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Dunkle Aussichten für die Sternwarte

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Es herrschte Feststimmung bei den Freunden der Sternwarte. Sie hatten sich zahlreich eingefunden, Ende September in Ependes, um den 30. Geburtstag des astronomischen Observatoriums zu feiern. Dazu wurde Bernhard Zurbriggen zum vierten Ehrenmitglied des Trägervereins ernannt. Zurbriggen hatte als Präsident die Sternwarte ausgebaut, sie betrieblich und finanziell wieder auf eine Umlaufbahn gebracht, und er hatte vor allem 1984 die regelmässigen Besuche von Schulklassen auf der Sternwarte eingeführt. «Es ist mein Kind», wie Zurbriggen den FN sagt. Seine Nachfolger hätten diese Dienstleistung weitergeführt.

Doch nun sieht Zurbriggen dieses Kind in Gefahr. Wie er die Festgemeinde informierte, habe die Pädagogische Hochschule (PH) den Zusammenarbeitsvertrag mit der R.A.-Naef-Stiftung gekündigt und will sich nicht mehr finanziell daran beteiligen. Seit Anfang September herrscht ein vertragsloser Zustand zwischen dem Staat und der Sternwarte, und es gibt für die Unterrichtsstunden keine Löhne mehr.

Nachhaltigkeit gefragt

Bis Mitte 2015 ist die Sternwarte zwar mit Reservationen für Klassenbesuche immer noch mehr oder weniger ausgebucht, aber die zwei Lehrkräfte tun dies vorläufig unentgeltlich. Gemäss Stiftungsratspräsident und Alt-Staatsrat Claude Grandjean wird den Unterrichtenden der Sternwarte derzeit ein bescheidener Betrag aus der Kasse des Vereins der Sternwarte ausbezahlt; diese verzichten bis auf Benzinkosten auf eine Entschädigung. Dieser Zustand sei unhaltbar: «Es braucht eine nachhaltige Lösung», fordert Claude Grandjean.

Die zwei Lehrer empfangen jede Woche je eine deutsch- und eine französischsprachige Schulklasse in Ependes. Das Thema ist jeweils mit den Lehrpersonen koordiniert, die mit den Schülern Himmelskunde im Unterricht durchnehmen. Je nachdem, ob die Schüler–lehrplanmässig meist Drittklässler–das Thema in der Schule bereits begonnen haben oder ein bisschen weiter fortgeschritten sind, wird der Ablauf angepasst, sagt Zurbriggen zum Konzept. Die Unterrichtenden investieren neben vier Unterrichtslektionen in der Sternwarte nochmals ebenso viel Zeit zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs.

Mit jährlich rund 30 000 Franken wurde dieses pädagogische Angebot als Lohnbestandteil zweier Lehrpersonen von staatlicher Seite unterstützt, dazu zahlten Gemeinden fünf Franken pro Schüler als Beitrag an die Infrastruktur.

All dies ist nun infrage gestellt. Wie Zurbriggen zurückblickt, entstanden diese Klassenbesuche in Zusammenarbeit mit der Abteilung Obligatorischer Unterricht der Erziehungsdirektion. Unter Erziehungsdirektor Augustin Macheret ging die Verantwortung an PH Freiburg über, mit welcher der Verein der Sternwarte eine Vereinbarung einging. Die Nähe zur PH erklärt sich dadurch, dass die beiden Lehrkräfte beruflich dort arbeiteten oder immer noch arbeiten.

Auch PH-Kurse beendet

Studierende der PH besuchten auch über Jahre Intensivkurse für den Bereich Astronomie an der Sternwarte. Diese Kurse wurden im Zuge des Studienplans 2013 abgeschafft. Die Vereinbarung über die Schulklassenbesuche wollte die Direktion der PH bereits auf 2013 aufheben. Die Verantwortlichen der Sternwarte pochten aber auf die geltende Kündigungsfrist von einem Jahr, weshalb die Zusammenarbeit erst jetzt endete.

Sitzung geplant

Stiftungsratspräsident Claude Grandjean strebt seit mehr als zwei Jahren eine neue Einigung mit der Pädagogischen Hochschule beziehungsweise der Erziehungsdirektion an. «Vor einem Jahr hat man uns das Projekt einer neuen Vereinbarung unterbreitet», so Grandjean. «Die finanzielle Unterstützung wurde darin aber nicht erwähnt.»

Seitens der Erziehungsdirektion wurde Grandjean gesagt, er solle ein Gesuch um Subventionierung stellen und die Loterie Romande um Unterstützung anfragen. Dies würde aber keine nachhaltige Lösung darstellen, so Grandjean. Man müsse den Personen, welche die Kurse durchführen, eine gewisse Sicherheit bieten.

Mittlerweile hat Grandjean wieder Hoffnung, dass sich für das pädagogische Modell mit der Sternwarte doch noch eine Lösung findet. Ende Oktober klappt es endlich mit einem Treffen mit Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen (CVP), welcher dieses Dossier erst übernahm, als die bisherige Vereinbarung bereits gekündigt war.

Auf Anfrage der FN bestätigt die Erziehungsdirektion schriftlich das Treffen der beteiligten Partner unter dem Vorsitz von Staatsrat Jean-Pierre Siggen Ende Monat.

Im Schreiben schiebt die Erziehungsdirektion aber den Ball wieder ins Lager der Sternwarte zurück: «Trotz mehrerer Kontakte und der Weiterführung der regelmässigen Klassenbesuche in der Sternwarte im Schuljahr 2013/14 haben die neuen Modalitäten für die Zusammenarbeit, welche die PH Freiburg im Dezember 2012 vorgeschlagen hatte, beim Verein der Freundinnen und Freunde der Sternwarte bisher noch kein Gehör gefunden.»

Über die Abhaltung der vereinbarten Sitzung könne die Direktion keine weiteren Informationen geben.

 

Zahlen und Fakten

Es geht um 30000 Franken

Das pädagogische Konzept «Astronomie und Schule im Kanton Freiburg» existiert seit 1984. Erst fanden die Besuche in der Sternwarte Alterswil, ab 1988 in Ependes statt. An zwei bis drei Abenden pro Woche finden unter diesem Konzept Besuche deutsch- und französischsprachiger Klassen in Ependes statt. Die Verantwortlichen der Sternwarte unterstützen die Lehrpersonen der Schulen auch bei der Planung des Unterrichts. Ein Abend in der Sternwarte dauert zwei Mal zwei Lektionen; Klassen von mehr als 14 Schülern werden aufgeteilt. Jährlich machen gegen 1500 Freiburger Schüler vom Angebot Gebrauch; seit 1984 sind es über 30000 Schüler. Total hat die Sternwarte rund 100000 Besucher gezählt. Für die Klassenbesuche unterstützte die Pädagogische Hochschule die Aktivitäten mit Lohnbestandteilen der Lehrpersonen in der Höhe von jährlich rund 30000 Franken. Dieser Betrag bleibt nun aus.uh

 

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