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Ein Burgunder zwischen Kunst und Krieg

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Autor: Angelica Tschachtli

Seine Zeitgenossen nannten ihn «Charles le travaillant», und entsprechend charakterisierte ihn auch sein Memoirenschreiber Philippe de Commynes: «Immer Arbeit, ohne jede Freude in der Person, in der Auffassung, denn der Ruhm berauschte ihm das Herz und der Wunsch, alles zu erobern, was ihm gefiel.»

Die Herzöge von Burgund hatten seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begonnen, das alte karolingische Mittelreich zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich zu schaffen.

Dieses umfasste nicht nur das heutige Burgund, sondern erstreckte sich über Luxemburg bis nach Friesland, dazu gehörte vor allem Flandern mit den damals grössten und reichsten Städten Europas, deren Abgaben den Luxus und den Ehrgeiz Karls finanzierten. Denn er hatte grosse Ziele: Er wollte sein eigenes Königreich. Ein Mittel war die Verheiratung seiner Tochter mit dem deutschen Kaisersohn.

Fürstentreffen in Trier: 1473

Diese Heiratsallianz war der eigentliche Zweck einer Zusammenkunft in Trier zwischen dem deutschen Kaiser Friedrich III. und Karl dem Kühnen. Das offizielle Ziel war jedoch christlicher: Man wollte die burgundische Beteiligung für den geplanten Kreuzzug besprechen. Das Treffen dauerte fast zwei Monate und versammelte Hunderte von Personen der beiden Höfe in Prunk und Gelage.

Im Historischen Museum Bern ist diesem Treffen ein ganzer Saal gewidmet: eine Rüstung Maximilians mitsamt Harnisch seines Pferdes zeigen, wie der Kaiser bei den Turnieren nach seinem festlichen Einzug und den Verhandlungen aufgetreten war. Ein Thron mit Baldachin, die Reliquienschätze, die während der Messen Verwendung fanden, sowie Objekte zur Unterhaltung lassen erahnen, wie sich diese Tage in Trier abgespielt haben: ein Brettspiel mit Elfenbeinreliefs, die Szenen von höfischen Vergnügen wie Jagd, Musik, Tanz und Turniere darstellen, steht neben Kinderspielzeugen der fürstlichen Höfe: Die Enkelkinder des deutschen Kaisers spielten mit rollenden Ritter-Figuren aus Messing.

All der Aufwand führte nicht zum Ziel, und beide Höfe zogen unverrichteter Dinge nach Hause.

Die Hochzeit zwischen Karls Tochter Maria und dem Kaisersohn Maximilian kam trotzdem zustande, doch erlebte der Burgunderherzog sie nicht mehr: Die Heirat wurde 1477, einige Monate nach seinem Tod, vollzogen. Die Früchte des eidgenössischen Sieges teilten sich Frankreich und Habsburg. Der Reichtum der Städte Flanderns verhalf Habsburg zum Aufstieg zur weltlichen Macht.

Glanzvolles Hofleben

Die Ausstellung «Karl der Kühne – Kunst, Krieg und Hofkultur» veranschaulicht diese Geschichte des wohl reichsten Fürsten des 15. Jahrhunderts anhand vieler Kunstgegenstände, die aus über 40 Museen zusammengetragen wurden. Der Luxus und die Kunst waren der Stolz ihrer Zeit. Im Auftrag der burgundischen Herzöge entstanden Prunkrüstungen, Tafel- und Buchmalereien, Tapisserien, wertvolle Goldschmiedearbeiten wie das Reliquiar von Lüttich (Bild oben). Auch die Führungsschichten der dank ihrer Textilproduktion florierenden Städte wie Gent oder Brügge (wo die Ausstellung 2009 gezeigt wird) trieben Europas Kunstelite wie Jan van Eyck oder Hans Memling zu Höchstleistungen, die in Bern zu bestaunen sind.

Ausstellungskatalog: «Karl der Kühne (1433-1477) – Kunst, Krieg und Hofkultur». Die Ausstellung im Historischen Museum Bern dauert bis zum 24. August 2008. www.karlderkuehne.org

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