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«Diesen Tag werde ich nie vergessen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 

Jean-Claude Poffet, Neuenegg

 

An diesem 26. Dezember 1999 war ich zu Hause am Auskurieren einer Erkältung, die ich mir exakt zu den Weihnachtstagen eingefangen hatte. Ich kam an diesem Tag nicht aus dem Haus, bekam aber im Lauf des Tages die aufkommenden Winde und das Rütteln an unserem Haus mit. Zum Glück ging der Tag für mich und die Familie ohne grössere Schäden über die Bühne, ganz im Gegensatz zu anderswo.

 

 

Esther Wyss- Barbezat, Murten

 

Als ich die Lothar-Bilder in der Zeitung gesehen habe, habe ich gleich wieder Hühnerhaut gekriegt. Eine Weisstanne, die auf unserem Grundstück stand, ist quer über die Kantonsstrasse gefallen, zirka eine Handbreit entfernt von der Eingangstür unserer Nachbarn. Es war entsetzlich, man fühlte sich so klein, so machtlos, aber enorm dankbar, es war keine Person oder ein Tier zu Schaden gekommen! Wir hatten einfach Glück! Es war nicht der einzige Schaden, die mächtige Douglasie, die weiter innen stand, hatte zwei sehr hohe Wipfel, einen hat es abgequetscht, er fiel hinunter. Diverse andere Bäume mussten etliche Zweige lassen. Auch unsere zwei Kamine wurden Opfer von Lothar, sie wurden beschädigt. Unsere Villa besitzt zudem einen Turm mit zwei Wetterfahnen. Anlässlich einer Feuerwehrübung im November 1999 stand eine Drehleiter bei uns: Mein Mann nutzte die Gelegenheit, um in den Korb zu steigen, er wollte die beiden Wetterfahnen kontrollieren. Er schaute, ob diese festsassen oder ob er sie drehen könne. Weit gefehlt, er konnte sie nicht bewegen. Als dann Lothar einige Wochen später über unser Haus und unser Grundstück fegte, was haben wir gesehen? Die Wetterfahnen drehten sich! Ich war damals 51  Jahre alt und hatte die Wetterfahnen sich noch nie drehen sehen, es war verrückt! Seither muss es mit mindestens 90 bis 100 Kilometern pro Stunde stürmen, dann bewegen sie sich ein wenig.

 

 

Beat Winterberger, Murten

 

Niemals werde ich diesen Tag vergessen. Ich hatte an diesem Sonntag zusammen mit meinem Stellwerkwärter Heinz Kaltenrieder Frühdienst am Bahnhof Kerzers. Urplötzlich war er da, der Sturm. Neben gewaltigen Windböen erschreckte mich vor allem ein unheimliches Orgeln in der Luft. So etwas hatte ich zuvor noch nie gehört. Schon nach kurzer Zeit flogen sämtliche an den Aussenwänden des Schopfs angebrachten Werbeplakate samt ihren Rahmen auf Augenhöhe durch die Luft, über die Strasse und die Gleise. Kurze Zeit später schrie mir Heinz am Gegensprecher zu: «Hilfe, Hilfe, es nimmt mir das Dach fort!» Erschrocken schaute ich durch das Fenster des Freigabewerks und stellte fest, dass die Firstabdeckung aus Metall bereits über mehrere Meter losgelöst worden war und steil in den Himmel ragte, auch fehlte eine ganze Anzahl von Ziegeln. Dann begann der Betrieb einzubrechen: Zig Fahrleitungsstörungen traten auf der BN auf, Barrierenflügel wurden zu Kleinholz zerfetzt, Ninas blieben stecken, Bäume fielen auf die Fahrleitung, im Fernsteuerzentrum in Bümpliz Nord fiel die gesamte Überwachung aus, was zu einer sofortigen Streckensperre führte. Im Radio wurden die Menschen dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Zwischendurch erschien der Postautochauffeur im Büro und erzählte völlig entgeistert, dass er auf der Fahrt von Düdingen nach Kerzers gemeint habe, er habe sich verfahren, weil er plötzlich ein Dorf gesehen habe, ohne vorher durch den Wald gefahren zu sein. Der Wald war weg! Bis zum Dienstende um 12.30 Uhr waren schweizweit über 60 (!) Bahnlinien unterbrochen! Die Linie Kerzers–Bümpliz blieb die ganze Altjahrswoche gesperrt. Bis zu fünf Doppeldeckerbusse gewährleisteten die Anschlüsse von und nach Bümpliz. Unkonventionelle Lösungen waren gefragt: Der Kollege von Gümmenen fuhr Passagiere von der Haltestelle Rüplisried-Mauss mit dem Stationstraktor nach Kerzers, wo sie auf den Bus umsteigen konnten. Am 30.  Dezember ab 5 Uhr herrschte wieder Normalbetrieb.

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