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Ein bisschen Normalität dank fremder Haarpracht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Tag um Tag, Haar um Haar wird es etwas lichter auf der Kopfhaut. Haarausfall kann erblich bedingt sein oder als Symptom einer Krankheit wie Diabetes auftreten. Die wohl bekannteste und gefürchtetste Ursache für Haarausfall ist und bleibt jedoch die Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung. Durch die Medikamente werden Zellen geschädigt, die sich schnell und häufig teilen. Diese finden sich in bösartigen Tumoren, aber eben auch in Schleimhäuten und Haarwurzeln.

Micheline Pythoud vom Coiffeursalon Hairstructure in Freiburg hat sich auf den Verkauf von Perücken, Hüten und Foulards spezialisiert. Sie berät täglich Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre Haare verloren haben.

Verantwortung und Privileg

Seit 2008 arbeitet die ausgebildete Coiffeuse zusätzlich mit Menschen, die unter Haarausfall leiden. «Diese Arbeit ist kaum mit der Arbeit eines Coiffeurs zu vergleichen. Ich mag es sehr, beides machen zu können», sagt Micheline Pythoud. Schon das Verhältnis zur Kundschaft sei ein anderes. «95 Prozent unserer Kunden haben gerade erfahren, dass sie an Krebs leiden», erzählt Pythoud. «Sie kommen in einem unglaublich schwierigen Moment ihres Lebens zu uns.» Das sei eine grosse Verantwortung, aber auch ein Privileg. «Es ist eine grosse Freude für mich, wenn ich die Wünsche eines Kunden erfüllen kann.»

Haar, Hut oder Tuch?

Der grösste Teil der Kundschaft bestehe aus Frauen. Aber auch Männer kämen hin und wieder. «Kinder eigentlich nicht. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren fühlen sich oft wohler mit einem Hut oder einem Tuch», sagt Pythoud. Sie erklärt, wie es normalerweise abläuft, wenn eine Kundin zum ersten Mal zu ihr kommt. «Beim ersten Besuch hat die Person eben erst erfahren, dass sie eine Chemotherapie machen muss.» Es sei besser, wenn sich die Kundin nicht erst melde, wenn die Haare bereits ausfallen. «Kommen sie schon vorher, kann ich sehen, wie die Haare aussehen und wie sie sich anfühlen. Die Auswahl einer Perücke fällt dann umso leichter.» Micheline Pythoud erstellt anhand dieses ersten Treffens eine Vorauswahl von Produkten. «Ich bestelle etwa zehn Perücken, dann kommt die Kundin erneut vorbei und probiert alle an.» Sei das richtige Modell gefunden, bewahre sie die gewünschte Perücke auf. «Die Kundin kommt erst wieder, wenn die Haare auszufallen beginnen.» Wenn es so weit ist, rasiert die Zweithaarspezialistin die restlichen Haare ab. Micheline Pythoud passt dann die Perücke ein letztes Mal an.

Mut zur Nacktheit

Es gäbe durchaus auch Frauen, die während der Chemotherapie keine Perücke tragen wollen. «Sie fühlen sich wohler mit einem Hut oder einem Foulard. Oder ganz ohne eine Kopfbedeckung», erzählt Pythoud. «Man sieht das wieder öfter in letzter Zeit, auch bei prominenten Frauen. Sie rasieren sich den Kopf einfach so, als Modestatement.» Dies helfe vielen Frauen, die sich eigentlich ohne Perücke und Tuch zeigen möchten, aber sich nicht trauen.

Und was passiert mit der Perücke, wenn sie nicht mehr gebraucht wird? «Das ist unterschiedlich. Einige werfen sie weg, sie wollen mit dem Kapitel komplett abschliessen», sagt die Zweithaarspezialistin. Andere seien pragmatischer und würden die Perücke aufheben. «Falls irgendwann eine erneute Chemotherapie nötig ist.»

Stürme und andere Ängste

Dass ein starker Wind die Perücke vom Kopf reisse, sei die grösste Angst vieler ihrer Kunden und Kundinnen, erzählt Micheline Pythoud. «Dabei passiert das eigentlich nie.» Woher diese Befürchtung komme, wisse sie nicht genau. «Man sieht es oft in Filmen oder in der Werbung, aber das ist sehr unrealistisch.» Eine weitere Sorge vieler Kunden sei es, unnatürlich auszusehen. «Man will sich nicht verkleidet fühlen und so normal wie möglich aussehen.» Ihren Kunden dies zu ermöglichen, sei für sie das Wichtigste. «Wenn ein Kunde oder eine Kundin mit einem Lächeln auf dem Gesicht aus dem Salon geht, freut mich das sehr. In einer unheimlich schwierigen und aussergewöhnlichen Lebensphase darf ich diesen Menschen ein wenig Normalität zurückgeben.»

Fakten

Wissenswertes rund um Perücken

Perücken können aus natürlichen oder synthetischen Fasern bestehen. Die meisten Perücken werden in Asien hergestellt. Asiatische Frauen lassen ihre Haare oft über Jahre wachsen, um sie dann abzuschneiden und Perückenherstellern zu verkaufen. Ihr besonders dickes Haar eignet sich sehr gut dafür. Auch in Europa kann man seine Haare zur Perückenherstellung spenden. Kundinnen und Kunden können Perücken auch nach Mass oder mit dem eigenen Haar anfertigen lassen. Dies ist jedoch kostspielig und dauert sehr lange. Moderne synthetische Perücken sehen mittlerweile sehr natürlich aus und sind sehr pflegeleicht. «Eine qualitativ gute, professionell angepasste Perücke aus synthetischen Fasern erkennt man nicht mehr als Perücke, wenn sie jemand trägt», bestätigt Micheline Pythoud, Spezialistin für Haarersatz.sn

 

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