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Die Zeit für eine Stunde anhalten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Damit das Berntor in Murten am Sonntag die richtige Zeit anzeigt, muss Beat Marthaler selber Hand anlegen. Der Wirt des Restaurants Berntor ist dafür zuständig, dass die Uhr am Eingang des Städtchens richtig läuft. Seit 19 Jahren klettert er jeden Tag in den Turm hinauf und zieht die Uhr auf; das dauert ungefähr zwei bis drei Minuten. Auch für den Wechsel von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt ist er zuständig. Dafür hält er die Uhr heute Samstag um 18 Uhr während einer Stunde an und lässt sie nach exakt 60 Minuten wieder laufen. «Das funktioniert bestens», so Marthaler. Dass das Berntor dadurch neun Stunden früher auf Winterzeit eingestellt ist als die anderen Uhren, störe niemanden. Marthaler würde es bedauern, wenn das Aufziehen und das Umstellen der Uhr am Berntor automatisch laufen würden. «Ja nicht! Das wäre schade», sagt der 59-jährige Wirt. Ist er in den Ferien, springen seine Kollegen für ihn ein.

Ruhig weiterträumen

Werden die Uhren in der Nacht auf Sonntag um drei Uhr auf zwei Uhr zurückgestellt, heisst das für den Sakristan der Freiburger Kathedrale: ruhig weiterschlafen. Denn das Glockengeläut passt sich dem Wechsel automatisch an. Nicht einmal ein Knopfdruck ist nötig. «Und das klappt glücklicherweise seit Jahren problemlos», sagt Sakristan Pierre Feraut. Einzig die Beleuchtung der Rosette über dem Hauptportal wird er umprogrammieren. Auch die Sakristane anderer Kirchen müssen nachts nicht extra aufstehen. Wie Alois Wiprächtiger, Beisitzer der Sakristanenvereinigung Bern und Deutschfreiburg und Sakristan in St. Antoni, auf Anfrage erklärt, geschieht der Wechsel von Sommer- auf Winterzeit bei den Kirchenuhren und -glocken seit Jahren automatisch.

Zehn Prozent mehr Milch

Bauer Ruedi Overney aus Alterswil kann zwar von Samstag auf Sonntag eine Stunde länger schlafen, dafür muss er in Kauf nehmen, dass der Fress-Rhythmus seiner Kühedurch die Zeitumstellung kurzzeitig durcheinandergerät. Zurzeit bringt er sie um 16.30 Uhr in den Stall. Herrscht Winterzeit, ist schon um 15.30 Uhr fertig mit frischem Gras. Begibt er sich morgen Sonntag um fünf Uhr fürs Melken in den Stall, werden die 21 Tiere schon sehnsüchtig auf ihn warten. Weil sie länger Zeit hatten, um Milch zu produzieren, werden sie circa zehn Prozent mehr Milch geben. Dafür dann am Abend weniger. Die Menge gleiche sich über den Tag gesehen aus, erklärt Ruedi Overney. «Die Kuh ist ein Gewohnheitstier. Sie braucht ihren Rhythmus», sagt der Landwirt. Nach drei bis vier Tagen habe sie sich der Winterzeit dann angepasst. Er persönlich ziehe die Winterzeit der Sommerzeit vor, sagt Ruedi Overney. Unter den Landwirten sei der Wechsel aber kein Thema mehr. 

Damit die Busse und Züge der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF am Sonntag zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, werden die Mitarbeiter in der Woche vorher intern an die Zeitumstellung erinnert, wie Richelle Hartmann, Assistentin Kommunikation bei den TPF, erklärt. Die BLS versendet heute ein SMS an alle Zugbegleiter und Lokführer mit der Erinnerung an die Zeitumstellung. Da die BLS in Freiburg im Zeitfenster während der Umstellung keine Personenzüge betreibt, sei diese Region aber nicht gross davon betroffen, heisst es auf Anfrage.

Die FN beleuchten in einerHerbstseriewährend der Ferien verschiedenste Themen rund um die aktuelle Jahreszeit. Bereits erschienen: «Der Herbst und die allzu späten Ferien» (22.10.). «Mit dem Blues auf der Suche nach der Seele» (23.10.). «Immer weniger Nebel im Seeland» (24.10).

Geschichte

Umstrittene Sommerzeit

1978 hatte das Schweizer Volk in einer Abstimmung die Einführung der Sommerzeit noch verworfen. Bundesrat und Parlament beschlossen zwei Jahre später dennoch deren Einführung, um sich der Zeitrechnung der europäischen Nachbarländer anzuschliessen. Die Zeitumstellung wurde anfangs heftig bekämpft. Insbesondere die Bauern meinten, ihre Kühe könnten die Milch nicht einfach eine Stunde früher produzieren. Das Rindvieh erwies sich aber als flexibel; der Missmut der Landwirte hat sich unterdessen weitgehend gelegt. Zunächst dauerte die neu eingeführte Sommerzeit sechs Monate von Ende März bis Ende September. 1996 wurde die Sommerzeit um einen Monat bis Ende Oktober verlängert. Damit wurde die Winterzeit mit ihren dunklen Abenden auf fünf Monate verkürzt. In Europa wurde die Sommerzeit erstmals 1973 nach dem Ölpreis-Schock eingeführt, um das Tageslicht besser auszunutzen und Energiekosten zu senken. Die meisten europäischen Staaten hatten zunächst eigene Zeitregelungen festgelegt.sda

Zahlen und Fakten

Am Montag geht dieSonne um 17.21 Uhr unter

Der 27. Oktober dauert ganze 25 Stunden, und das Tageslicht dringt am Morgen wieder früher durch die Fenster. Dafür wird es am Abend zeitig dunkel. Konkret: Am Montag nach der Umstellung auf Winterzeit geht die Sonne bereits um 17.21 Uhr unter, nur zehn Stunden und 14 Minuten nachdem sie aufgegangen ist. Die Winterzeit dauert laut dem Bundesamt für Metrologie (Metas) fünf Monate, bis am 30. März 2014. Dann gilt bis am 26. Oktober wieder die Sommerzeit. Das Metas ist in der Schweiz dafür zuständig, die offizielle Schweizer Zeit zu realisieren und zu verbreiten. Das ist Routine, da die Schweiz die Zeitumstellung seit 1981 kennt.sda

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