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«Die Zweisprachigkeit hat erste Priorität»

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Der in Düdingen wohnhafte Edgar Theusinger, der seit 1. Mai 2013 die Leitung des Freiburger Spitals HFR interimistisch übernommen hat, wagte sich am Mittwoch in die Höhle des Löwen. «Ich habe die Strategie des Freiburger Spitals 2013 bis 2022 nicht gemacht, aber ich stehe hinter ihr», sagte er zu Beginn seines Referates an einem Anlass der CVP Sense 60 Plus. Ihm ging es vor allem darum, zu erklären, weshalb es ein Umdenken in der Spitalfrage im Kanton Freiburg braucht.

So rief er in Erinnerung, dass es in der Schweiz noch 314 Spitäler gibt, was 40 Spitälern auf eine Million Einwohner entspreche. «In Europa sind es zehn Spitäler pro Million Einwohner», gab er zu bedenken. Er wies auch auf den Druck hin, dem Freiburg zwischen den Unispitälern von Bern und Lausanne ausgesetzt ist. «Wir haben im Kanton 15 Operationssäle, in der Universitätsklinik von Lausanne gibt es 18. Unsere Säle sind nur zu 60 bis 65 Prozent ausgelastet.» Dies führe unter anderem dazu, dass das HFR für 2012 ein Defizit von rund 50 Millionen Franken aufweise.

Tafers war nicht rentabel

Der Referent widerlegte auch die Behauptung, dass das Spital Tafers vor der Kantonalisierung des Spitalwesens im Jahr 2007 schwarze Zahlen geschrieben habe. «Das Spital Tafers wies ein Betriebsdefizit von zehn bis zwölf Millionen Franken auf», sagte er. «Würde Freiburg nicht reagieren, so würde das Freiburger Spital jährlich ein Defizit von 35 Millionen aufweisen, in zehn Jahren ein solches von insgesamt 450 Millionen Franken.» Und er erinnerte an den Entscheid des Grossen Rates, wonach das HFR Massnahmen ergreifen muss, wenn das kumulierte Defizit mehr als drei Prozent der Betriebskosten des Vorjahres beträgt. Deshalb habe der HFR-Verwaltungsrat entschieden, ab 2022 nur noch ein öffentliches Akutspital im Kanton zu betreiben. Dies bedinge aber, dass das Kantonsspital für 525 Millionen erweitert werde. Danach sei ein positives Ergebnis von zwei bis drei Millionen zu erwarten.

Edgar Theusinger war es ein Anliegen, zu betonen, dass das Spital Tafers bis 2022 weiterlaufe wie heute. Tafers werde danach ein Spital für die Behandlungen, die ärztliche Pflege und Betreuung der allgemeinen internen Medizin bleiben, die nicht zu Hause oder ambulant erfolgen können. «Es wird ein Spital sein für Behandlungen, die einen kurzen Spitalaufenthalt in einer einfachen Einrichtung erfordern», konkretisierte er. Zudem werde das Spital Tafers über eine Notfallstation für leichtere Fälle und einer Permanence verfügen. «Das Personal der Notfallstation wird so ausgebildet sein, dass es schwere Fälle stabilisieren kann und sie nach Freiburg weiterleitet», fügte er bei.

Vertrauen zurückgewinnen

Der Referent räumte ein, dass in der Vergangenheit die Kommunikation zwischen dem Freiburger Spital und den Parteien im Sensebezirk nicht immer optimal war. Er sei aber hier, um das Vertrauen der Senslerinnen und Sensler zurückzugewinnen. «Gebt uns eine Chance», bat er die Anwesenden, wohl wissend, dass das Freiburger Spital nur optimistisch in die Zukunft blicken kann, wenn sich die Freiburgerinnen und Freiburger künftig in den Freiburger Spitälern pflegen lassen.

«Im Seebezirk lassen sich 35 bis 40 Prozent bereits ausserhalb des Kantons behandeln. Im Sensebezirk sind wir auch bald so weit», gab Anton Merkle, Präsident der Sensler Ärzte und Mitglied der Taskforce, zu bedenken. «Ihr habt uns nie zugehört. Ihr habt uns nicht ins Boot geholt», warf er dem HFR-Verwaltungsrat vor. «Wir wollen ein deutschsprachiges Spital. Wir würden uns auch in einem Kantonsspital wohlfühlen, das in Ordnung ist. Dem ist aber nicht so», sagte Merkle.

«Wir haben erstklassige Spezialisten für die Krebsbehandlung, die Chirurgie, Internisten», betonte Theusinger. «Wir sind bemüht, uns laufend zu verbessern. Die Zweisprachigkeit hat nebst der Effizienz des Notfalldienstes erste Priorität», bat er die Anwesenden um Verständnis und erinnerte daran, dass die rund 3000 HFR-Angestellten aus 50 Nationen stammen. «Und die künftige Generaldirektorin des HFR, Claudia Käch, ist eine Deutschschweizerin», sagte Theusinger.

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