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«Diese kurze Frist ist inakzeptabel»

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Eine Angestellte des Freiburger Spitals HFR bringt ihre zwei Kinder an drei Tagen pro Woche in die Kinderkrippe des Spitals. Für die Frau ist das praktisch: Die Öffnungszeiten der Krippe sind an ihre Arbeitszeiten angepasst. Ausserdem muss sie die Kinder nicht an einen anderen Ort fahren. Und: Bisher waren die Tarife im Vergleich zu anderen Krippen niedrig. Dies soll sich nun ab dem 1. April ändern (die FN berichteten). Die Preise steigen um mindestens 40 Prozent an: Wer bisher den Maximalbetrag von 77 Franken zahlte, bezahlt neu 117 Franken pro Tag. Doch auch jene, deren Beiträge stark subventioniert waren, weil sie wenig verdienen, bezahlen neu auch 117 Franken, sofern sie ihre Wohngemeinde nicht unterstützt (siehe Kasten).

«Frist ist inakzeptabel»

«Ich kann verstehen, dass das HFR die Tarife anhebt», sagt die Frau. «Doch die kurze Frist ist inakzeptabel.» Denn das HFR teilte den betroffenen Eltern die neue Tarifregelung erst am 6. Februar mit. Die Eltern haben also nicht einmal zwei Monate Zeit, eine neue Lösung zu finden.

Vergeblich versuchte die Frau denn auch, in einer Kinderkrippe der Stadt Freiburg Plätze zu erhalten. «Die Leute in den Krippen dachten zuerst, ich mache Witze, als ich sagte, ich brauche die Plätze ab dem 1. April.» Es herrsche eine Wartezeit von mindestens sechs Monaten. So bleibe ihr nichts anderes übrig, als die Kinder in der HFR-Krippe zu behalten.

Doch es sei happig; für die zwei Kinder bezahle sie neu 75 Prozent mehr, das entspreche 1100 Franken mehr pro Monat. Dennoch zählt sie sich zu den Glücklichen: Das ältere Kind wird ab Herbst den Kindergarten besuchen und keinen Krippenplatz mehr brauchen. «Wir werden die Zähne zusammenbeissen, wir können uns die Erhöhung immerhin noch leisten», sagt sie.

Dass es für viele Eltern schwieriger ist, zeigte sich an einer vom Personalverband öffentlicher Dienste (VPOD) einberufenen Versammlung. am Mittwochabend. «Ich werde mehr für die Kinderkrippe bezahlen, als ich verdiene», sagte eine Frau. Und eine andere fügte an: «Ich kann es mir schlicht nicht leisten.» Die knappe Frist war das grösste Ärgernis: Keinem Elternpaar ist es bisher gelungen, eine alternative Lösung zu finden. «So geht man nicht mit dem Personal um», sagte eine Frau. «Das HFR muss uns unterstützen.»

 Gemeinden sollen zahlen

Für das Freiburger Spital dagegen ist klar: «Das Gesetz sagt, dass die Gemeinden die Eltern unterstützen müssen», sagt Sébastien Ruffieux, Generalsekretär des HFR. Die Gemeinden seien verpflichtet, die Bedürfnisse im Bezug auf die Kinderbetreuung zu decken. «Die öffentlichen Krippen sind aber nicht auf die Bedürfnisse unserer Angestellten angepasst.» Leute, die in der Pflege arbeiteten, würden ihren Arbeitsplan meist erst einen Monat im Voraus kennen und hätten unregelmässige Arbeitszeiten. «Unsere Krippe geht auf diese Bedürfnisse ein. Wenn eine Gemeinde das nicht kann, muss sie die Eltern unterstützen.»

Ziel des HFR ist es, rund 300 000 Franken von den Gemeinden für die Krippe zu erhalten. Das Spital hat 22 Gemeinden angefragt, gemäss Ruffieux seien 60 Prozent davon bereit, zu bezahlen. Wie viele von den insgesamt rund 40 Elternpaaren so weiterhin von Subventionen profitieren, konnte er nicht sagen.

Die Krippe wird auch nach der Erhöhung defizitär sein: Ein Platz kostet pro Tag laut Ruffieux etwa 190 Franken, mit der Tariferhöhung erhielte das HFR insgesamt 130 Franken, da der Kanton zehn Prozent der verrechneten Elternbeiträge übernimmt.

Sébastien Ruffieux ist sich bewusst, dass die kurzfristige Kommunikation–der Verwaltungsrat fällte den Entscheid Ende Dezember–für die Eltern schwierig ist. «Aber nun sind die Gemeinden aufgerufen, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen. Es ist nicht am HFR oder am Kanton.»

An den Verwaltungsrat

Ob die Erhöhung oder die Frist verhandelbar seien, beantwortete Ruffieux nicht, sondern verwies auf den Verwaltungsrat. «Der Verwaltungsrat fällte seinen Entscheid in der Überzeugung, dass die Erhöhung gerechtfertigt ist.»

