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Ein Bubentraum ist wahr geworden

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Wochenlang arbeitete er sich für seine Diplomarbeit in das Thema der Moonbounce-Kommunikation ein, erweiterte die Funkanlage der Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg und sass stundenlang vor dem Monitor. Er schraubte am Empfänger, starrte auf den Bildschirm und hoffte, von jemandem ein Funksignal zu empfangen. Irgendwann kam der Punkt, an dem er ein Erfolgserlebnis brauchte. Und dieses kam.

Einmal Mond und zurück

«Es war wie ein Goldmedaillengewinn», beschreibt Student Dominik Gygax den Moment, als er zum ersten Mal ein Signal via Moonbounce empfing. Dies bedeutet, dass der in Helsinki ausgestrahlte Funkruf den weiten Weg von über 770 000 Kilometer hinter sich hatte: Einmal zum Mond und wieder zurück. «Diese enorme Distanz macht die Moonbounce-Kommunikation interessant», sagt Gygax.

Während heutzutage für Signalübertragungen häufig Satelliten eingesetzt werden, agiert bei dieser Technik der Mond als passiver Reflektor. Entwickelt wurde diese Methode in den 40ern Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie war damals vor allem für das Militär von grosser Bedeutung. Heute beschäftigen sich fast ausschliesslich Funkamateure mit dem Moonbounce. «Aus purer Freude», weiss Gygax. «Nützlich ist Moonbounce in diesem Sinne nicht. Doch die technische Herausforderung reizt.» Die Übertragung Erde-Mond-Erde dauert zweieinhalb Sekunden und auf dem weiten Weg geht fast die gesamte Signalstärke verloren. «Mich fasziniert, dass unter diesen Umständen überhaupt ein Funkaustausch stattfinden kann.»

Neue Herausforderung

Gygax ist selber nicht im Besitz einer Amateurfunklizenz. Doch mit dem Moonbounce befasst hat sich der Student in Telekommunikation im Rahmen seiner Diplomarbeit, die er von Ende Mai bis Mitte Juli schrieb.

Die Idee, sich mit der Kommunikation mittels Mond zu beschäftigen, kam von Dozent Laurenz Altwegg. «An unserer Hochschule haben wir eine grosse Antenne und Empfangsanlage. Diese dienten ursprünglich dazu, Signale der EPFL Lausanne über den Schweizer Satelliten SwissCube zu empfangen», informiert Altwegg. Als die EPFL Ende 2011 aufhörte, mit dem SwissCube zu arbeiten, überlegte sich Altwegg, wie die Anlage eingesetzt werden könnte: «Die Moonbounce-Kommunikation bot sich als spannende Herausforderung an.»

Geduld ist gefragt

Und Dominik Gygax stellte sich dieser Herausforderung: «Dass ich bisher überhaupt keine Erfahrung im Amateurfunk hatte, erschwerte die Arbeit.» Das Unterfangen endete nicht selten in einer Geduldsprobe: «Oft sass ich mehrere Stunden im Kontrollraum, bis ich endlich ein Funkruf empfangen konnte.» Dennoch zeigt sich der Student begeistert: «In wissenschaftlicher Sicht habe ich enorm viel gelernt und dies mit einem Hilfsmittel, dass älter als die Menschheit ist. Via Mond zu kommunizieren, das ist doch ein Bubentraum.»

Von der Diplomfeier Ende September trennen ihn nur noch die Ausstellung der Arbeit und deren mündliche Verteidigung. Ein nächstes Projekt hat Gygax bereits im Sinn: «Im Herbst möchte ich die Funk

amateurlizenz machen.»

 

Amateurfunk: «73» statt «Viele Grüsse»

F unkamateure, die mit Gleichgesinnten via Mond in Kontakt treten wollen, geben ihren Funkruf in einem eigens dafür eingerichteten Chatraum im Internet bekannt. Dies ermöglicht den anderen Funkern rund um den Globus, konkret nach einem gesendeten Ruf zu suchen. Anhand eines persönlichen Kennzeichens können sowohl Funker wie auch Funkstation identifiziert werden. Wer Amateurfunk betreiben möchte, muss dazu eine Lizenz lösen.

Während die Funker früher hauptsächlich mit Morsezeichen kommuniziert haben, werden heute fast ausschliesslich digitale Signale gesendet. Diese bestehen aus einer Zeichenkombination, wobei pro Minute maximal 13 Zeichen gesendet werden können. Dazu verwendet der Amateurfunker gängige Verschlüsselungen und kann so einen Funkkontakt beispielsweise mit der Zahl 73 beenden. Dies heisst so viel wie «Best regards» (Viele Grüsse). jdb

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