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Drei Männer und ein Kunstwerk

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Drei Männer und ein Kunstwerk

Nonstop-Theater im Espace Tinguely

Im Stück «Kunst» von Yasmina Reza wird um Freundschaft, Toleranz und die Notwendigkeit des Lachens gerungen. Zwölf Stunden Theatervorstellung am Stück bestreiten die Mitglieder des «Talman-Ensembles».

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

«Was, du hast für dieses Stück Scheisse 200 000 Franken bezahlt?», das ist der Ausgangspunkt zu einem eineinviertel Stunden kurzen und überaus unterhaltsamen Theaterstück. Die drei Freunde Serge, Yvan und Marc kommen sich im Verlaufe eines Abends, an dem sie vordergründig über den Bilderkauf von Serge sprechen, in Wirklichkeit aber die Tiefe ihrer Beziehung ausloten, gefährlich nahe. Ihre jahrelange Freundschaft steht auf dem Spiel. Zum Glück bleibt ihnen das Lachen, ihre Männerfreundschaft bleibt dadurch bestehen.

Die Nonstop-Theateraufführung des Talman-Ensembles im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle in Freiburg war ein Versuch, zwölf Stunden lang ohne Unterbruch auf der Bühne zu stehen.

Gewonnen haben alle: Die Schauspieler, die bis zum Schluss durchgehalten haben, die Zuschauer, die sich zum Teil mehr als eine Vorstellung hintereinander angesehen haben und das Espace Tinguely, das sich nicht nur als Museum und Konzertbühne, sondern auch als Theaterbühne bewährt hat. «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Theater-Marathon. Eigentlich sind wir im Laufe des Abends immer besser geworden», sagt Niklaus Talman zur Aufführung.

Theater bis zum Umfallen

Nach rund acht Stunden hätten sie Ermüdungserscheinungen gespürt, zwei Stunden vor Spielschluss sei dann ein eigentlicher Energieschub gekommen. «Es war eine verrückte Idee, zwölf Stunden nonstop Theater zu spielen, es war ein voller Erfolg», meint Talman. Ungewiss ist noch, ob daraus ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde resultiert.

Ein Stück über die Freundschaft

Der Dermatologe Serge, gespielt von Felix Bertschin, bringt mit dem Kauf eines weissen, 200 000 Franken teuren Bildes die Freundschaft zu Yvan (Luc Spori) und Marc (Niklaus Talman) durcheinander.

«Man muss seine Freunde ständig überwachen, sonst entgleiten sie einem», sagt der Flugzeugingenieur Marc zu Yvan, der ständig versucht, Verständnis für alle und alles aufzubringen. Serge ist weiss gekleidet, die Farbe der Unschuld? Marc schwarz, die Farbe der Tiefe? Yvan erscheint mit blütenweissen Turnschuhen und schwarz-weiss gestreifter Kleidung, stellvertretend für seine Ambivalenz der Gefühle?

Bisher war man stets mehr oder weniger tolerant zueinander. Die Tatsache, dass Serge so viel Geld für ein (nichtssagendes) Kunstwerk ausgibt, erzürnt Marc, der darob die ganze Männerfreundschaft in Frage stellt.

Wie in der Farbe Weiss lösen sich im Verlaufe des Theaters die festgefügten Wirklichkeiten auf. Masken fallen, vorgetäuschte Anteilnahme an den Frauen der Freunde fehlt: «Deine Paula ist jenseits von runzlig.» Üppig wird es, als Serge seinem Freund Marc rät: «Lies Seneca», der antwortet: «Ich könnte ausflippen!» Man wird tätlich, versöhnt sich aber schliesslich während eines Essens bei Emil.

«Kunst ist für mich ein Stück über die Freundschaft und die Notwendigkeit des Lachens», sagt Yasmina Reza zu ihrem Theaterstück.

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