Die Betroffenen wollen sich dennoch nächste Woche an den Verwaltungsrat wenden und ihre Anliegen vorbringen.

Kommentar

Die Spitalleitung hat sich im Ton vergriffen

C’est le ton qui fait la musique.» Diesen Spruch werden die Verantwortlichen sicherlich kennen. Doch sie scheinen dessen Bedeutung nicht für wichtig zu halten–das lässt sich zumindest aus der Kommunikation der höheren Krippenbeiträge schliessen.

An den Tariferhöhungen gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen. Zudem ist es verständlich, dass das HFR von den Wohngemeinden der Angestellten Unterstützung fordert. Denn bisher waren die Tarife des HFR im Vergleich mit öffentlichen Krippen tatsächlich sehr tief. Und es stimmt, dass die öffentlichen Betreuungsangebote nicht auf die Bedürfnisse von Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten angepasst sind.

An der Art und Weise, wie das Freiburger Spital die Änderungen mitgeteilt hat, ist aber sehr wohl etwas auszusetzen. Den Eltern nicht einmal zwei Monate Zeit zu lassen, um bei der Gemeinde Subventionen zu beantragen oder eine andere Krippe zu suchen, ist schlicht unerhört. Ebenso unerhört ist es, dass sich das HFR vollständig aus der Verantwortung zieht und kein Verständnis für die Eltern zeigt, die vor echten Problemen stehen.

Gerade ein Spital ist auf flexible Mitarbeiter angewiesen–und auf arbeitstätige Mütter. Zudem wirbt das HFR bei der Rekrutierung von Arbeitskräften mit der betriebseigenen Krippe. Umso unverständlicher ist dessen Vorgehen.

 Auch wenn die Sparanstrengungen der Spitalleitung lobenswert sind, der Unmut bei den Mitarbeitern wächst. Das zeigt die Petition, die beim Verwaltungsrat gegen die Tariferhöhung einging: Innerhalb von zehn Tagen sammelte der Personalverband fast 600 Unterschriften.

Neben gesunden Zahlen braucht das Freiburger Spital nämlich auch zufriedene Mitarbeiterinnen. Und dafür spielen Verständnis, Zuhören und eben der richtige Umgangston eine wichtige Rolle.

«Ich werde mehr für die Kinderkrippe bezahlen, als ich verdiene.»

 

 Mutter und HFR-Angestellte

Gemeinden: Villars-sur-Glâne bezahlt, die Stadt Freiburg nicht

D ie Stadt Freiburg ist nicht bereit, die Krippe des Freiburger Spitals HFR zu subventionieren. «Die Krippe ist betrieblich», begründet Gemeinderätin Antoinette de Weck. «Sie steht nur dem Personal des Spitals zur Verfügung. Es wäre jenen Eltern gegenüber ungerecht, die andere Arbeitgeber haben. Die HFR-Krippe ist an die Bedürfnisse des Personals angepasst.» Ausserdem befinde sich die Krippe nicht in Freiburg, sondern in Villars-sur-Glâne. Die einzige betriebliche Krippe, welche die Stadt unterstützt, ist jene der Universität Freiburg. «Das ist eine grosse Ausnahme. Sie liegt in der Stadt und die Subventionen haben historische Gründe.»

Es hätten sich bereits mehrere betroffene Eltern des HFR bei der Stadt gemeldet. «Im Moment können wir nichts machen, das Budget ist fix», so de Weck. Die erste Anfrage des Freiburger Spitals für Subventionen kam jedoch schon im Dezember 2012. «Wir haben schon damals gesagt, dass wir die Krippe nicht unterstützen.»

Sie bedaure, dass das Freiburger Spital die Betroffenen in eine missliche Lage bringe, sagt de Weck. Aber Freiburg könne nichts machen. Die Stadt gebe bereits 4,4 Millionen Franken für Kinderkrippen und Tagesfamilien aus.

Konvention erstellt

Villars-sur-Glâne ist bereit, die Krippe des HFR zu unterstützen. «Wir haben eine Konvention erstellt, die wir noch unterschreiben müssen», sagt Syndique Erika Schnyder. Dabei hat die Gemeinde dieselben Subventionen gesprochen, wie für die eigenen Krippen. Deren Kosten sind leicht niedriger, als jene des HFR.

«Unsere Krippen decken die Bedürfnisse der Gemeinde, den Angestellten des HFR werden wir aber nicht gerecht.» Deshalb sei es für sie klar gewesen, die Anfrage des Spitals, welche Anfang Jahr eintraf, positiv zu beantworten. «Wir subventionieren bereits jetzt private Krippen.» Für Schnyder spielt es auch keine Rolle, dass die HFR-Krippe betrieblich ist. «Sie hilft Einwohnern von uns.» mir

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