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Du schaffst das

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kürzlich erschien, aus dem Dänischen übersetzt, das Buch «Zenobia», geschaffen von zwei dänischen Künstlern, dem Autor Morten Dürr und dem Illustrator Lars Horne­man. Vom Scheitel bis zu den Fingerspitzen wurde ich in dieses Buch hineingezogen, als ich es in einem Buchladen öffnete.

 

Wer ist Zenobia?

O, es geht um Syrien, es geht um eine Flucht. 10 Millionen Syrer sind auf der Flucht. Will ich das immer und immer wieder lesen und nichts tun? Was kann ich tun?

Kommt mir ein neues moralisches oder politisches Statement in diesem Buch entgegen, das mir einmal mehr den Horror aufzeigt, in Comic Style?

Meine Überlegungen waren in Kürze keine mehr, weil ich einfach schaute und las.

Amina, ein syrisches Mädchen flüchtet aus dem Krieg. Die ersten Buchseiten zeigen mir das Meer. Kein Text, nur Blau, viel Blau, blau wird Meer. Gezeichnet auf einer nächsten Seite, auf diesem Blau, eine Menschenmenge, über eine halbe Buchseitenhöhe in eine Spitze mündend. Die Form eines Schiffes ist so gegeben, ohne Wände oder Streben eines solchen, aber die Bildsprache ist klar: Viel zu viele Menschen in einem Nichts von Schiff.

Amina ist das Mädchen, dessen Fluchtgeschichte das Buch bebildert und beschreibt.

Nichts beschönigend, nichts Reisserisches, nichts Aufgemöbeltes. Mit erschreckender Distanz erzählen die beiden Künstler den Horror eines Fluchtversuchs über das Meer.Licht und Schatten, in monochromen Farbtönen gemalt, reden von Zerstörung und Krieg, selbst die Sonnen-, selbst die Lichtseiten in Aminas Stadt zeigen Zerstörung.

Einfache Bilder von Stadt in Rauch und Asche, kleine Formen, wie collagiert, meinen Kampf-Bomber nach oder vor dem Abwurf und Stille nach den Bomben.

Daraus möchte das Mädchen fliehen. Gestärkt durch die Erzählungen ihrer Mutter von Zenobia. Zenobia war einst Herrscherin von Palmyra in Syrien, immer wieder Identifikationsfigur für moderne Frauen.

«Du schaffst das, du bist so stark und mutig, wie Zenobia», sagte die Mutter.

Amina glaubt an Zenobia und steigt in ein Fluchtboot. Das Boot hält der Wucht des Meeres nicht stand, Amina wird mit allen andern Flüchtenden in grosse Wogen geschleudert.

Nichts mehr bleibt, alles ist Blau…der Text ist kurz: «Alles ist gewaltig und leer hier.»

Im Mädchengesicht ist keine Panik gezeichnet, es steht einfach der nächste Satz: «Niemand kann mich hier finden.»

Amina ertrinkt im Träumen an ihre Zeit zu Hause, in ihrer Familie.

Das Buch endet mit blauen Doppelseiten.

Kühl, weit, leer, einsam, weg.

Sus Heiniger ist Kunstmalerin und lebt in Murten. Als Kulturschaffende ist sie in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

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