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Dieses Gottéron hat Charakter

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Mit diesem Gottéron ist nach 21 Spielen hinsichtlich einer Qualifikation für die Playoffs definitiv wieder zu rechnen. Nach dem 2:1-Heimsieg gegen Lausanne am Freitagabend im St. Leonhard schlug die Mannschaft von Gerd Zenhäusern am Samstag mit dem wenig konstanten Kloten einen weiteren direkten Gegner im Strichkampf. Betrug der Rückstand der Freiburger auf einen Playoff-Platz Ende Oktober noch satte zwölf Punkte, hat das auf Rang acht liegende Biel – mit einem Spiel mehr – heute nur noch drei Zähler Vorsprung auf Gottéron. «Wir dürfen jetzt aber nicht auf die Tabelle blicken, sondern müssen uns weiter von Spiel zu Spiel verbessern», benennt Gottérons Trainer, unter dessen Führung das Team schon jetzt bemerkenswerte Fortschritte erzielt hat, seine Priorität. Gingen die ersten beiden Partien mit Zenhäusern an der Bande noch verloren, so holten die Freiburger in den nachfolgenden sechs Spielen immer mindestens einen Zähler, wobei einzig der Auswärtsmatch in Ambri im Penaltyschiessen verloren ging. Zuletzt gelang Gottéron mit den Siegen gegen Lausanne und Kloten gar das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison. Dieser Teilerfolg kommt nicht von ungefähr. Fast in allen spielentscheidenden Domänen gelang den Freiburgern eine merkliche Steigerung. Drei Faktoren stechen dabei heraus.

 

Wiedererstarkter Conz 

 Kaum mehr wiederzuerkennen ist Benjamin Conz. Völlig verunsichert und mit einer ungenügenden Fangquote von weit unter 90 Prozent musste der Jurassier vor der Nationalmannschaftspause – auch aufgrund einer Grippe–seinen Platz im Kasten vorübergehend an Melvin Nyffeler abtreten. In den beiden Achtelfinal-Partien der Champions Hockey League gegen IFK Helsinki zeigte der Keeper dann bereits eine aufsteigende Tendenz. Gegen Lausanne und Kloten zahlte der 23-Jährige das Vertrauen seines Trainers schliesslich mit Top-Leistungen und starken Abwehrquoten von 98 respektive 95 Prozent zurück und gehörte beide Male zu den Matchwinnern. Sowohl gegen die Waadtländer (nach einem Flop seinerseits) als auch in Kloten, wo er bei den beiden Gegentreffern machtlos gewesen war, machte Conz den Laden nach dem Startdrittel dicht. «Für mich war Conz gegen Kloten Mann des Spiels», lobt Zenhäusern. Conz, der in Kloten kaum einen Abpraller zuliess, ist mit seinen jüngsten Vorstellungen grundsätzlich zufrieden, «auch wenn ich noch Details verbessern kann».

  Stabilere Verteidigung

  

Eine veritable Metamorphose hat die oft gescholtene Defensive der Freiburger hinter sich. Lag der Gegentorschnitt nach den ersten 15 Partien bei inakzeptablen 4,6 Treffern, kassierte Gottéron in den letzten sechs Spielen durchschnittlich nur noch 2,16 Tore. Die Rückkehr von der Zonen- zur Mann-Deckung zahlt sich aus. Darüber hinaus hat es Zenhäusern geschafft, der Defensive Struktur zu verleihen. Im Abwehrverhalten agiert Gottéron nun viel besonnener und steht deutlich kompakter. So konnten Überzahlsituationen der Gegner signifikant reduziert werden. «Wir kommunizieren mehr, wenn wir verteidigen», nennt Greg Mauldin, der damit explizit auch die Angreifer einschloss, einen Grund für den Aufschwung. Dass mit Timo Helbling der konstanteste Verteidiger nach der Nati-Pause von einer Verletzung zurückkehrte, stabilisierte die Defensive zusätzlich. Ein weiteres Plus: Gottéron hat das statistisch beste Boxplay der Liga.

 

Beharrlichkeit 

 Die 3:5-Niederlage vom 10. Oktober in Lausanne hatte Hans Kossmann den Kopf gekostet. Damals, auf dem absoluten Tiefpunkt, präsentierte sich Gottéron als blutleere, emotionslose Truppe. Mit dieser hat das Gottéron vom Wochenende nichts mehr zu tun. Nachdem bereits in Ambri dreimal ein Rückstand hatte wettgemacht werden können und dieser Effort immerhin mit einem Punkt belohnt worden war, gelang es den charakterfesten Freiburgern, gegen Lausanne und Kloten das Spiel gar noch zu wenden. Am Samstag führten die Zürcher nach zwei Toren aus ebenso vielen Schüssen aus heiterem Himmel. Zenhäusern sah sich früh gezwungen, sein Timeout einzuziehen. «Ich musste eingreifen, weil wir den Matchplan nicht befolgt hatten. Wir waren etwas zu euphorisch und mussten uns neu ordnen.» Mit Erfolg. In der Folge spielte praktisch nur noch das dezidierte Gottéron, das Geduld bewies und zum 2:2 ausgleichen konnte, ehe Tristan Vauclair im Schlussabschnitt das verdiente Game-Winning-Goal erzielte. Zenhäusern: «Dieses Team hat Charakter und weiss, wie man Siege einfährt. Die Spieler sind Gewinner. Und mit dem Erfolg kommt auch das Selbstvertrauen wieder.»

