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Ein absurdes Theater in Murten

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Auf der Bühne des Murtner KiB stehen grosse Holzquader: Das ist ein Teil des Bühnenbildes. «Sie werden noch in zwei Blautönen gestrichen», sagt ein Mitglied des Kellertheaters Murten. Die Proben für den Woody-Allen-Abend sind im vollen Gange. Das Premierendatum rückt immer näher: Am 17. Januar ist es so weit.

Aus Frau wird Mann

An diesem Tag soll die einstündige Kriminal-Groteske «Tod» zum ersten Mal an einem Stück durchgespielt werden. Hauptdarstellerin Andrea Stucki sitzt im KiB in der Maske, in zehn Minuten muss sie auf die Bühne. Mit viel Spray versucht die Maskenbildnerin, aus ihren Haaren eine Männerfrisur zu formen: Die 45-Jährige wird im absurden Theaterstück den Kleinbürger Kleinman spielen. Dieser wird mitten in der Nacht von seinen Nachbarn geweckt: Er solle gemeinsam mit ihnen einen wahnsinnigen Mörder jagen.

Eine klare Wahl

 Die Rolle des hasenfüssigen Zweiflers und Zauderers Kleinman mit einer Frau zu besetzen kommt selten vor. «Die Wahl fiel sofort auf Andrea Stucki», sagt Regisseur Mark Kessler. «Die Rolle ist einfach wie für sie gemacht. Figuren, die auch komisches Talent erfordern, liegen ihr.» Kleinman zu einem Frauenpart umzuschreiben, quasi zu einer Ms Kleinman, sei dagegen nicht infrage gekommen. «Er ist ein typischer Woody-Allen-Protagonist», so Kessler. «Kleinman muss ein Mann sein.»

 «Es ist interessant, einmal einen Mann zu spielen», sagt Andrea Stucki. Um sich die richtige Gestik abzuschauen, beobachtet sie auch schon mal im Alltag, wie Männer auf einer Bank sitzen: Etwa währenddem sie in Bern auf den Zug wartet. Eine zweite Herausforderung sei die Präsenz Kleinmans über die gesamte Länge des Stücks. «Mich interessiert, ob ich die Spannung so lange halten kann», sagt die zweifache Mutter aus Kallnach. Sie spielt zum ersten Mal eine Hauptrolle. Ein besonderes Ritual, bevor sie auf die Bühne geht, habe sie nicht. «Man darf einfach nicht gestresst sein», sagt die medizinische Praxisassistentin. «Und ich werde sicher nochmals schnell den Text durchgehen.»

Auch Marlies Schneeberger bereitet sich vor: Sie wird gleich drei Nebenrollen spielen. Als Erstes wird sie eine ältere Nachbarin im Morgenrock und Lockenwickler verkörpern, später eine Prostituierte und ein Mitglied der Bürgerwehr. Die 53-jährige Pflegedienst-Leiterin ist sehr wandelbar, wie später auf der Bühne zu sehen sein wird. Die Gestik der älteren Nachbarin habe sie sich etwa bei Senioren abgeschaut: Mit Erfolg. «Den Text lerne ich jeweils mit der Diktierfunktion auf dem Smartphone, währenddem ich mit dem Hund rausgehe», sagt sie und lacht.

Der Regisseur ist zufrieden

Flüssig ist der erste Durchlauf vonstattengegangen. Hauptdarstellerin Andrea Stucki zeigt sich nach der Aufführung glücklich: «Für den ersten Durchgang finde ich es nicht schlecht.» Sie ärgere sich etwas über zwei Texthänger, ebenfalls wolle sie weiter an ihrer Gestik arbeiten.

Auch der Regisseur ist zufrieden. Es sind nur noch kleine Details, an denen gefeilt werden muss. Mark Kessler diskutiert mit dem Ensemble darüber. Ebenfalls soll das Stück etwas gekürzt werden. «Es ist noch zu lang: Schliesslich präsentieren wird zwei Stücke an einem Abend», so Kessler. «Es ist ein Prozess, die Figuren zum Leben zu erwecken», sagt er über die Regiearbeit. Es mache ihm Spass, Bilder zu erzählen, die Geschichte auf die Bühne zu bringen. «Jetzt sind wir an dem Punkt, an dem die Figuren zu leben beginnen.»

Mit «Falli Hölli», «D’Hintercher-Banda» oder der «Wiler Saga» hat Kessler auch viel Erfahrung mit Freilichtaufführungen. «Die Bühne ist bei Freilichtspielen viel grösser», sagt der 60-Jährige. Die Art zu arbeiten unterscheide sich. «Hier ist die Bühne mehr wie ein Guckkasten; wir arbeiten bei diesem Stück mit einem reduzierten Bühnenbild und mit einem Lichtspot auf die Schauspieler.» Die Darsteller sollen im Fokus stehen.

Hochdeutsch und Dialekt

Bühnensprache ist Hochdeutsch. «Ich habe das Skript jedoch adaptiert: Die Sprache war im Original sehr hochgestochen.» Im zweiten Stück, der Komödie «Gott», wird dagegen teilweise Dialekt gesprochen–oder sogar Englisch: Bei einem Telefonat mit Woody Allen höchstpersönlich.

«Es ist interessant, einmal einen Mann zu spielen.»

Andrea Stucki

in der Rolle des Mr. Kleinman

«Jetzt sind wir an dem Punkt, an dem die Figuren zu leben beginnen.»

Mark Kessler

Regisseur

Zum Stück: Woody mal zwei: «Tod» und «Gott»

A b dem 17. Januar präsentiert das Kellertheater Murten einen Woody-Allen-Abend: Gespielt werden die beiden Stücke «Tod» (1975) und «Gott» (1975). In «Tod» wird der Kleinbürger Kleinman mitten in der Nacht von Nachbarn aus dem Bett geholt, um mit ihnen einen wahnsinnigen Mörder zu stellen. Woody Allens skurrile Tragikomödie trägt unverkennbar Züge des absurden Theaters: Nicht von ungefähr basiert das Stück auf einem Werk des rumänisch-französischen Dramatikers Eugène Ionesco. Als zweites Stück zeigt das Kellertheater «Gott». In der Komödie diskutieren die Figuren über ihre Fiktionalität und stellen sich die Frage, ob das Publikum genauso erfunden ist wie sie. ea

Premiere: Sa., 17. Januar, 20.15 Uhr. Bis am Sa., 7. Februar; jeweils Mi., Fr., Sa. und So. Reservationen online unter www.kellertheatermurten.ch oder telefonisch unter 079 854 32 04 (Mo. bis Sa., 16 bis 20 Uhr).

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