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«Dieser Tanz soll Angst machen»

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«So gruselig wie möglich!», lautete die Devise. 

Der Garten hinter der Kirche St. Michael in Freiburg scheint ein verwunschener Ort zu sein. Schattig, grün und romantisch, umgeben von den hoch aufragenden Mauern alter Gebäude, wirkt der Park wie aus einer anderen Welt. Eine, in die Tupoutama Paki mit seiner schwarzen Kleidung und dem kurzen, federbesetzten Umhang bestens hineinpasst. Der bullige, dunkelhaarige Mann steht barfuss vor den versammelten Zuschauern und strahlt übers ganze Gesicht. Er werde ihnen heute einen traditionellen neuseeländischen Kriegstanz, einen Haka, beibringen, sagt Tupoutama Paki am Mittwochabend bei einem Sonderprogramm des Internationalen Folkloretreffens Freiburg. Der Haka, den das berühmte Rugbyteam All Blacks vor jedem Spiel tanzt, sagt er, und das Publikum ist sichtlich erfreut.

Nicht nur für den Krieg

Haka war ursprünglich ein Kriegstanz: «Es wird aber nicht nur von Leuten getanzt, die Köpfe abhacken und Blut trinken», sagt Paki grinsend, das tue in Neuseeland heute niemand mehr. Hakas tanzen würden die Neuseeländer aber noch, und zwar zu den unterschiedlichsten Festanlässen. Jeder Haka hat eine unterschiedliche Geschichte und Bedeutung. So auch der Tanz, den die All Blacks benutzen, um das Gegnerteam einzuschüchtern: Er erzählt die Geschichte eines jungen Diebs, der vor seinen Feinden auf eine Insel flüchtet und die Liebe seines Lebens findet, die ihm das Leben rettet. «Es ist eine Erzählung von Überleben und Entschlossenheit», sagt Paki. Die All Blacks hätten diesen Tanz nicht willkürlich, sondern wohlweislich wegen seiner Bedeutung ausgewählt.

Grimassen und Schreie

Unter lautem Lachen bringt Tupoutama Paki dem motivierten Publikum die Bewegungen und Worte des All-Black-Hakas bei. Erstaunlich ungehemmt vollführen Männer wie Frauen den kraftvollen urtümlichen Volkstanz. Kräftiges Stampfen und Klatschen, gutturales Schreien: Haka ist ein massiver Tanz, der nichts Graziöses an sich hat. Das letzte Detail, das Paki den Teilnehmenden beibringt, ist der richtige Gesichtsausdruck. «Haka soll gruselig sein, es soll Angst machen», sagt der neuseeländische Tänzer. Die Augen weit aufgerissen, das Gesicht angespannt. Die Männer dürfen sogar die Zunge herausstrecken und scheinen das zu geniessen. Den Frauen bleibt der Zungeneinsatz verwehrt. Trotzdem tue das laut Paki ihrer eindrucksvollen Erscheinung keinen Abbruch: «Frauen bei Haka sind gruseliger als Männer. Sie können einem richtig Angst machen», bekräftigt er seine weiblichen Schülerinnen.

Ab auf die Bühne

Nach dem Haka-Crashkurs am Mittwochabend hat die neuseeländische Gruppe Te Whanganui im Dorf der Nationen getanzt. Seine «Schüler» lud Tupoutama Paki ein, das eben Gelernte, auf der Bühne mitzutanzen. Tatsächlich waren einige dazu bereit sich zu den Neuseeländern zu gesellen–ein schöner Abschluss für den kleinen Haka-Kurs.

 

Programm

Heute am Folkloretreffen

18 Uhr: Kulturcrash–im Dorf der Nationen treffen Gabun, Nordossetien und die Obwaldner Trachtengruppe Sachseln aufeinander. 20 Uhr: Gala-Spektakel mit Montenegro, Singapur, Gabun, Uruguay und Nordossetien. 22 Uhr: «Un autre regard», Nachthimmel-Ritual und Anden-Karneval im Bollwerk.kf

Folkloretreffen: Ein «anderer Blick» auf fremde Kulturen

I m Rahmen der «autre regard»-Anlässe soll den Besuchern des Folkloretreffens abseits der Bühne, ein Einblick in die Kultur der Gastländer gegeben werden. Im intimen Rahmen kommen die Zuschauer den Traditionen des Gastlandes näher. Das Programm gibt es seit fünf Jahren. «Dieser Tanzkurs ist neu im Programm», so Organisatorin Florence Ducrocq, «ich habe nicht erwartet, dass die Leute so zahlreich erscheinen, das freut mich wirklich. Ich hatte schon die Befürchtung, dass nur wenige kommen würden.» Auch von den Besuchern gab es viele lobende Stimmen. «Wie der Tänzer uns die Geschichte und Worte des Haka erklärte, fand ich äusserst spannend», sagte ein Besucher, «auch wenn ich etwas Mühe hatte, mir den Maori-Text zu merken.» tap

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