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«Dieses Publikum ist gefährlich gut»

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Schon von weit her hört der Besucher die unverwechselbaren Schlagerklänge, und spätestens am Eingang, wenn von der Bühne her Ben Bergs Version von «O läck du mir am Tschöpli» über den Platz hallt, wird auch jeder Schlagermuffel von diesem rhythmischen Fieber gepackt. So scheint es nicht verwunderlich, dass sich am Samstag bereits am späten Nachmittag etliche Schlagerbegeisterte aus der Region an einem etwas abgelegenen, heimeligen Plätzchen an den Ufern der Ärgera einfinden: Es ist Schlagerzeit im Sense-Oberland–veranstaltet vom Organisationskomitee rund um Trudi Lauper.

Vielfältiges Publikum

Und diese Trudi Lauper heizt dem Publikum bereits am helllichten Tag gehörig ein: «Wo sind die Zürcher und Aargauer?» fragt sie in die Menge–und siehe da, eine beachtliche Anzahl Hände schiesst von Lärm begleitet empor. Als es dann heisst. «Wo sind denn die Sensler?», hallt der Präsidentin des OKs tosender Beifall entgegen. Einer dieser Openair-Besucher aus der Gegend ist Bruno Gross aus St. Silvester: «Ich bin schon ein Schlagerfan», gibt der 56-Jährige zu und lobt gleichzeitig die gelungene Organisation.

Frauenklub mit Männern

Nur einige Meter weiter finden sich auch Leute in der Menge, die zu Hause nicht unbedingt Schlager auflegen. «Mein Gebiet ist eher die Rockmusik», verrät Wolfgang Schmutz aus Überstorf. Er gibt jedoch zu: «Auch Schlager macht Stimmung, wie man sieht.» Der 48-Jährige ist aber nicht auf eigene Faust nach Plasselb gekommen, wie er gegenüber den FN sagt: «Das war eine Idee des Frauenklubs–und ausnahmsweise durften wir Männer mal mit», erzählt Wolfgang Schmutz lachend.

Während derweil die junge Bernerin Nadine auf der Bühne ihre Darbietungen zum Besten gibt, taucht in der Menge ebenfalls Berner Publikum auf: Walter und Vreni Kästli, die von Schüpfen nach Plasselb gereist sind, fühlen sich sichtlich wohl vor der Openair-Bühne: «Man hat Platz, und die Stimmung passt», sagt das Ehepaar. Sie sind, wie Markus und Käthi Leibundgut, nicht zum ersten Mal an einem Openair: «Wir machen so etwas zwei bis drei Mal im Jahr und gehen auch ins Ausland», sagen die Ostermundiger.

Nachwuchs auf der Bühne

Neben den geübten Openair-Gängern lässt sich auch die Jugend vom Schlagerfieber packen: «Solche Musik sorgt für gute Stimmung, da kann man richtig mitsingen», meint der 20-jährige Yannik Stritt aus St. Ursen. Der Jugend wird auch auf der Bühne Platz eingeräumt: «Wir fördern und fordern Jugendliche», verkündet Trudi Lauper. Dass sie dies ernst meint, zeigt sich an den beiden Auftritten der Gewinnerduos des Singwettbewerbs vom vergangenen Mai in Düdingen. «Wir brauchen die Jugend–sonst gibt es vielleicht bald keine Schlagermusik mehr», so Trudi Lauper.

Unter den Besuchern versammeln sich an den Tischen auch 70 Personen der Sensler Stiftung für Behinderte. «Es war Trudis Idee», sagt Direktor Markus Stöckli und ist sichtlich froh darüber, dass die Bewohner zusammen mit 26 Betreuungspersonen einen solchen Anlass miterleben dürfen. «Das Zusammensein von Menschen mit und ohne Behinderung klappt hier wunderbar», so Stöckli.

Platz für den Entertainer

Mittlerweile hat es längst eingedunkelt, und der Platz vor der Bühne ist enger geworden. Alle warten sie auf den Hauptact: Schlagerliebling Andy Borg. Und sofort wird einem klar, weshalb der Wiener eine solche Berühmtheit ist: Mit einer Mischung aus peppigem Gesang und kecken Sprüchen vermag er die Massen mitzureissen. «Man nennt mich auch die ‹Singende Sachertorte›», sagt der Österreicher etwa zu Beginn dem Publikum. Dieses ist hell begeistert und macht bei jedem Singspiel des Wieners gekonnt mit. Nicht verwunderlich, lobt Andy Borg die Anwesenden und ruft ihnen entgegen: «Dieses Publikum ist gefährlich gut, da müssen wir aufpassen, dass wir nicht noch unsere eigene Konkurrenz züchten.»

Der Leadsänger der «Calimeros», Roland Eberhart. «Mister Musikantenstadl» aus Wien: Andy Borg Heitere Stimmung, die zum Mitmachen anregte. Begeisterung auch bei den jüngeren Besuchern. 

Bilanz: «Einen solchen Ansturm hätten wir niemals erwartet»

S ie ist sozusagen die Mutter des diesjährigen Schlager-Openairs in Plasselb: Trudi Lauper, Präsidentin des Organisationskomitees, kam an diesem Wochenende nicht zur Ruhe. Doch der Aufwand mit einer zweijährigen Vorbereitungszeit hat sich scheinbar gelohnt: «Das ganze OK – ich inklusive – ist einfach überwältigt», sagt sie gegenüber den FN. «Einen solchen Ansturm hätten wir niemals erwartet.» So seien am Samstag nach ihrer Schätzung circa 3000 Personen nach Plasselb gekommen. Und auch am Freitag sei die Rechnung aufgegangen: «Trotz Kälte und Regen haben auch an unserem Folkloreabend 700 Leute den Weg zu uns gefunden.» So habe sich das Openair «vom Bauchgefühl her» auch finanziell gelohnt, sagt sie, obwohl sie noch keine definitiven Zahlen präsentieren kann.

Auf die obligate Frage, ob und wann das nächste Schlager-Openair stattfindet, zögert Trudi Lauper zuerst und meint dann: «Die Entscheidung folgt, nachdem wir die Bilanz gemacht haben.» ma

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