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Effektiver Altruismus – spenden mit Verstand?

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Effektiver Altruismus (EA)–diese Bezeichnung klingt etwas zu akademisch, um attraktiv zu wirken. Wer sich aber mit dem EA etwas näher befasst, der kann doch zumindest einige interessante Gedanken entdecken. Der EA versteht sich als soziale Bewegung, die es für zentral hält, anderen aktiv zu helfen. Dabei will man wissenschaftlich-rational vorgehen, um die Welt für alle lebenswerter zu gestalten und Leid zu vermindern. Effektive Altruistinnen und Altruisten versuchen darum, die wichtigsten zur Verfügung stehenden Mittel – Zeit und Geld – so effektiv wie möglich einzusetzen. Entscheidend für die Effektivität sind laut dem EA, welchen beruflichen Werdegang man wählt und wie klug man sein Geld spendet.

 Seinen Standpunkt gewinnt der EA aus der Überzeugung, dass Leid nicht weniger schlimm ist, nur weil es nicht im Alltag eines Einzelnen sichtbar ist. Empirische Studien zeigen laut den effektiven Altruisten, dass man mit Spenden «über Leben und Tod am anderen Ende der Welt befinden» könne. Wäre man selber betroffen, so eines der Argumente von Vertretern des EA, dann würde man sich doch auch wünschen, dass einem geholfen werde. Und würden sich soziale Katastrophen vor der eigenen Haustüre ereignen, dann wäre man nach Möglichkeit bereit, 10 Prozent seines Einkommens an nachhaltig-effektive Hilfsmassnahmen zu spenden. Und man würde doch darüber nachdenken, wie man seine berufliche Karriere so steuern könnte, dass man einen maximalen Lohn verdient, um eine maximale Spendensumme zu erreichen. Das klingt drastisch–aus Sicht des EA sind diese Vorschläge aber nicht überfordernd. Im Gegenteil, so schreibt die Stiftung für Effektiven Altruismus: «Sie sind moderat, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir uns auf diesem Planeten tatsächlich in einer täglichen Katastrophenlage befinden, zu deren Bewältigung und Eliminierung wir einen erheblichen Beitrag leisten können.»

 Kritik am Moralverständnis

Der EA ist natürlich auch Kritik ausgesetzt, es wird ihm «Pflästerlipolitik» vorgeworfen: Er behandle nur Symptome, nicht aber Ursachen. So gebe es für Armut auch strukturelle Gründe wie Korruption oder schlechte Regierungen. Diese Probleme könne man mit Spenden nicht beseitigen. Die Entgegnung der effektiven Altruisten auf diesen Vorwurf ist einleuchtend: Ein bestehender Missstand darf nicht als Entschuldigung genommen werden, um auf effektive Hilfe zu verzichten.

 Schwerer wiegt die Kritik am Moralverständnis, zu dem der EA führen könnte: Wenn sich moralisch gutes Handeln an Spenden und Berufswahl orientiere, bestehe die Gefahr, dass Menschen, die weniger spendeten oder ihren beruflichen Werdegang nicht nach dem EA ausrichteten, zu moralisch weniger wertvollen Individuen abgestempelt werden könnten. Die maximal spendende Investmentbankerin als moralische Siegerin gegenüber der minimal spendenden Coiffeuse also? Natürlich will der EA einen solch fundamentalistischen Moralbegriff nicht vertreten. Ob dies aber nicht zur möglichen Folge einer vielleicht irgendwann weitverbreiteten Weltanschauung würde, kann auch nicht vollends ausgeschlossen werden.

 

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