Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Dieser Saal hat eine Seele»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Thierry Loup, die Wochen und Monate vor der Eröffnung des Equilibre im Dezember waren für Sie und Ihr Team nicht einfach. Sie mussten den Eröffnungsabend vorbereiten, ohne sicher zu sein, dass die Bauarbeiten rechtzeitig beendet sein würden. Wie fühlen Sie sich jetzt, einen Monat später?

Ich bin erleichtert, denn es stimmt, es war alles äusserst knapp und stressig. Nach der gelungenen Eröffnung bin ich aber sehr zufrieden. Das Publikum der sieben Eröffnungsvorstellungen war grossartig und ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Im Vorfeld gab es viel Kritik, doch die Eröffnung hat gezeigt: Die Freiburgerinnen und Freiburger schätzen den neuen Saal und fühlen sich wohl darin. Und man hat gespürt: Dieser Saal hat eine Seele.

 

Hat der Saal Ihre eigenen Erwartungen erfüllt?

Ja, für das Ballett und das Theater, die im Dezember gezeigt wurden, hat er hervorragend funktioniert, gerade auch, was die Akustik angeht. Darum bin ich auch sehr zuversichtlich für die Freiburger Oper, die ab der nächsten Woche «Madame Butterfly» aufführt. Die Anforderungen sind für eine solche Produktion vergleichbar. Was wir bis jetzt noch nicht testen konnten, sind die klassischen Konzerte, doch auch da bin ich optimistisch.

 

Kommende Woche beginnt mit «Madame Butterfly» der reguläre Betrieb im Equilibre, doch die letzten Bauarbeiten sind immer noch im Gang. Ist das ein Problem?

Die Arbeitsbedingungen könnten sicher besser sein, aber wir können damit leben. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Administration und vor allem in der Technik bedeutet die Situation viel Mehrarbeit. Als Direktor bin ich auch für die Sicherheit verantwortlich. Darum habe ich einige Bedingungen gestellt, die für mich unerlässlich sind, damit die weiteren Aufführungen stattfinden können. So hat man mir versichert, dass die Lifte ab dem nächsten Mittwoch betriebsbereit sein werden. Insgesamt bleibe ich optimistisch. Ich vergleiche die aktuelle Situation mit einer Ampel, die auf Orange steht und einfach nicht auf Rot wechseln darf. Und das wird sie auch nicht …

 

Sie bereiten derzeit schon die Saison 2012/2013 vor. Doch was liegt Ihnen in dieser Saison noch besonders am Herzen?

Vor allem hoffe ich, dass unsere drei Hauptpartner, die Oper, Theater in Freiburg und die Konzertgesellschaft, erfolgreiche Aufführungen haben werden und dass sie sich im Equilibre wohlfühlen werden. Und ich freue mich auf die Tanz-, Theater- und Zirkusvorstellungen, die wir selber programmiert haben. Viele Vorstellungen sind schon fast ausverkauft.

 

Ein gutes Zeichen für die Zukunft des Equilibre…

Ja, das zeigt, dass die Leute anfangen, ihr Theater zu entdecken, dass sie neugierig und offen sind. Darum hat es mich auch besonders gefreut, dass ich bei den Eröffnungsvorstellungen viele Besucherinnen und Besucher getroffen habe, die ich vorher im Nuithonie noch nie gesehen habe. Da besteht also ein Potenzial, das ein Theater mitten in der Stadt ausschöpfen kann.

 

Apropos Nuithonie: Sie wurden 2004 als Direktor des Nuithonie in Villars-sur-Glâne und des künftigen Gastspielhauses in Freiburg engagiert. Jetzt ist das Gastspielhaus offen. Wie verändert sich dadurch Ihre Arbeit?

Es ist schon ein bisschen so, dass ich in einen neuen Job hineinwachsen muss. Aber das wusste ich von Anfang an, und ich bin darum gut vorbereitet. Konkret ist es so, dass ich an beiden Standorten ein Büro habe. Was die Mitarbeiter angeht, so ist es mir wichtig, dass sie sich als ein einziges Team verstehen. Alle kennen und schätzen sich, und das soll auch so bleiben. Gerade bei den technischen Mitarbeitern wird es einen regelmässigen Austausch zwischen den beiden Häusern geben.

 

Und Sie selber bereiten ab sofort ein komplettes Programm für zwei Häuser vor…

Ja, und das bedeutet mehr organisatorische Arbeit, aber dabei helfen mir die beiden administrativen Leiter. Der Vorteil ist, dass wir die verschiedenen Produktionen dort zeigen können, wo sie am besten zur Geltung kommen. Beide Standorte haben ihre klare Funktion und Mission. Aber für mich sind sie ein Haus mit drei Sälen: der grosse Mummenschanz-Saal und der kleine Saal im Nuithonie und der neue Saal im Equilibre.

Serie Equilibre: Am 26. Januar beginnt mit der Premiere der Freiburger Oper der reguläre Betrieb im Equilibre. Bis dahin bringen die FN den Leserinnen und Lesern mit einer losen Artikelserie das neue Gastspielhaus näher. Bisher erschienen: «Ein Theater ist kein Ikea-Bausatz» (4. Januar); «Im Equilibre kehrt Leben ein» (10. Januar).

Zur Person

Ein Direktor für zwei Kulturhäuser

Thierry Loup ist der künstlerische Direktor des Nuithonie in Villars-sur-Glâne und des Equilibre in Freiburg, die unter der Federführung des Gemeindeverbandes Coriolis Infrastrukturen entstanden sind. Das Nuithonie wurde 2005 eröffnet, das Equilibre im Dezember 2011. Thierry Loup hat sein Amt 2004 angetreten. Davor war er Co-Direktor des Théâtre du Passage in Neuenburg. Der Posten in Freiburg war für ihn eine Heimkehr: Der gebürtige Broyebezirkler hatte hier unter anderem das Café-Théâtre Le Bilboquet und den ehemaligen Espace Moncor gegründet und geleitet. cs

Thierry Loup: «Die Leute fangen an, ihr Theater zu entdecken.»Bild zvg

Mehr zum Thema