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Ein Chor ist mehr als gemeinsam singen

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«Unsere Chöre wollen mit einem breiten Repertoire alle Generationen ansprechen», sagt Barbara Krähenbühl, Präsidentin des Sängerbundes Region SeeSaaneSense. Diese Einschätzung bestätigen Fritz Moeri und Joël Egger, die gemeinsam im Männerchor Ried bei Kerzers singen. Mit einem Altersunterschied von gut 70 Jahren sind sie gleichzeitig das älteste und das jüngste aktive Mitglied des Sängerbundes. «Manchmal bringt unser Dirigent moderne Lieder, welche die Jungen ansprechen», erzählt Moeri und nennt als Beispiel «Atemlos» von Helene Fischer. Ihm gefalle das: «Nur ist das Lied so wahnsinnig schnell, dass man mit Sprechen kaum nachkommt», sagt Moeri, der mit 91 Jahren noch auf Leitern klettert, um Bäume zurückzuschneiden.

Kein Nostalgiker

Seit 25 Jahren singt Moeri im Männerchor Ried. «Sänger bin ich aber schon seit 70 Jahren.» Viele Jahre sang er im Männerchor Büchslen-Gempenach, dann im bernischen Münchenbuchsee und später wieder in Kerzers. Damit hat er auch den Sängerbund während einer langen Zeit erlebt. Es habe sich doch einiges verändert, stellt Moeri fest. Vor allem die Nachwuchssorgen hat er hautnah miterlebt: «Viele Chöre haben fusioniert oder sind ganz verschwunden.» Auch die Sängerfeste des Sängerbundes seien so nicht mehr gleich sinnvoll. Moeri ist aber kein Nostalgiker, der die Vergangenheit verklärt. «Die Gesellschaft hat sich verändert. Viele sind heute im Beruf sehr eingespannt.»

Ein Theaterabend des Männerchors brachte Joël Egger zum Chor. «Ich war als Helfer im Einsatz, da überzeugte mich der Dirigent, ich solle einmal vorbeischauen.» Nun freut sich der Forstwart-Lehrling aus Muntelier auf sein erstes Sängertreffen vom kommenden Wochenende. Der Männerchor, so sind sich Moeri und Egger einig, lebe sowohl vom Singen als auch vom Zusammensein. «Ohne das Sozialleben kann kein Verein existieren», meint Moeri.

Anderer Punkt im Leben

Es gebe natürlich schon Unterschiede zwischen den Generationen. In Pausen oder nach den Proben im Restaurant gruppiere sich der Chor in die Altersgruppen. «Zwischen uns liegen 70 Jahre. Wir stehen nicht am gleichen Punkt im Leben», sagt Moeri. Er hat aber Freude an seinen jungen Mitsängern. Joël Egger fühlt sich im Chor gut aufgehoben. «In einem solchen Chor könnte ich mir gut vorstellen, 70 Jahre zu singen», meint er. Und Moeri? «Ich bleibe im Chor, solange meine Stimmbänder noch mitmachen und ich noch stehen mag.»

 

Zum Programm

Ein Festspiel zum Jubiläum

Am kommenden Wochenende feiert der Sängerbund Region SeeSaaneSense sein 150-jähriges Jubiläum mit einem grossen Fest in der Seelandhalle von Kerzers. Anlässlich dieses Festes führen über 150 Mitwirkende unter der Leitung von Trudy Vonlanthen-Leuthold das Festspiel «Jahr der Besinnung» auf, dass Heinrich J. Leuthold 1948 zur Jahrhundertfeier des Schweizerischen Bundesstaates geschrieben hat. Die Aufführung wird am nächsten Donnerstag anlässlich des Sängerfestes Tutticanti in Bulle wiederholt. Neben dem Festspiel mit anschliessendem Apéro stehen am Jubiläum auch ein Nachtessen, eine Musikstubete sowie eine offizielle Jubiläumszeremonie auf dem Programm, die aber bereits ausgebucht sind.sos

Sängerbund: Über das Dorf hinausschauen

Barbara Krähenbühl, Sie präsidieren den Sängerbund Region SeeSaaneSense. Vor welchen Herausforderungen steht der Sängerbund heute?

1991 beteiligten sich 28 Chöre mit 800 Sängern an unserem Sängerfest. Am kommenden Wochenende sind es noch 11 Chöre mit 215 Sängern. Wir spüren, dass den Menschen immer mehr Freizeitangebote zur Verfügung stehen. So sind zum Beispiel zahlreiche neue Chöre mit einem speziellen Profil entstanden. Mit der gestiegenen Mobilität können Dorfbewohner heute auch Vereine in Bern oder Freiburg besuchen. Das konkurrenziert unsere Chöre. Mir scheint zudem, dass heute Menschen konsumieren wollen, ohne dass sie bereit sind, sich in einem Verein zu verpflichten. Ich hoffe, dass sich das bei den jüngeren Generationen wieder einmal ändern wird. Auch die Suche nach Dirigenten ist schwierig geworden. Dementsprechend müssen die Chöre ihre Dirigenten finanziell besser entschädigen, was gerade für kleine Chöre eine Belastung ist. Leider können wir wegen des Mangels gerade an jungen Sängern keine Chorwettbewerbe mehr durchführen.

 

Für was braucht es heute noch einen Sängerbund?

Der Sängerbund ermöglicht, über den Rand des Dorfes hinauszuschauen. So kennen sich die Sänger innerhalb der ganzen Region. An Sängertreffen treffen sie auf andere Chöre, sehen, was andere machen und lernen so auch neue Chorliteratur kennen. Zudem stellen wir eine Liste mit den Anlässen aller Chöre zusammen und fördern so den Austausch unter den Chören. Ohne den Sängerbund mit seinen Sängerfesten wäre jeder Chor auf sich alleine gestellt.

 

Was bedeutet das 150-Jahre-Jubiläum des Sängerbundes für Sie als Präsidentin?

Gerade angesichts der Schwierigkeiten, vor denen der Sängerbund heute steht, ist das 150-Jahre-Jubiläum ein grossartiger Anlass für uns. Es zeigt, wie lange der Verband trotz der Nachwuchsprobleme schon existiert. Ich freue mich besonders, dass wir das grosse Festspiel «Das Jahr der Besinnung» aufführen können. sos

 

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