Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Drei Szenarien für die Zukunft

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Bergbahnen in Charmey stehen weiter unter Druck. Am 18. Dezember entscheidet die Gemeinde­versammlung von Val-de-Charmey über eine weitere sechsstellige finanzielle Unterstützung für den Bergbahnbetrieb. Aus diesem Grund lud der Gemeinderat die Stimmberechtigten am Donnerstagabend zu einer Informationsveranstaltung ins Hotel Cailler. Der Syndic von Val-de-Charmey, Yves Page (FDP), sowie Etienne Genoud (CVP), Vize-Syndic und Verwaltungsratspräsident der Télécabine Charmey-Les Dents-Vertes en Gruyère AG, informierten dabei erstmals über die neue globale Tourismusstrategie des Gemeinderats sowie über die konkreten Zukunftspläne des Bergbahnbetriebs. Ausserdem standen sie den über 50 Anwesenden Red und Antwort.

Fünf Antworten

Die im Juli formulierte staatsrätliche Forderung nach einer globalen Tourismusstrategie beantwortet der Gemeinderat laut Page mit einem Fünf-Punkte-Programm. Dieses umfasst die Tourismus-Politik, das Überdenken der Strukturen, die Aufwertung des Dorfes, die Kulturpolitik und die Umweltpolitik.

«Wir müssen das Dorf, die Bergbahnen und die Alp Vounetz als Einheit betrachten», so der Syndic. Es gelte, Charmey mit Alleinstellungsmerkmalen in der touristischen Landschaft zu positionieren. Diese Merkmale seien seine «Authentizität und Tradition». Der Gemeinderat wolle auch einen Vier-Jahreszeiten-Tourismus etablieren – in einem Gebiet mit zehn grünen Monaten. Das Potenzial der Sta­tion Charmey sei im Grunde genommen hoch, so Page weiter. Bern und Lausanne lägen beide innerhalb eines Umkreises von 40 Kilometern. Dank dem Thermalbad könne man auch auf die Karte Wellness setzen, denn nur sieben Skistationen in der Schweiz würden offiziell als Wellnessdestinationen gelten. Aber auch das Dorf soll laut dem Gemeinderat ein Exkursionsziel werden. «Die Gäste sollen hier in Zukunft verweilen und flanieren können», so Page. Zwar dürfte auch weiterhin der Löwenanteil der Gäste aus der näheren Umgebung kommen und daher nicht in Charmey übernachten wollen. Aber es sei dennoch unabdingbar, das Dorf aufzuwerten – mit mehr Grünzonen, Fussgängerzonen, einer besseren Verkehrsführung und noch mehr kulturellen Events. «Doch die aktuelle Verdichtungspolitik des Kantons gefährdet die Struktur des Dorfs», betonte Page. Auch auf der Alp Vounetz bestehe noch Poten­zial: Page wünscht sich hier eine regelrechte touristische Zone mit Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Berg und einem Mobilitätskonzept, das den Zugang zur Alp auch in der Zwischensaison ermöglicht. Ausserdem gelte es jetzt einmal, den ersten Winter mit dem Magic Pass abzuwarten, der eine echte Chance für die Bergbahnen darstelle.

Handlungsbedarf besteht laut dem Syndic nicht zuletzt bei den touristischen Strukturen. Auch hier würden Alleinstellungsmerkmale eine entscheidende Rolle spielen. «Wenn alle das Gleiche tun, nützt das niemandem etwas», so Page. Zu diesem Zweck hätten sich bereits zwei Arbeitsgruppen gebildet. Schliesslich dürfe man ob aller Zukunftsvisionen auch die ökologische Perspektive nicht aus den Augen lassen. Hier verwies Page darauf, dass sich der grösste Teil der touristischen Aktivitäten auf der Alp Vounetz abspiele, einem drei Quadratkilometer grossen Gebiet, das nur 2,9 Prozent der Gemeindefläche ausmache.

Die Karte Magic Pass spielen

Etienne Genoud präsentierte für den kommenden Winter drei Szenarien für die Betriebsgesellschaft der Bergbahnen. Beim ersten Szenario, das einen normalen Winter vorsieht, will man die Karte Magic Pass ausspielen, und die Gemeinde beteiligt sich für 2018 mit einem Beitrag von 700 000 Franken. Diese Variante budgetiert Einnahmen von 1,3 Millionen Franken und Ausgaben von 2 Millionen. Das zweite Szenario geht von weiteren katastro­phalen Wintern aus, mit weniger als 60 Skitagen. In diesem Fall käme ein neues Winter­modell zum Tragen, das auf die Skipiste verzichtet. Hier be­trüge die Hilfe der Gemeinde 500 000 Franken. Das dritte Szenario würde aktuell, wenn die Zahl der Gäste bis Anfang Februar 2018 wegen fehlendem Schnee sehr tief wäre. «In diesem Fall wäre der Verwaltungsrat gezwungen, die Aktivitäten des Unternehmens zu suspendieren, bis man weitere Neuigkeiten vernehmen würde, etwa vom kantonalen Masterplan», so Genoud. Engagiert waren die Fragen aus dem Publikum. Sie drehten sich mitunter um die Frage, wieso Charmey mehr Geld verlieren würde als andere Skistationen. Page beantwortete dies unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass das Konzept der Bergbahnen in Charmey in Bezug auf das Klima und die Anzahl der Skifahrer nicht mehr zeitgemäss sei. Es gebe in der Romandie unbestrittenermassen nur eine Bergbahn, die ihre Transportkosten wirklich decke: Verbier. Viele Stationen würden Transportkosten durch Immobilien­erlöse quersubventionieren – so auch Moléson. Diese Möglichkeit habe Charmey nicht.

Chronologie

Seit fünf Jahren in Schieflage

Im Jahr 2012 wurde erstmals publik, dass die Bergbahnen Charmey in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Seit jenem Jahr unterstützt die ­Gemeinde die Bahnen im Schnitt mit 770 000 Franken jährlich. Anfang 2013 trat der damalige Verwaltungsrat geschlossen zurück. Im April 2016 beantragte der neue Verwaltungsrat, dass die Gemeinde die Bahnen in den kommenden drei Jahren mit jährlich 800 000 Franken unterstützen soll. Die Gemeindeversammlung lehnte dies im Juni 2016 äusserst knapp ab. In der Folge trat der Verwaltungsrat erneut geschlossen zurück. Ein externes Audit, das vom Kanton gefordert worden war, kam im Juli 2017 zum Schluss, dass eine weitere Professionalisierung sowie Investitionen von 1,1 Millionen Franken unumgänglich seien.

jcg

Mehr zum Thema