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Dreissig Kläger am Hals

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Freiburg Vor dem Wirtschaftsstrafgericht Freiburg steht seit gestern Mittwoch ein im Seebezirk wohnhafter Mann. Ihm werden gewerbsmässiger Betrug, Vergehen gegen das Banken- und das Steuergesetz, Urkundenfälschung sowie eine Reihe weiterer Delikte vorgeworfen. Nicht weniger als 30 Straf- und Zivilkläger fordern Gerechtigkeit und wollen ihr Geld zurück.

Sechsstelliger Betrag

Der Mann, der schon mehrmals wegen ähnlicher Vergehen vor Gericht stand und im Jahr 2000 vom Bezirksgericht Saane wegen Veruntreuung zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt wurde, soll mit einem ganzen Lügengebilde viele Kunden dazu bewegt haben, Geld durch ihn anlegen zu lassen.

Der Angeklagte wickelte den Geldverkehr über eine auf den Bahamas ansässige Firma ab, die allerdings ihm selber gehörte. Über eine kaum durchschaubare Ansammlung von Konten soll er sich jahrelang undeklarierte Beträge für private Zwecke ausbezahlt haben. Teure Reisen, Gerichtskosten oder Zigarren: Alles bezahlte er von den Geschäftskonten. In den Jahren 1998 bis 2004 scheinen so mehrere hunderttausend Franken den Weg in seine eigenen Taschen gefunden zu haben. Auch seine unmittelbaren Geschäftspartner bediente der Angeklagte grosszügig: Er schenkte ihnen Luxusuhren, die er heimlich aus der Firmenkasse bezahlte.

Die Investitionen der Kunden hätten wegen verdeckter Geldflüsse an den Angeklagten nie rentieren können, schreibt der Untersuchungsrichter.

Jaguar, Porsche, Mercedes

Seine gegenüber dem Untersuchungsrichter Olivier Thormann gemachten Aussagen seien unter dem Druck der Untersuchungshaft entstanden, kündigte der Angeklagte gleich zu Beginn des ersten Prozesstages von gestern Mittwoch an. Weil er sämtliche vor dem Prozess gemachten Aussagen widerrief, musste er viele Fragen während der Verhandlung erneut beantworten.

In elegantem Anzug und mit einer schicken Uhr sass der Angeklagte im Gerichtssaal und antwortete in trotzigem Ton. Von Gerichtspräsident André Waeber zu seinem aktuellen Vermögen befragt, gab der Angeklagte nur spärlich Auskunft. Der Jaguar und der Porsche in seiner Garage seien alt und gehörten seiner Frau, so der Angeklagte, der aber vermutlich auch nicht zu Fuss gehen muss: Auf seiner Steuererklärung von 2007 ist ein Mercedes aufgeführt.

Geld zur Auszahlung bereit?

Die Firma mit Sitz auf den Bahamas existiere heute noch, sagte der Angeklagte. Sie habe aber inzwischen ihre Aktivitäten eingestellt. Auf einem Bankkonto in Malta stünden 200 000 Franken zur Auszahlung bereit, so der Mann weiter. Er will dies am zweiten Verhandlungstag von morgen Freitag mit einem Kontoauszug beweisen. Auf die Frage, warum seine Kläger bisher nichts von ihrem Geld zurückerhalten hätten, antwortete der Angeklagte: «Ich warte das Ende des Prozesses ab.»

Das Urteil wird am Montagabend verkündet.

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