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Direktorin mit Flair für Vielfalt

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Christiane King-Perroulaz sitzt an einem Holztisch in ihrem Büro mit Aussicht auf die Romontgasse und blättert im Frühlingsprogramm der Volkshochschule Freiburg. Japanisch lernen, ­afghanisch kochen, sich mit Aqua-Fit fit halten, seine Autobiografie schreiben oder Tipps für die Wohnungseinrichtung erhalten – das sind nur einige von den rund 600 Kursen, welche die Volkshochschule jedes Semester im ganzen Kanton anbietet (siehe Kasten). Christiane King-Perroulaz war in den letzten 17 Jahren als Direktorin verantwortlich für die Kurszusammenstellung. Doch nun hält sie das letzte von ihr gestaltete Kursprogramm in den Händen. Auf Ende Jahr lässt sie sich frühpensionieren.

Die Deutschfreiburgerin ist dabei, das Büro aufzuräumen und ihre Nachfolgerin Noémie Maibach auf das Amt vorzubereiten. «Ich möchte gehen, solange ich noch Freude an der Arbeit habe und noch fit bin», erklärt die bald 59-Jährige. «Jetzt ist darum für mich ein guter Zeitpunkt.»

Christiane King-Perroulaz ist diplomierte Erwachsenenbildnerin und war zunächst beim Weiterbildungszentrum tätig, bevor sie vor rund 18 Jahren zur Volkshochschule stiess. «Ich habe dem damaligen Direktor Guy Magnin Vorschläge für Kurse gemacht.» Kurz darauf fragte Magnin sie, ob sie mit einem 20-Prozent-Pensum Kursverantwortliche werden wolle. Sie sagte zu – und als Magnin eineinhalb Jahre später ging, hat sie sich beworben.

Seither hat sich einiges verändert. Die Direktorin hat sich 2005, bereits wenige Jahre nach ihrem Amtsantritt, um eine Eduqua-Zertifizierung bemüht – das Logo prangt auch auf dem grünen Programm-Büchlein. Mit dem Label werden Weiterbildungsinstitutionen ausgezeichnet, die bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Die Schwimmkurse sind seit 2011 mit dem Qualicert-Label zertifiziert. Um die Labels zu erhalten, müssen die Lehrerinnen und Lehrer der Volkshochschule regelmässig Weiterbildungen besuchen, die Kurspläne werden geprüft, und es gibt Kontrollen. Das garantiert die Qualität der Kurse, führt aber auch zu mehr Aufwand für das Administrationsteam, zu dem neben der Direktorin drei weitere Angestellte gehören.

Verschiedene Trends

In den vergangenen 17 Jahren hat die nun abtretende Direktorin allerhand Trends miterlebt. Momentan seien Yoga und Kurse im Gesundheitsbereich, zum Beispiel zu alternativen Heilmethoden gefragt, sagt sie. «Bei den Sprachkursen war Spanisch sehr lange sehr beliebt.» Nun erlebe Italienisch einen Boom. Eine konstant hohe Nachfrage gibt es bei den Schwimm- und Aqua-Gym-Kursen, sowohl in Freiburg als auch in Düdingen.

Was war der seltsamste Kurs, den sie je im Programm hatte? Christiane King-Perroulaz überlegt eine Weile. «Das ist schwierig, ich habe so viele Kurse gesehen.» Nach einer Weile sagt sie dann doch: «Einmal haben wir ‹Solarkochen im Freien› angeboten, das war schon speziell.»

Besonders die Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern und dem kleinen Administrationsteam werde ihr fehlen, sagt Christiane King-Perroulaz. «Wir haben es sehr gut zusammen, viele sind seit Jahren dabei.» Auch die Zusammenstellung der Kurse habe ihr jeweils viel Spass gemacht. Aber es gab auch unerfreuliche Seiten am Job. «Wenn es Reklamationen gab, musste ich dem nachgehen und teils unangenehme Gespräche mit Lehrerinnen oder Lehrern führen. Das gehört eben auch dazu.» Auch habe sie ihr Amt als Direktorin nie ganz im Büro lassen können, auch wenn sie keine Vollzeitstelle innehatte. «Wenns brannte, kam ein Telefon nach Hause, und ich musste mich darum kümmern, egal, ob ich eigentlich frei hatte oder nicht.»

Sie freue sich, diese Verantwortung abgeben zu können und mehr Zeit für sich und ihren Ehemann, ihre Freunde und Hobbys zu haben. Seit einigen Jahren spielt sie Klavier; das möchte sie nun noch häufiger tun. Und mit der Volkshochschule wird sie auch verbunden bleiben: Sie besucht nämlich seit dem Frühling einen Italienisch-Sprachkurs. «Ich habe gemerkt, dass das ein richtig guter Kurs ist, er macht mir grossen Spass», sagt sie und lacht. Kriegt sie eine Sonderbehandlung, als Direktorin? «Nein, überhaupt nicht. Ich bin einfach die Christiane.»

Zahlen und Fakten

Eine Weiterbildung für alle ermöglichen

Die Volkshochschule Freiburg wurde 1970 als gemeinnütziger Verein gegründet. Sie hat eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton, die vorgibt, dass die Volkshochschule im gesamten Kanton Erwachsenenbildung sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch ermöglicht. Aktuell bietet der Verein rund 600 Kurse an, die von rund 110 Lehrerinnen und Lehrern erteilt werden. Die Haupt-Kursorte sind die Stadt Freiburg, Düdingen, Schmitten, Murten, Bulle, Châtel-St-Denis, Estavayer-le-Lac und Romont. Die Kursdauer variiert je nach Inhalt von einem Tag bis zu einem Jahr. Rund ein Drittel der Kurse sind auf Deutsch und zwei Drittel auf Französisch. In der Administration sind vier Leute in Teilzeit beschäftigt. Die Strukturen würden bewusst schlank gehalten, damit die Kosten für die Kurse nicht zu hoch seien, sagt die abtretende Direktorin Christiane King-Perroulaz gegenüber den «Freiburger Nachrichten». Nicht nur Leute mit einem grossen Portemonnaie sollten die Möglichkeit zur Weiterbildung erhalten, sondern alle Interessierten. Die Kurskosten variieren von 40 bis zu 500 Franken, je nach Länge und Intensität. Die meisten der jährlich insgesamt mehr als 3300 Kursbesucherinnen und Kursbesucher sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. Rund 40 Prozent davon sind deutschsprachig.

nas

Mehr Informationen: www.unipopfr.ch

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