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Ein altes Herrenhaus in Tentlingen wird zum Kunst- und Kulturhaus Château Bohème

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Drei Familien haben sich zusammengetan, um aus einem alten Herrenhaus in Tentlingen ein Kunst- und Kulturhaus zu machen. Initiantin Kerstin Bohr hat sich damit einen Herzenswunsch erfüllt. Die ersten Events, zwei Zirkusshows, finden am 14. und 15. Mai statt.

Seit kurzem gibt es ein Kulturangebot mehr im Sensebezirk. Wie es zum Château Bohème in Tentlingen kam, hört sich fast ein wenig wie ein Märchen an. «Ich fühle mich zuweilen auch ein wenig wie eine Schlossherrin», sagt Initiantin Kerstin Bohr. Und:

Ich habe mit 40 meinen Traum verwirklicht.

Sie sei viele Jahre lang am stattlichen Gebäude mit dem grossen Garten in Tentlingen vorbeigegangen, erzählt die Plaffeierin. Das alte Herrenhaus liegt etwas versteckt hinter Hecken und Mauern an der Stersmühlestrasse und hat es ihr angetan. Bis vor ein paar Jahren war es im Besitz einer inzwischen verstorbenen alten Dame, die zur Familie der Industrieunternehmer Sulzer gehörte.

Eine Idee im Hinterkopf

«Nur so aus Gwunder» habe sie auf einer Immobilienplattform nach dem Haus gesucht und gesehen, dass es zum Verkauf stand, erzählt Kerstin Bohr. Das nötige Kleingeld, um die Prachtvilla zu erwerben, hatte sie zwar nicht. Das habe sie aber nicht davon abgehalten, online immer wieder mal nach dem Status des Hauses zu schauen, denn eine Idee, was man mit diesem rund 300 Jahre alten Anwesen anfangen könnte, wartete schon lange in ihrem Hinterkopf darauf, umgesetzt zu werden.

«Ich habe früher lange in England gelebt», erzählt sie. Dort sei es nicht unüblich, dass alte Herrschaftshäuser zu Event-Lokalitäten umfunktioniert würden. «In den Gärten finden Essen statt, Veranstaltungen aller Art. Ich fand das immer toll und wollte das auch in die Schweiz bringen», erzählt sie. Denn was in Grossbritannien gut funktioniere, müsste doch eigentlich auch hier erfolgreich sein. Sie selbst kommt aus einer künstlerisch tätigen Familie und tritt in Zirkusshows als Burlesque-Tänzerin auf. Aber eben: Bis dahin fehlte ihr der passende Standort, um ihren Traum zu verwirklichen.

Eine Villa Kunterbunt

«Dann war das Schloss letztes Jahr plötzlich zum Mieten ausgeschrieben», erzählt sie. Allein hätte sie das Haus mit seinen elf Zimmern nicht bezahlen können. Sie habe auf sozialen Medien einen Aufruf gestartet und die Frage gestellt: «Wer will mit mir ein kleines Schlösschen teilen?» Auf diesem Weg hat sie David Brülhart kennengelernt, einen Freiburger Künstler. Er konnte ihre Vision, aus dem Haus eine Art Villa Kunterbunt zu machen, nachvollziehen: ein Mehrgenerationenhaus, in dem Wohnen und Kultur Hand in Hand gehen und die Sprachgrenzen verwischen. Ihnen schlossen sich Renée Dietrich und Janik Aeby an, sie eine Tänzerin, er ein Musiker. Im November 2020 gründeten sie einen Verein.

Der Freiburger Künstler David Brülhart fand die Idee von Kerstin Bohr toll und ist mit seiner Familie ins Künstlerhaus eingezogen.
Alain Wicht

Das Haus öffnen

Gemeinsam sprachen sie beim neuen Besitzer vor und präsentierten ihm ihr Konzept. «Er hatte ein Interesse daran, dass das Haus bewohnt wird, denn vorher stand es drei oder vier Jahre leer», erzählt sie. «Unsere Idee, es nicht nur zu beleben, sondern auch zu öffnen und ein Kulturangebot für die Bevölkerung auf die Beine zu stellen, gefiel ihm.» Den damals spontan gewählten Arbeitstitel für das Projekt, «Château Bohème», haben sie später beibehalten.

Letzten Dezember sind die vier Parteien eingezogen – das vierte Paar ist mittlerweile bereits wieder ausgestiegen – und haben das Haus mit Leben gefüllt. Im Erdgeschoss werden Küche, Bibliothek und andere Räume gemeinschaftlich genutzt, in den oberen Etagen befinden sich die Zimmer. «Ich bin mit meinen drei Kindern in die ehemaligen Diener-Gemächer im oberen Stock eingezogen.» Wenige Möbel seien beim Einzug im Haus vorhanden gewesen, etwa ein altes Bett und ein goldiges Sofa. «Ich hatte aber selbst viele Möbel, die genau in dieses Schloss passten. Endlich konnte ich sie auch in Szene setzen», erzählt sie. Schon nach wenigen Monaten fühlte sie sich wie zu Hause. «Wenn man einmal hier gewohnt hat, fällt es einem schwer, sich vorzustellen, woanders zu leben.»


Schlossherrin Kerstin Bohr fühlt sich wohl in ihrem neuen Zuhause.
Aldo Ellena

Beide Sprachregionen

Zur Liegenschaft gehören acht Hektaren Land, eine riesige Terrasse und ein Pool mit einem Poolhaus. «Es ist so ein schöner Ort», sagt Kerstin Bohr. «Wir wollen ihn unbedingt mit der Öffentlichkeit teilen.» Dank der Lage nahe der Bushaltestelle und der guten Erreichbarkeit von der Stadt aus hoffen die frisch gebackenen Kulturveranstalter, auch französischsprachiges Publikum anzuziehen, zumal David Brülhart als Welschfreiburger gute Kontakte zu vielen Künstlern aus beiden Sprachregionen hat.

Viele Ideen

Am kommenden Wochenende ist es nun so weit: Die ersten Events werden stattfinden – nachdem die früher geplanten Anlässe Corona-bedingt hatten abgesagt werden müssen (siehe Kasten).

Für den Juni ist im Garten eine Skulpturenausstellung mit zwölf Ausstellern aus der ganzen Schweiz geplant. Festmahle, Konzerte, Ausstellungen, Flohmärkte, ein Markt mit regionalen Produkten, Kinderangebote: Die Gruppe rund um Kerstin Bohr, die die Rolle der Kuratorin und Eventmanagerin übernommen hat, hat noch viele Ideen, was im Garten des Château Bohème stattfinden könnte. Zum Beispiel ein Brunch, der in feinem Porzellangeschirr serviert würde. Es dürfe auch einmal etwas Ausgefallenes sein, sagt sie. «Die Ideen sprudeln nur so, alle sehen das grosse Potenzial dieses Anwesens. Uns ist es einfach wichtig, dass sich alle Leute wohlfühlen.»

Château Bohème startet mit zwei Zirkusshows

Am Freitag, 14. Mai, um 19 Uhr und am Samstag, 15. Mai, um 20 Uhr finden im Garten des Château Boheme in Tentlingen die ersten Veranstaltungen statt: zwei Zirkusvorstellungen mit Trapez, Akrobatik, Jonglage, Zauberei und Feuerspielen. Wegen der Corona-Pandemie ist die Teilnehmerzahl auf je 100 beschränkt. Die Plätze müssen reserviert werden. Wer Interesse hat, kann sich via Anruf oder Whatsapp bei Kerstin Bohr melden: 078 764 07 20.

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