Plüss sechs Wochen out 

Diese Charakterstärke lässt die Freiburger auch Nackenschläge wie die Verletzung von Benjamin Plüss verkraften. Der Routinier zog sich am Freitag beim Kniestich von Lausannes Ossi Louhivaara einen Innenbandriss zu und fällt für mindestens sechs Wochen aus. «Plüss ist ein essenzieller Spieler und unser Captain», sagt Zenhäusern. Hadern und dadurch unnötig Energie verschwenden will er aber nicht. Vielmehr hebt der Walliser die respektable Leistung des erst 17-jährigen Nathan Marchon hervor, der in Kloten für Plüss ins Aufgebot rutschte und sein NLA-Debüt gab. «Marchon hat eine reife Vorstellung gezeigt. Ich wusste, was er kann, weil ich ihn bereits als Coach der Schweizer U15-Auswahl betreut hatte. Er hat sich diese Chance verdient.»

Diese Woche stehen mit Rapperswil (h), Lausanne (h) und Biel (a) drei weitere richtungsweisende Spiele für Gottéron an. So überzeugend die Freiburger jüngst als Kollektiv auftraten, individuell verfügen viele Spieler noch über Steigerungspotenzial. Können zudem die Chancenauswertung optimiert und die Strafen reduziert werden, ist der Sprung über den Strich wohl nur noch eine Frage der Zeit.

 

Greg Mauldin. Bild Charles Ellena/a

Telegramm

Kloten – Gottéron 2:4 (2:0, 0:2, 0:2)

4925 Zuschauer. – SR Massy/Piechaczek (Sz/De), Kaderli/Kohler.Tore:8. Praplan (Liniger) 1:0. 10. DuPont (Kellenberger, Randegger) 2:0. 24. Kwiatkowski (Mauldin) 2:1 (Eigentor Gerber). 28. Dubé (Sprunger, Huguenin) 2:2. 54. Vauclair (Schilt, Ness) 2:3. 59. Mauldin (Conz) 2:4 (ins leere Tor).Strafen:5-mal 2 Minuten gegen Kloten, 9-mal 2 plus 10 Minuten (Helbling) gegen Gottéron.

Kloten:Gerber; von Gunten, Back; DuPont, Harlacher; Frick, Vandermeer; Randegger, Schelling; Bieber, Santala, Mueller; Guggisberg, Kellenberger, Casutt; Hollenstein, Lemm, Bodenmann; Praplan, Liniger, Stancescu.

Gottéron:Conz; Ngoy, Kwiatkowski; Helbling, Huguenin; Sutter, Montandon; Kamerzin, Schilt; Sprunger, Dubé, Mottet; Mauldin, Pouliot, Tambellini; Hasani, Marchon, Brügger; Fritsche, Ness, Vauclair.

Bemerkungen:Kloten ohne Jenni, Stoop und Bühler, Gottéron ohne Abplanalp, Monnet, Plüss und Bykow (alle verletzt). – Timeouts: Kloten (58:27); Gottéron (10.).

Die FN-Besten:Praplan, Conz.

Mauldin: «Habe mit anderen NLA-Teams gesprochen»

G egen Lausanne erzielte er beide Tore, in Kloten traf er ins leere Netz zum 4:2: Greg Mauldin war neben Benjamin Conz einer der entscheidenden Spieler bei Gottérons Doppelerfolg. In elf Spielen erzielte der Amerikaner bereits zehn Tore. Ende Saison läuft der Kontrakt des unermüdlichen Antreibers aus. Weil noch immer ein Sportchef fehlt, beschäftigt sich Gerd Zenhäusern mit dem Dossier Vertragsverlängerung. «Das ist eine der vielen Baustellen», bestätigt der Trainer, der Mauldin nur zu gerne halten würde. Doch der Stürmer hat Begehrlichkeiten geweckt.

Greg Mauldin, wo spielen Sie nächste Saison?

Es ist noch zu früh, das zu sagen. Ich mag es, für Gottéron zu spielen, und es fanden auch schon Diskussionen statt. Ich habe aber auch mit anderen NLA-Teams gesprochen.

Mit drei Toren haben Sie am Wochenende weitere Argumente für Interessenten geliefert.

Ich habe Vertrauen in meine Fähigkeiten und treffe deshalb. Letzte Saison blieb ich fast zwei Monate ohne Torerfolg. Jetzt läuft es. Man weiss nie, was die Hockeygötter mit einem vorhaben.

Was sind die Gründe für das erste Sechs-Punkte-Wochenende von Gottéron?

Es waren zwei Charaktersiege. Wir fühlen uns alle gut und haben wieder Spass auf dem Eis. Uns gelingt es nun, Wege und Mittel zu finden, um die Spiele für uns zu entscheiden. Dazu hat Benjamin Conz stark gespielt. Vieles hat auch mit dem Selbstvertrauen zu tun, das zurück ist. So sind auch Siege gegen defensiv starke Teams wie Lausanne möglich.

Die Playoffs sind wieder in Reichweite.

Ja, es sieht wieder besser aus. Deshalb war der Sieg im Sechs-Punkte-Spiel gegen Kloten auch so wichtig. Die nächsten Partien gegen direkte Gegner sind richtungsweisend.

Wie sehr schmerzt der Ausfall von Captain Benjamin Plüss?

Das ist natürlich ein Verlust. Aber bald kommt Thibaut Monnet zurück, und es werden andere da sein, die den Platz von Plüss einnehmen werden. Sehen Sie sich Nathan Marchon an. Er ist erst 17 Jahre alt und hat sich in seinem ersten NLA-Spiel nahtlos eingefügt. fs

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