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Dorfladen steht vor grossem Wandel

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Am Dreh- und Angelpunkt des Greyerzer Bergdorfs Jaun zeichnet sich eine markante Veränderung ab: Kathrin Mooser, die den Dorfladen an der Hauptstrasse seit über 50 Jahren führt und weitherum bekannt ist, denkt ans Aufhören. Nicht etwa, weil sie wolle, sondern weil sie müsse, erklärt die 70-Jährige auf Anfrage. «Ich muss mich altershalber wohl langsam um meine Nachfolge kümmern, damit diese auch gesichert ist», sagt Kathrin Mooser auf Anfrage der FN. Informationen der FN zeigen zudem, dass der Bäcker aus Charmey das Lebensmittelgeschäft Mooser in Jaun übernehmen soll. Dieser liefert bereits seit einigen Jahren das Brot in den Laden von Kathrin und Gilbert Mooser–dies seit Bäcker Gilbert Mooser kürzergetreten ist und die Backstube gleich gegenüber dem Laden schloss. «Unterschrieben ist noch gar nichts», antwortet Kathrin Mooser auf die Frage nach ihrem Nachfolger. Deshalb wolle sie auch nicht näher darauf eingehen. Sie erklärt jedoch, dass ihre langjährige Mitarbeiterin bleiben könnte, sollte es mit der Nachfolgeregelung klappen.

Unvorstellbar ohne

Kathrin Mooser betont, dass es in Jaun auch in Zukunft unbedingt ein Lebensmittelgeschäft brauche, die Bevölkerung schätze dieses Angebot. Aber auch für die vielen Lager und die Touristen sei der Laden unabdingbar. «Das Dorf Jaun ohne Laden, das könnte ich mir nicht vorstellen», sagt Kathrin Mooser, die von ihren Kundinnen und Kunden nur Käthi, Kätha oder Frau Voilà genannt wird. Dass sie selber vielleicht schon im Herbst 2016 nicht mehr täglich an der Ladentheke die Leute bedienen und den neusten Klatsch erfahren wird, kann sie sich noch nicht vorstellen.

Agentur statt Poststelle?

Recherchen der FN haben ergeben, dass in Jaun eine weitere Umstrukturierung ansteht: Die Poststelle soll geschlossen und als Agentur in den Dorfladen integriert werden. Die Schweizerische Post ist der Frage, ob sie dies bestätigen oder dementieren könne, ausgewichen. Stattdessen antwortete Maryam Ben Ahmed-Rappaz vom Kommunikationsdienst der Schweizerischen Post schriftlich, dass die Post seit Jahren mit der Gemeindebehörde von Jaun im Dialog über die Zukunft der lokalen Poststelle stehe. «Die Gründe liegen bei der sehr tiefen Nutzung und den seit mehreren Jahren rückläufigen Aufgabemengen. Deshalb werden alternative Lösungen geprüft. Sobald sich Änderungen gegenüber der aktuellen Situation ergeben, wird die Post die Bevölkerung von Jaun und die lokalen Medien informieren.»

Zur Frage, ob die Poststelle als Agentur in den Laden integriert werde, wollte Kathrin Mooser gestern keine Stellung nehmen. «Kein Kommentar», lautete ihre Antwort. Der Bäcker von Charmey war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

2009 erfolgreich verhindert

Der Jauner Ammann Jean-Claude Schuwey bestätigte auf Anfrage, dass der Gemeinderat schon seit Jahren mit der Schweizerischen Post in Kontakt stehe. «Im Jahr 2009 konnten wir die Schliessung der Poststelle verhindern», so Schuwey. Der Gemeinderat von Jaun hatte sich damals in Sorge um seine Poststelle mit einem Brief an die Post gewandt–mit Kopie an die 200 Nationalrätinnen und Nationalräte (die FN berichteten).

Zur aktuellen Situation der Poststelle in Jaun dürfe er nichts sagen, so der Syndic. Der Gemeinderat habe der Post schriftlich zusichern müssen, dass er sich nicht öffentlich dazu äussern werde. «Die Post wird die Bevölkerung informieren», sagt Jean-Claude Schuwey.

«Ich muss mich altershalber wohl langsam um meine Nachfolge kümmern, damit diese auch gesichert ist.»

Kathrin Mooser

Besitzerin Dorfladen Jaun

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