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Ein Bach-Rezital als Wechselspiel zwischen Musik und Texten

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Um sich von der schier unüberschaubaren Masse an Bachrezitalen abzusetzen, ist heutzutage viel Kreativität gefragt. So haben sich denn auch Maurizio Croci, Künstlerischer Leiter des 21. Internationalen Orgelfestivals Freiburg, und Schauspieler Niklaus Talman etwas Besonderes überlegt: Im Wechselspiel von Orgelstücken und Texten ein Porträt von Johann Sebastian Bach zu skizzieren, das auch unbekanntere Facetten seines Lebens nicht aussen vor lässt.

Mit barocker Kleidung und Perücke passend ausstaffiert, trug Niklaus Talman die originalen Textdokumente mit viel theatralischer Mimik und Gestik vor. Das altertümliche Hochdeutsch, gespickt mit Begriffen wie «manquiren» und «accidentia», und seine umständlichen Ausdrucksweisen stellten dabei hohe Anforderungen an das akustische Auffassungsvermögen des Publikums. Den Anfang machten Episoden aus der Kindheit Bachs, der sich im zarten Alter von zehn Jahren eines ihm verbotenen Buches voller Klavierstücke bemächtigte und es nachts bei Mondschein abschrieb.

Darauf folgten Auszüge eines Verhörprotokolls eines Gerichtsprozesses, den sich Bach aufgrund einer Streitigkeit mit einem gewissen Fagottisten Geyersbach einhandelte. Wie sich dabei zeigte, kam es zu einer Prügelei, nachdem Bach diesen als Zipfelfagottisten beschimpft haben soll. Passend dazu spielte Croci im Anschluss die wuchtige, selbstbewusste Sonata in A, BWV 967, die Bach in jungen Jahren komponiert hatte und die den satten Klang der Mooser-Orgel voll zur Geltung brachte. Verschiedene, nachfolgend vorgetragene Schreiben brachten dabei auch eine weniger bekannte, praktisch veranlagte und kalkulierende Seite von Bach zum Vorschein. So scheute er sich nicht davor, sich für eine Gehaltserhöhung direkt an den Kurfürsten zu wenden. Dass Bach den Wert des Geldes nicht gering schätzte, wird auch spätestens in einem Brief klar, in dem er sich über einen Ausfall an Begräbniseinnahmen beschwerte, da die ungewöhnlich frische Luft weniger Todesfälle als üblich verursacht habe.

Den Abschluss machten Auszüge aus der bewegenden Grabrede von Carl Philipp Emanuel Bach auf seinen Vater. Johann Sebastian Bach habe dabei wie kein Tonkünstler zuvor «die verstecktesten Geheimnisse der Harmonie in die künstlichste Ausübung» gebracht. Die musikalische Antwort darauf folgte prompt mit der Fuge in C, BWV 547/2, dem aus kompositorischer Sicht wohl interessantesten Stück des Abends, obschon es ganz ohne Pedal auskommt. Im polyfonen Stück, in dem bis zu vier Stimmen unabhängig voneinander durcheinanderwirbeln, konnte Maurizio Croci sein Können auf der Königin der Instrumente auf eindrückliche Weise unter Beweis stellen.

«Im polyfonen Stück konnte Maurizio Croci sein Können auf der Königin der Instrumente auf eindrückliche Weise unter Beweis stellen.»

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