so weit verschlimmern, dass die Menschen Sozialhilfe beziehen müssen, bis sie eine Wohnung finden.» Denn die Sozialhilfe garantiert den Vermietern das Zahlen der Miete. Doch Sozialhilfe muss zurückbezahlt werden.

Collaud glaubt, dass auf politischer Ebene etwas geschehen muss. Doch eine Motion der beiden SP-Politiker Pierre Mauron und Andrea Burgener für ein kantonales Wohnungsgesetz scheiterte im Februar im Grossen Rat. Die Begründung: Es gebe genug Hilfsangebote.

Sozialer Wohnungsbau ist gemäss Collaud nicht unbedingt eine Lösung. «Das führt häufig zu Ghettos.» Es brauche vielmehr eine gute Durchmischung: etwa einen Block mit einfachen und günstigen Wohnungen, aber auch teureren Appartements. Da seien die Gemeinden gefordert, solche Projekte voranzutreiben, findet sie.

Unterstützung suchen

Das Ende der subventionierten Wohnungen und nur wenige Genossenschaften oder Stiftungen, die günstige Wohnungen bauen: Momentan bleiben Mietern mit geringem Budget in Freiburg nur die Unterstützung von Organisationen wie der Caritas oder der Sozialhilfe sowie die Ergänzungsleistungen für IV- oder AHV-Rentner. «Ich habe einige Klienten, bei denen die Miete in den nächsten Jahren um 350 bis 400  Franken steigt. Ich rate ihnen nun, eine günstigere Wohnung zu finden», sagt Collaud. Caritas Freiburg wurde zudem von einem Besitzer einer Immobilie kontaktiert, um den Subventionsverlust mit allen Mietern zu thematisieren und sie zu beraten.

Pascal Krattinger vom Wohnungsamt versucht, den Übergang so schmerzlos wie möglich zu gestalten. «Wir machen die Mieterinnen und Mieter so früh wie möglich auf das Auslaufen der Subvention aufmerksam, damit sie sich organisieren können.» Viele seien AHV- oder IV-Rentner und könnten die höhere Miete mit Ergänzungsleistungen auffangen. Die entsprechenden staatlichen Stellen habe er über möglicherweise vermehrte Anfragen informiert.

Zudem glaubt Krattinger, dass die Hausbesitzer angesichts der hohen Leerstandsrate ein Interesse daran haben, die Mieter zu behalten. «Sie müssen sich fragen: Behalte ich die Mieter und komme ihnen bei der Miete entgegen? Oder versuche ich, die Wohnung neu zu einem höheren Preis zu vermieten, und riskiere mehrere Monate ohne Mieteinnahmen, weil sie leer steht?» So fänden sich teils doch Lösungen.

Caritas Freiburg steht in regelmässigem Kontakt mit Immobilienverwaltungen und ist Teil der Arbeitsgruppe «Un toit à toi», die aus verschiedenen sozialen Institutionen besteht und auch mit dem Hauseigentümerverband zusammenarbeitet. Sie versucht zu sensibilisieren, teils mit Erfolg, wie Collaud sagt: «Oft treffen wir auf Verständnis, und die Bereitschaft ist da, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen.»

In einer Herbstserie geben die «Freiburger Nachrichten» der Armut in diesem Kanton ein Gesicht. Wir gehen der Frage nach, was Armut ist und wo sie fundamentale Bedürfnisse tangiert.

Zahlen und Fakten

2000 Wohnungen sind subventioniert

Die Wohnpolitik in der Schweiz hat sich zu Beginn des Jahrtausends gewandelt: weg von der Hilfe für Einzelne, hin zur Unterstützung für günstigen Wohnraum. Bis 2001 wurden die Mieten von Wohnungen subventioniert, mit einer Laufzeit von 25  Jahren. Im Kanton Freiburg gibt es momentan noch rund 2000 solche Wohnungen, wie Pascal Krattinger, Chef des kantonalen Wohnungsamtes, sagt. Bis 2026 sind alle Subventionen für Wohnungsmieten ausgelaufen. 2003 führte der Bund eine neue Regelung ein: Er bietet günstige Kredite für nicht gewinnorientierte Genossenschaften oder Stiftungen, die Wohnraum für ein kleines Budget schaffen wollen. Diese Möglichkeit wird in Freiburg aber eher wenig genutzt. Die aktuellsten Zahlen dazu stammen aus dem Jahr 2015: Damals gab es 11 Begünstigte, und rund 700 Wohnungen wurden so geschaffen, wie Krattinger sagt.

nas

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