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Ein bedauerlicher Entscheid

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Der Grosse Rat des Kantons Freiburg hat entschieden, vorläufig keine Informatikkurse an den Kollegien durchzuführen, wie die FN berichteten. Das ist, wie die ganze Entwicklung, welche das Maturitätsprogramm in den letzten Jahren genommen hat, bedauerlich. Als Dozent stelle ich Jahr für Jahr eine deutliche Abnahme der Fähigkeit zu formalen und präzisen Gedankengängen fest.

Der Einsatz des Computers als Werkzeug für das Arbeiten im Studium (Textverarbeitung, Graphik, Internet etc.) ist heute selbstverständlich, so wie früher das saubere Gestalten von Texten und Zeichnungen mit Füllfeder, Bleistift und Tusche. Das hat nicht mehr mit Informatik zu tun als Autofahren mit Physik. Es vermittelt den Gymnasiasten auch ein völlig falsches Bild vom Informatikstudium, wenn diese Tätigkeiten unter dem Begriff «Informatik» segeln.
Leider geht es gegen die Tendenz der modernen Erziehung, dass die Jugendlichen lernen zu programmieren. Dies würde jedoch helfen, sie dazu zu erziehen, Pläne zu entwerfen, Disziplin in der Organisation der Gedanken zu entwickeln, exakt zu denken, den Details Aufmerksamkeit zu schenken, Fehler zu entdecken und zu korrigieren – kurz, sie zu lehren, selbstkritisch zu sein.
Lieber überlässt man sie sich selbst, so dass sie sich unkontrolliert zu Hackern entwickeln. Länder im Osten Europas und im fernen Osten, wie Indien und China, dagegen pflegen die Tugenden des exakten Arbeitens, die das Programmieren erfordert. Wir werden unsere Versäumnisse teuer bezahlen. Es nützt nichts, am meisten Geld pro Studierendem zu investieren, wenn diese Mittel falsch eingesetzt werden.
Die technologische Seite der Informatik steht in den Medien verständlicherweise im Vordergrund. Dabei werden aber die eben so wichtigen grundsätzlichen und bildenden Aspekte der Informatik als wissenschaftliche Disziplin vernachlässigt. Kein Wunder, dass die Öffentlichkeit und die Politik ein unzutreffendes oder mindestens unzureichendes Bild von der wahren Bedeutung der Informatik haben.

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