Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Abschied mit hochkarätigem Besuch

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am Sonntag fand die 90. Ausgabe des Murtenschiessen statt. Neben hohem Besuch stand auch der Wechsel im Präsidium im Fokus.

Einstimmig haben die Schützinnen und Schützen des Murtenschiessens an der Schützengemeinde auf dem Kanonenmätteli den Seebezirkler Oberamtmann Christoph Wieland zum neuen Präsidenten des traditionsreichen Schiessanlasses gewählt. Er tritt die Nachfolge von Heinz Thalmann an, der das Präsidium 18 Jahre lang bekleidet hatte. Als erste Amtshandlung ernannte Wieland seinen Vorgänger direkt zum Ehrenpräsidenten.

Mit Bundespräsidentin Viola Amherd wohnte zudem ein hochkarätiger Ehrengast dem Schiessanlass bei. In ihrer Ansprache erinnerte sie daran, dass vor ihr schon andere hochrangige Personen auf dem Bodemünzi zu den Schützinnen und Schützen gesprochen hatten. Sie erwähnte General Guisan und ihre Amtsvorgänger im Verteidigungsdepartement Adolf Ogi, Samuel Schmid und Ueli Maurer. Ogi habe damals sogar selbst am Murtenschiessen mitgeschossen.

Auch Bundespräsidentin Viola Amherd wohnte dem 90. Murtenschiessen bei.
Bild: Urs Haenni

Zu organisieren, dass Amherd das Murtenschiessen besuchte, sei ein längerer Prozess gewesen, wie Heinz Thalmann in einem Interview mit dem Murtenbieter verrät. Bereits vor drei Jahren habe es erste Bemühungen darum gegeben. Es ist aber bei weitem nicht die einzige Errungenschaft aus seiner Amtszeit, auf die der scheidende Präsident stolz sein darf.

Heinz Thalmann, was bleibt Ihnen von diesen 18 Jahren als Präsident in schöner Erinnerung?

Was mir besonders Freude macht, ist die Tatsache, dass immer mehr Jungschützen und Frauen am Murtenschiessen teilnehmen. Zwar verzeichnen wir tendenziell einen Rückgang der Teilnehmerzahlen. Es sind rund 20 Gruppen weniger als zu meiner Anfangszeit. Allerdings muss man berücksichtigen, dass in diesem Zeitraum auch einige Schützengesellschaften aufgelöst wurden oder mit anderen fusioniert haben. Es nehmen jährlich immer noch zwischen 130 und 140 Gruppen teil.

Eine grosse Errungenschaft in Ihrer Amtszeit war die Installation eines besonderen Kugelfangsystems.

Das ist so. Schon als ich eidgenössischer Schiessoffizier war, musste ich mich mit dem Thema Kugelfang befassen. Diese sorgen dafür, dass die giftigen Bleirückstände der Munition nicht in den Boden gelangen. Für das Feldschiessen gibt es sogenannte Big Bags. Diese sind aber für das Murtenschiessen aus Platzgründen absolut ungeeignet. Deshalb kam mir die Idee, selber einen Kugelfang herzustellen. Wir von der Murtenschiess-Kommission haben dieses spezielle System für unser Schiessen entwickelt, und der eidgenössische Schiessanlagenexperte hat sie abgenommen. Dieses Kugelfangsystem ist seit 2022 in Betrieb.

Wie hat sich das Murtenschiessen im Laufe der Zeit entwickelt?

Das Murtenschiessen ist eines der ursprünglich 17 historischen Schiessen. Es ist das einzige, das immer noch am Ursprungsort durchgeführt wird. Von Beginn an gab es Gruppen à zehn Schützen und pro Gruppe zwei Schützen, die auf dieselbe Scheibe zielten. So etwas gibt es sonst nirgends. Neuerungen gab es aber trotzdem: Vor drei Jahren haben wir erstmals reine Jungschützengruppen schiessen lassen. Das hat sich bewährt. Und für die diesjährige Ausgabe haben wir uns ebenfalls etwas Neues einfallen lassen: Wir küren die Scheibe mit der höchsten Punktzahl. Die beiden Schützen erhalten je ein Sturmgewehr 90 als Preis. Ermöglicht wurde dies dank einer Zusammenarbeit mit dem Departement für Verteidigung (VBS).

