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«Dieser Wahnsinn, der nirgendwohin führt»

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«Dieser Wahnsinn, der nirgendwohin führt»

Der Espace Jean Tinguely dokumentiert die Freundschaft zwischen Tinguely und Jo Siffert

Vor 20 Jahren wurde in Freiburg Jean Tinguelys Jo-Siffert-Brunnen eingeweiht. Der Espace Jean Tinguely nimmt das Jubiläum zum Anlass, um in seiner Sommerausstellung an die einzigartige Freundschaft zwischen den beiden Freiburgern zu erinnern.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Am 24. Oktober 1971 ist der Formel-1-Fahrer Jo Siffert beim Rennen von Brands Hatch (England) im Alter von 35 Jahren tödlich verunglückt. Fast genau 20 Jahre später, am 30. August 1991, verstarb im Inselspital Bern der Künstler Jean Tinguely mit 66 Jahren. Bis heute sind die beiden Persönlichkeiten in ihrer freiburgischen Heimat unvergessen. Der Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle eröffnet heute Mittwoch eine Wechselausstellung, die anhand von Fotografien, Briefen, Zeichnungen und anderen Zeugnissen die tiefe Freundschaft dokumentiert, die Siffert und Tinguely verband.

Kennen gelernt haben sich der Rennfahrer und der Künstler durch den Autorennfahrer Joachim Bonnier. Als Tinguely 1968 nach längeren Aufenthalten in Basel und Paris in seinen Heimatkanton zurückkehrte, wurde der Kontakt intensiver. Seinen Wohnsitz in der ehemaligen Auberge de l’Aigle Noir in Neyruz verdankte Tinguely der Vermittlung durch Siffert. Und der Künstler wurde zum begeisterten Formel-1-Zuschauer. Seine Faszination für Maschinen fand im Automobilsport neue Nahrung: «Ich liebe die Formel 1», so Tinguely, «weil sie die tiefstmögliche Begegnung zwischen Mensch und Maschine ist, zwischen dem Menschen und jenem Wahnsinn, der nirgendwohin führt.»

Von den Behörden lange verschmäht

Schon ein Jahr nach Sifferts Tod beschloss Tinguely, in Freiburg ein Monument zu Ehren seines Freundes zu schaffen. Die geplante Skulptur sollte den Titel «Vitesse» tragen und an einem zentralen Platz der Stadt stehen. Zu einer Zeit, als sich Tinguely mit der Gross-Skulptur «Heureka» für die Expo 64 in Lausanne bereits einen Namen geschaffen, aber noch nicht seine spätere Berühmtheit erlangt hatte, stiess er bei den Behörden mit seinem Projekt zunächst auf Widerstand. Vorschläge für einen Standort am Stadtrand lehnte er kategorisch ab, und das Projekt geriet für Jahre in Vergessenheit.

Erst 1982 erteilte der Freiburger Gemeinderat grünes Licht für den Bau des Jo-Siffert-Brunnens auf der Schützenmatte – an genau jenem Ort, den Tinguely selbst mit grösster Sorgfalt für sein Werk ausgesucht hatte. Am 30. Juni 1984 wurde der Brunnen schliesslich eingeweiht. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde er zu jenem Begegnungspunkt, den der Künstler sich gewünscht hatte.

Zeitdokumente aller Art

Die Ausstellung im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle zeigt im Erdgeschoss anhand von verschiedenen Dokumenten die Entstehungsgeschichte des Jo-Siffert-Brunnens. Fotografien zeigen Tinguely bei der Arbeit in seinem Atelier, die Installierung des Brunnens auf der Schützen-
matte oder die offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten. Parallel dazu ist eine Reihe von Zeichnungen zu sehen, die Tinguely über die Jahre hinweg von dem Brunnen angefertigt hat.

Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich im ersten Stock und ist der Sportlerkarriere von Jo Siffert gewidmet. Hier sind etwa sein Rennanzug und sein Helm ausgestellt, Pokale, die er gewonnen hat, oder Zeitungsbeiträge, die seine Erfolge dokumentieren. Im Mittelpunkt steht eine Serie von Bildern des Freiburger Fotografen und Siffert-Freundes Jean-Claude Fontana, welche die wichtigsten Stationen aus Sifferts Karriere dokumentiert. Ergänzt wird dieser Teil durch Briefe und Zeichnungen von Tinguely für Siffert. Ein interessantes Zeitdokument ist schliesslich ein Kurzfilm von Hugo Corpataux über Jo Siffert, der noch diesen Sommer als DVD neu aufgelegt werden soll. Im Espace Jean Tinguely ist der Film während der ganzen Ausstellung zu sehen.

«Jean Tinguely & Jo Siffert – Zeugnisse einer Freundschaft»: Bis zum 10. Oktober im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle, Murtengasse 2, Freiburg. Vernissage heute Mi., den 19. Mai, um 18.30 Uhr. Öffnungszeiten: Mi. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr. Öffentliche Führungen am Do., dem 3. Juni, und am Do., dem 24. Juni, um 18.15 Uhr.

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