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Durch Humor zur Ich-Findung

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Durch Humor zur Ich-Findung

Vortrag im Rahmen der «Gewalttage» in Murten

Die «gewaltigen Tage» an der OS Murten widmen sich auf unterhaltsame Weise dem ernsten Thema Gewalt. Nach dem Theaterstück vom Mittwoch folgte am Donnerstag ein Vortrag mit kabarettistischen Einsprengseln.

Von PATRICK HIRSCHI

«Wenn wir uns dem Thema nicht stellen, werden die Lehrer eines Tages Mühe haben, bei ihrem Kerngeschäft bleiben zu können.» Für Felicitas Vogt von der pädagogischen Theatergruppe «Birkenmeier-Vogt-Birkenmeier» ist klar, dass das Thema Gewalt in der Schule behandelt werden muss.

Der abendliche Vortrag am zweiten Tag des Projekts an der OS Murten (siehe FN von gestern) richtete sich vornehmlich an Erwachsene und behandelte die «Gewalt nach Innen» – sprich: Konsum von Alkohol, Haschisch und anderen Drogen. Knapp 30 Personen wohnten dem Anlass in der Aula bei.

Mit Alkohol gegen «Kälteschneisen»

«An dieser Schule wird gekifft und Alkohol getrunken – wie an vielen anderen Orten auch», lautet das einleitende Fazit der Pädagogin. Am Donnerstagvormittag sei sie einem verkaterten Schüler begegnet, der unumwunden zugegeben habe, am Vortag am Martinsmarkt über die Stränge geschlagen zu haben. Besonders verlockend ist die «wärmende Droge» Alkohol laut Vogt, weil Leistungsdruck und andauernde Kritik regelrechte Kälteschneisen in die Seele schlagen würden.

Komme hinzu, dass viele Jugendliche ihre Eltern für verunsichert und überfordert halten und deshalb dort nicht den nötigen Halt für ihr Leben finden. Die Verunsicherung der Erwachsenen wiederum ist laut Vogt die Folge der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft. «Da ist kein Sippenoberhaupt mehr, das sagt wos langgeht», stellte sie fest. Doch statt veraltete Hierarchien wieder herbeizusehnen, sei es besser, sich den Verunsicherungen zu stellen.

«Krisen zu haben ist heutzutage leider nicht schick», stellte Vogt fest. Erst die Konfrontation mit der Krise helfe aber zum eigenen «Ich» zu finden – losgelöst von Forderungen und Funktionieren-Müssen. Doch dafür brauche es vor allem Lockerheit, Verspieltheit und Humor.

«Überraschen Sie sich selbst zwischendurch mit einem anderen «Ich». Setzen Sie das um, was die Droge nur vorgibt», forderte die Pädagogin das Publikum auf. Denn nur mit seelischer Gesundheit erreiche man Achtung bei den Jugendlichen und schaffe es, ihnen einen gewissen Freiraum zu gewähren.
Unterschiedliche Sorgen

Unter dem Titel «Trommelfeuer» gastiert die Basler Gruppe «Birkenmeier-Vogt-Birkenmeier» seit drei Jahren immer wieder an Schweizer Schulen. Die drei Kabarettleute führen dabei nicht nur pädagogische Stücke auf und halten Vorträge – sie arbeiten auch in jeweils separaten Workshops mit Schülern und Lehrern.

Wie Felicitas Vogt erklärt, geht das Trio dabei nicht nach einem festen Programm vor, sondern richtet sich an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Schule. In Murten hätten die Jugendlichen das Thema schnell einmal von der Gewalt im herkömmlichen Sinne auf die Gewalt gegenüber sich selbst – also Sucht in jeglicher Form – gelenkt.
Bei durchschnittlich 15 Schulbesuchen im Jahr habe sich gezeigt, dass jeder Ort seine eigene, individuelle Problematik habe. Etwas hat Sibylle Birkenmeier dabei festgestellt: «An Schulen mit offener Kommunikation ist die Arbeit einfacher.»

Eingeladen wurde die Theatergruppe vom «Runden Tisch – Jugendarbeit Region Murten». Gemeinderätin Ursula Schneider ist Vertreterin der Behörde am «Runden Tisch». Sie ist der Meinung, dass das dreitägige Projekt eine positive Erfahrung gewesen sei. Das Anliegen, die verschiedenen Interessengruppen wie Schüler, Lehrer und Eltern zum Thema Gewalt gemeinsam diskutieren zu lassen, sei von der Kabarettgruppe gut aufgenommen worden.

Aus diesem Grund sieht die Gemeinderätin Sinn und Zweck des «Runden Tisches» erfüllt. Möglicherweise gebe es in Zukunft weitere solche Anlässe. «Zuvor wollen wir aber genau herausfinden, wo die weiteren Bedürfnisse bei den Jugendlichen liegen», fügt Ursula Schneider hinzu. hi

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