Die Wertvorstellungen in der Gesellschaft haben sich seit dem ersten Murtenschiessen 1930 stark verändert. Ist der Anlass noch zeitgemäss?

Die Idee eines historischen Schiessens entstand 1926 anlässlich der 450-Jahr-Gedenkfeiern zur Schlacht bei Murten. Es ging nicht nur um das Schiessen. Angesichts der politischen Entwicklung in Europa sollte damals auch die Wehrbereitschaft der Schweiz zum Ausdruck kommen. Das gewinnt gerade wieder an Aktualität mit dem Krieg in Europa. Zudem begehen wir übrigens erneut einen Anlass im Gedenken an die Murtenschlacht vor 550 Jahren.

Was macht das Murtenschiessen so besonders?

Es ist der historische Ort hier auf dem Bodemünzi mit der Sicht auf den Murtensee und das Stedtli mit seinen Ringmauern und Türmen und die besondere Art des Schiesswettkampfs. Für uns Organisatoren besteht die grosse Herausforderung darin, die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer Jahr für Jahr zusammenzubringen. Schon die Gründer hatten es verstanden, einen Anlass auf die Beine zu stellen, an dem viele Vereine aus der Region involviert sind. Dazu gehören die Stadtmusik und die Tambouren. Die Offiziersgesellschaft des Seebezirks steht für die Munitionsausgabe zur Verfügung. Auch der Turnverein ist eine wichtige Stütze. Seine Mitglieder wechseln nach jedem Durchgang die Scheiben aus. Anders als an anderen Schiessen, bei denen das Resultat gezeigt wird, werden bei uns die Scheiben eingesammelt und ausgewertet. Die Schützen können sie dann bei der Rangverkündigung studieren und als Souvenir nach Hause nehmen. Dann braucht es die sogenannten Hülseler. Meistens sind das Viertklässler, die die Hülsen einsammeln. Dann braucht es jemanden, der die Schützen zur rechten Zeit in der richtigen Reihenfolge zusammenstellt. Das machte früher die Feuerwehr. Durch die Reorganisation auf Bezirksebene hat sich das verschoben. Nun helfen ehemalige Feuerwehrleute mit. Auch die Kader des Kadettenkorps unterstützen uns bei den Absperrungen.

Was bringt ihr Nachfolger, Christoph Wieland, dem Murtenschiessen?

Junges Blut und neue Dynamik. Es wird noch eine weitere junge Person für die Wahl in den Vorstand vorgeschlagen, die das Sponsoring übernehmen soll. Es braucht eine tragfähige Basis. Die Kosten für Anlässe steigen laufend, davon bleiben auch wir nicht verschont. Das muss man in den Griff bekommen.

Und was wird das Murtenschiessen für Sie in Zukunft sein? Ein Schiessanlass, an dem Sie einfach Teilnehmer sind?

Das wird wohl nicht einfach, dafür bin ich zu lange dabei, und dafür ist mir das Murtenschiessen zu wichtig. Also in irgendeiner Form werde ich der Kommission wohl auch in Zukunft mit Tat und Rat zur Seite stehen, sofern dies gewünscht wird. Zu tun gibt es genug.

Das Murtenschiessen-Fähnlein geht nach Gurmels

144 teilnehmende Gruppen am Murtenschiessen, das bedeutet, dass 15 von ihnen (10 Prozent) das begehrte Kranzabzeichen gewannen: 14 Verbandssektionen und als beste Gastgesellschaft St. Antoni.

Letztes Jahr war der Sieg ausserhalb des Bezirks nach Wünnewil-Flamatt gegangen, dieses Jahr blieb das Murtenschiessen-Fähnchen wieder im Bezirk: Die Gruppe «Grossholz» der Schützengesellschaft Gurmels konnte sich mit 266 Punkten als Siegerin der diesjährigen Austragung feiern lassen. Sie hat das Murtenschiessen bereits zum zweiten Mal gewonnen.

Der Vorsprung auf die zweitklassierte Gruppe «Sternenberg» der Sportschützen Bramberg-Neuenegg war mit 2 Punkten relativ knapp, die drittklassierte Gruppe «Ulme» der Feldschützen Ulmiz lag dann aber bereits 11 Punkte hinter Gurmels.

Jubeln konnte auch die Gruppe «Jung uf em Sprung» der Schützengesellschaft Liebistorf-Kleinbösingen-Wallenbuch als beste Jungschützengruppe. (uh)

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema