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Doktorwäldli soll weiterhin als Wald gelten

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 Die Revision der Ortsplanung von Kerzers erhitzte während mehrerer Jahre die Gemüter in der Gemeinde. Jetzt hat ein bisher wenig beachtetes Element der Revision einen Entscheid des Kantonsgerichtes provoziert. Die Gemeinde Kerzers darf das sogenannte Doktorwäldli nicht einer Freihaltezone zuteilen (siehe Kasten). Dies geht aus dem kürzlich publizierten Urteil hervor.

Unzulässige Vergrösserung

Die kantonale Raumplanungsdirektion hatte die Einzonung zuerst verweigert, gab aber später grünes Licht. Dies, nachdem die Forstwirtschaftsdirektion zugestimmt hatte, die rund 1730 Quadratmeter Waldfläche aus dem Schutz für Waldgebiete zu entlassen, womit auch eine Rodung möglich geworden wäre. Gegen diese Entscheide hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) erfolgreich beim Freiburger Kantonsgericht opponiert.

Die Richter stellen fest, dass Freihaltezonen laut der aktuellen Rechtslage als Teil von Bauzonen gelten. Deshalb würde die Einzonung laut Gericht das Moratorium für neue Bauzonen verletzen, welche der Kanton Freiburg aufgrund des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes einhalten muss.

Zudem dürfe Waldfläche nur dann gerodet werden, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliege, so etwa, wenn ein bestimmtes Bauwerk auf den Standort angewiesen sei. Die Gemeinde mache aber keine entsprechenden Gründe geltend.

Angst vor Präjudiz

«Wir sind zufrieden», sagt Salome Sidler vom Bundesamt für Umwelt. «Wir haben ein grosses Interesse daran, dass der Wald im Schweizer Mittelland erhalten bleibt.» Dass das Doktorwäldli mit der Zuteilung zur Freihaltezone weiterhin als Grünzone hätte dienen sollen, lässt Sidler nicht gelten. «Sobald das Areal rechtlich nicht mehr als Wald gilt, verliert es seinen besonderen Schutz und kann trotz Freihaltezone viel einfacher überbaut werden.»

Laut Sidler zieht das Bafu selten vor Gericht. «Wir haben rund ein bis zwei Fälle pro Jahr.» Das Bundesamt interveniere nur, wenn Gesetze grob missachtet würden oder der Fall ein Präjudiz schaffen könnte. Im Falle von Kerzers sei gerade die Befürchtung vor ähnlichen Fällen ein wichtiges Argument für die Beschwerde gewesen.

Wohl kein Weiterzug

Die kantonalen Ämter, welche die angefochtenen Entscheide gefällt haben, reagieren zurückhaltend auf das Urteil. «Wir können die Interpretation des Gerichtes nachvollziehen», schreibt Mediensprecherin Corinne Rebetez. «Wir werden künftig bei ähnlichen Fällen dieses Urteil beachten.» Dementsprechend werde der Kanton das Urteil nicht ans Bundesgericht weiterziehen.

«Für uns ist der Entscheid nicht gravierend», sagt Nicole Schwab, Gemeindepräsidentin von Kerzers. Die Gemeinde habe das Wäldchen ohnehin nie roden wollen. «Wir wollten den Anwohnern entgegenkommen.» Diese könnten näher an eine Freihaltezone bauen, als dies mit einer Waldzone erlaubt wäre. «Nun ist das halt nicht möglich.» Ein Weiterzug des Urteils ist für Schwab kein Thema. Die übrigen Elemente der revidierten Ortsplanung sind bereits in Kraft.

Zur Definition

Freihaltezonen sollen Grünflächen erhalten

Die Gemeinde Kerzers wollte das Doktorwäldli einer Freihaltezone zuteilen. Diese sollen gemäss dem kantonalen Raumplanungs- und Baugesetz den bebauten Raum gliedern, die bewohnten Zonen von stark störenden oder gefährlichen Anlagen trennen, Grünflächen in den Ortschaften erhalten sowie Aussichtspunkte und Kulturgüter schützen. Diese Zonen gelten als Teil der Bauzonen. Weil der Kanton Freiburg aber aufgrund der Vorgaben des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes zu viel Bauland hat, muss er die Bauzonen verkleinern. Neue Freihaltezonen würden hingegen die Baulandreserven vergrössern.sos

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