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Dubé und die «mentale Müdigkeit»

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Christian Dubé hat seinen Zenit überschritten und zeigt bei weitem nicht mehr so starke Leistungen, wie er von sich selbst erwartet und wie es der Klub bei Dubés fürstlichem Salär tatsächlich auch erwarten dürfte. Gleichzeitig ist Gottéron auf der Suche nach einem Sportchef. Es scheint, als ob diese Konstellation nun zu einer pragmatischen Lösung führt: Christian Dubé wird Sportchef bei Gottéron. Dies jedenfalls meldete gestern «Blick online». Der Klub bestätigt die Information nicht, dementiert sie aber auch nicht. Man arbeite seit Monaten an der zukünftigen sportlichen Organisation. «Momentan ist jedoch noch keine Entscheidung getroffen worden, weder über die zukünftige Organisation noch über die verantwortliche Person selber. Christian Dubé könnte jedoch eine Option sein», schreibt der Klub in einer Mitteilung.

 Selbstzweifel

Dubé selbst sagt gegenüber den FN, er wisse nicht, wie der «Blick» dazu komme, so zu tun, als seien bereits Nägel mit Köpfen gemacht worden. «Ich habe mit dem Klub noch gar nicht über ein mögliches Engagement gesprochen.» Zwar interessiere ihn der Posten als Sportchef durchaus. «Aber ich habe mich noch gar nicht entschieden, ob ich Ende Saison meine Karriere als Spieler beenden werde.» Er werde nach der Saison in Ruhe die Situation analysieren und dann einen Entscheid fällen. Dass er, obwohl er eigentlich auch für nächste Saison noch einen Vertrag hat, überhaupt mit dem Gedanken spielt, die Schlittschuhe an den Nagel zu hängen, hat mit einer «mentalen Müdigkeit» zu tun, wie es der bald 38-Jährige nennt. «Es ist eine sehr schwierige Saison. Ich versuche auf und neben dem Eis viel Verantwortung zu übernehmen und setze mich stark unter Druck. Aber irgendwie läuft es nicht.» Er stelle sich deshalb immer auch selbst infrage. «Darum spiele ich bereits schon seit Weihnachten mit dem Gedanken, meine Spielerkarriere Ende Saison zu beenden.»

Jetzt oder nie

 Es sei aber keineswegs so, dass ihm der Klub ans Herz lege oder ihn gar unter Druck setze, seine Karriere zu beenden, betont Dubé.

Trotzdem wäre eine Verpflichtung Dubés als Sportchef für Gottéron eine gute Möglichkeit, den Frankokanadier, der zu den absoluten Topverdienern im Team gehört, als Spieler von der Lohnliste streichen zu können. Als Sportdirektor würde er mit Sicherheit weniger verdienen. «Es ist eine Möglichkeit», sagt der Freiburger Sportdirektor Raphaël Berger über ein mögliches Engagement Dubés. «Ein Spieler, der 38 ist, muss sich irgendwann Gedanken über sein Leben nach der Karriere machen. Manchmal bieten sich zu einem gewissen Zeitpunkt Möglichkeiten, die es später nicht mehr geben wird.» Übersetzt heisst das: Dubé kann den Posten jetzt übernehmen. 2016 hingegen, wenn sein Vertrag als Spieler ausläuft, wäre es zu spät. Dann wäre der Posten bereits von jemand anderem besetzt.

Oder doch Spieleragent?

Einige Fragezeichen müssen hinter eine mögliche Verpflichtung Dubés als Sportchef dann aber doch gesetzt werden. Einerseits dürfte es für ihn schwierig sein, bereits nächste Saison mit denjenigen Spielern über Verträge und Saläre zu verhandeln, die heute noch seine Teamkollegen sind. Zudem verfügt Dubé über Anteile an der Agentur seines Spielerberaters Gérald Métroz, der fast ein Dutzend Spieler bei Gottéron unter Vertrag hat. In den letzten Monaten hatte Métroz den Center gar in das Agentenwesen eingearbeitet, da Dubé damit liebäugelte, nach seiner Aktivkarriere Spieleragent zu werden. Ein Wunsch, den Dubé übrigens ebenfalls noch nicht aus dem Kopf geschlagen hat. «Das ist immer noch eine Option. Aber wie gesagt, zuerst einmal muss ich mich entscheiden, wann ich meine Karriere beenden will.»

Könnte Dubé unter diesen speziellen Vorzeichen das Amt als Sportchef wirklich unvoreingenommen und allein im Interesse des Klubs ausüben? «Übernähme ich das Amt als Sportchef, würde ich selbstverständlich nicht Spieleragent werden. Deshalb sehe ich überhaupt keine Interessenskonflikte. Schauen Sie sich Jan Alston bei Lausanne an. Der hat ebenfalls sehr lange in der NLA gespielt, hatte während dieser Zeit auch immer seinen Agenten–und macht seine Sache doch sehr gut, oder?»

 Dass die Spekulationen um Dubé so kurz vor dem Beginn der Relegationsrunde aufkommen und weiter Unruhe ins Team bringen, ist für den Klub natürlich ärgerlich. Berger will deshalb nur das Nötigste zu dem Thema sagen. «Für uns stehen nun die vielleicht sechs wichtigsten Spiele der letzten fünf Jahre an. Wir werden deshalb unsere ganze Konzentration darauf legen.»

«Deshalb spiele ich bereits schon seit Weihnachten mit dem Gedanken, meine Spielerkarriere Ende Saison zu beenden.»

Christian Dubé

Gottéron-Center

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