Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Dorfladen kündigt die Schliessung an

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Wir bedauern sehr, diesen Schritt machen zu müssen, doch sehen wir leider in dieser Situation für unseren Dorfladen keine Zukunft mehr.» Ein Aushang an der Ladentür informiert die Bevölkerung von Rechthalten in diesen Tagen über die bevorstehende Schliessung der Bäckerei Julmy. Der Dorfladen von Sandra und Bruno Julmy, die das Geschäft in Rechthalten seit zwei Jahren führen, ist noch bis Ende Februar geöffnet. Danach bleiben die Türen der Bäckerei-Konditorei und des Lebensmittelgeschäfts aber geschlossen, wie Bruno Julmy den FN gestern auf Anfrage erklärt hat.

Der Umzug wäre zu teuer

Der Entschluss hierzu sei in den letzten Wochen gefallen, sagt Bruno Julmy. «Es gibt mehrere Gründe, die uns zu diesem schwierigen Schritt bewogen haben.» Zum einen sei der Wandel der Zeit auch an Rechthalten nicht spurlos vorbeigegangen: «Das Einkaufsverhalten verändert sich. Für kleine Dorfläden wird es immer schwieriger.» Seine Frau und er hätten das Geschäft 2015 zudem mit dem Ziel übernommen, den Dorfladen dereinst in den sich noch im Bau befindlichen Geschäftsräumen der neuen Überbauung Burg weiterzuentwickeln. «Da wir unseren Traum vom Umzug aber nicht verwirklichen können und am jetzigen Standort keine Perspektive sehen, mussten wir uns leider zur Geschäftsaufgabe entscheiden.»

Verunmöglicht worden sei der geplante Umzug durch die Höhe der Investitionen, die im neuen Geschäftslokal auf die Ladenbetreiber zugekommen wären. Die Grundmiete, welche die Genossenschaft Burg als Besitzerin der neuen Gewerbeflächen verlange, sei zwar völlig korrekt. Weil die Räumlichkeiten aber im Edelrohbau vermietet würden, seien die Investitionen, welche die Mieter für Böden, Licht- und Sanitärinstallationen sowie Ladeneinrichtungen zusätzlich tätigen müssten, beträchtlich. «Sie würden unser Budget sprengen», sagt Julmy. Konkrete Zahlen möchte er keine nennen.

Neue Lösung gesucht

An der Genossenschaft Burg beteiligt ist neben der Raiffeisenbank Sense-Oberland, die ebenfalls mit einer Filiale in die Überbauung einziehen wird, unter anderen die Gemeinde Rechthalten. An der Gemeindeversammlung vom März dieses Jahres hat die Bevölkerung beschlossen, sich mit 100 000 Franken an der Gründung einer Genossenschaft zu beteiligen. Dies mit der Absicht, bei der Überbauung Burg Gewerbeflächen im Erdgeschoss zu erwerben und diese dann preisgünstig an den Betreiber eines Lebensmittelgeschäfts weiterzuvermieten (die FN berichteten). «Mit diesem Schritt sollte garantiert werden, dass die Rechthaltnerinnen und Rechthaltner auch weiterhin die Möglichkeit haben, im Dorf einzukaufen», so Gemeindeammann und Genossenschaftspräsident Marcel Kolly gestern auf Anfrage. An diesem Ziel habe sich nichts geändert. Mitte 2017 sollten die Arbeiten an der Überbauung abgeschlossen sein. Es sei sein Wunsch, dass Rechthalten bis dann ein neues Lebensmittelgeschäft habe, erklärt Kolly. «Wir wollen diese Grundversorgung in unserer Gemeinde anbieten können.» Deshalb befinde sich die Genossenschaft, seit die Familie Julmy ihren Entschluss mitgeteilt habe, auch in Verhandlungen mit neuen Interessenten. «Wir tun alles, um möglichst rasch eine Lösung zu finden.» Dass es nun danach aussieht, als ob Recht­halten eine Zeit lang ohne Dorfladen auskommen müsse, bedauere er sehr, wie Marcel Kolly betont: «Es handelt sich um ein Grundbedürfnis der Bevölkerung, im eigenen Dorf einkaufen zu können.» Für den alten Standort eine Übergangslösung zu suchen, würde aber nicht viel Sinn machen: «Zumal dort kaum in die langfristige Entwicklung eines Geschäfts investiert werden könnte.»

Fünf Stellen betroffen

Neben seiner Frau seien vier Mitarbeitende in der Backstube und im Laden von der Schliessung des Geschäfts betroffen, sagt Bruno Julmy, der für die Administration der Bäckerei verantwortlich ist: «Das entspricht insgesamt 360 Stellenprozenten. Die Mitarbeitenden haben vor einigen Tagen von der Kündigung erfahren.»

Was mit dem Inventar des Dorfladens passiere, sei im Moment noch nicht definiert. Er habe aber bereits mit Personen gesprochen, die sich dafür interessieren würden, das Inventar zu übernehmen. Ob dieses in einer eventuellen Nachmiete im alten Lokal zum Einsatz kommen soll oder direkt für das neue Lokal gedacht sei, wisse er aber nicht.

Rückblick

Eine Bäckerei mit Tradition

Anfang 2015 haben Sandra und Bruno Julmy im Dorfladen in Rechthalten die Nachfolge von Johann und Ruth Bielmann angetreten. Das Ehepaar Bielmann betrieb die Bäckerei und den Dorfladen an der Hauptstrasse während 42 Jahren. Davor waren bereits die Eltern von Johann Bielmann im Laden tätig.

mz

Mehr zum Thema