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Diese Nacht ist selbst für ihn zu viel: Wie das Drama gegen Italien Luka Modric in einen kleinen Jungen verwandelt

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Er scheitert, rappelt sich auf, verliert dann doch noch: Kroatiens Luka Modric erlebt gegen Italien Himmel und Hölle. War es das für ihn als Nationalspieler?

Luka Modric hat auf den Fussballplätzen dieser Welt schon so viel erlebt, dass dereinst eine vielbändige Biografie über ihn erscheinen muss, und wahrscheinlich wird ein einzelner Autor den ganzen Stoff gar nicht bewältigen können. Der Kroate hat in Finals um die Champions League gespielt und um die WM, hat es zum Weltfussballer gebracht – in der Ära von Ronaldo und Messi wohlgemerkt – und unzählige Titel mit Real Madrid eingesammelt.

Doch an diesem Abend reicht ein EM-Gruppenspiel, um den grossen alten Mann des kroatischen Fussballs in einen kleinen Jungen zu verwandeln.

97 Minuten und vier Sekunden sind in Leipzig gespielt, als die Kamera zu Modric schwenkt; 1:0 führen die Kroaten gegen Italien, und natürlich war es Modric, dem das Tor gelungen ist. Später haben den 38-Jährigen die Kräfte verlassen, darum sitzt er jetzt draussen auf der Ersatzbank, wobei: Er sitzt natürlich nicht, er steht, 56 Sekunden fehlen zum Sieg, ein letzter Angriff noch, dann ist alles vorbei und Kroatien im Achtelfinal. Noch einmal weiterkommen, an diesem Turnier, das vielleicht sein letztes ist, nach all den Jahren.

97 Minuten und vier Sekunden, und Modric nestelt an seinem Leibchen, schliesslich landet der Saum zwischen seinen Zähnen. Ein alter Mann, ein kleiner Junge, eine böse Vorahnung.

15 Sekunden später steht es 1:1, den Italienern gelingt doch noch ein Tor. Es ist eines, mit dem sie wohl selbst kaum noch gerechnet haben.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Draussen, auf der Ersatzbank, steht Luka Modric jetzt nicht mehr, er hat sich hingesetzt, hat eine Hand vor den Mund gelegt und schüttelt den Kopf, immer wieder. Als er später Interviews gibt, kämpft er mit den Tränen, und als er zum besten Spieler des Spiels ausgezeichnet wird, entsteht ein Bild, das um die Welt geht, weil es eines dieser Bilder ist, die mehr sagen als tausend Worte.

Modric steht da, die Auszeichnung in den Händen, er hält sie mit spitzen Fingern, ganz so, als werde er sie gleich wegwerfen. Der Blick: leer, so leer.

Luka Modric muss mit dem Award posieren.
Bild: Boris Streubel/Uefa

178 Länderspiele hat Modric für Kroatien bestritten, es gibt nur eine Handvoll Fussballer auf der ganzen Welt, die diese Marke übertreffen. Jetzt braucht es ein kleines Wunder, damit die Kroaten an der EM noch in den Achtelfinal kommen. Sie haben nur zwei Punkte gesammelt und dazu noch ein schlechtes Torverhältnis.

War es das für Modric, bleibt Leipzig das letzte Kapitel, die EM in Deutschland? Zuweilen kann er nicht verbergen, dass auch an ihm der Zahn der Zeit nagt, vor allem im ersten Gruppenspiel, beim 0:3 gegen Spanien, ist das so.

Als es dann gegen Italien um alles geht, läuft Modric an, nachdem sein Team einen Penalty erhalten hat. Er schiesst gut, trifft trotzdem nicht – und trifft kurz darauf dann doch, weil er den Fehlschuss einfach nicht hinnehmen will. Sich beim nächsten Angriff in den Strafraum stürzt, wie er das sonst nicht oft tut, und den Ball abstaubt.

Modric, der Vollstrecker, ausgerechnet. Der 38-Jährige erfindet sich für einen kurzen Moment neu, und dieser Moment macht ihn zum ältesten Torschützen der EM-Geschichte. Als er dann auf dem Rücken liegt, eine Menschentraube über sich, die Hände vor dem Gesicht, schüttelt es seinen 172 Zentimeter kleinen Körper.

Dann staubt er plötzlich ab: Modric beim 1:0.
Ebrahim Noroozi / AP

War es das, sind das die letzten Bilder, die von Modric, dem Nationalspieler, bleiben? Natürlich wird er nach dem Spiel danach gefragt. Er sagt einmal, es sei jetzt nicht der Moment, darüber zu sprechen. Und später, als ihm ein italienischer Journalist eine Liebeserklärung macht, ihn bittet, nicht aufzuhören, entgegnet Modric: Er würde gerne für immer spielen, aber irgendwann werde er aufhören müssen.

Die Erinnerung an das Drama von 2008

Weiterspielen wird Modric auf jeden Fall, seinen Vertrag bei Real Madrid hat er unlängst um ein Jahr verlängert. Doch wie es mit Kroatien weitergeht, lässt der Spielmacher offen. Nach dem Spiel wird er auch gefragt, ob das sein unglücklichster Moment gewesen sei, dieses späte 1:1 der Italiener. Modric erzählt von 2008, vom EM-Viertelfinal gegen die Türkei in Wien, 119. Minute, 1:0 durch Klasnic, 122. Minute, 1:1 durch Sentürk, und im Penaltyschiessen: Sieg Türkei.

Das Drama von Wien, das Drama von Leipzig und dazwischen: der WM-Final in Russland, der Halbfinal in Katar. Und zuvorderst stets: Luka Modric als Gesicht dieser goldenen kroatischen Generation, die von sich behaupten kann, Grenzen verschoben zu haben. Nicht einmal vier Millionen Einwohner. All die Erfolge. Es ist auch das Vermächtnis von Luka Modric, ganz egal, wie es weitergeht für ihn.

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