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Ein Defizit mit einer optimistischen Note

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14,5 Millionen Franken betrug das Defizit des HFR im Jahr 2017, gar 21,3 Millionen Franken wurden für 2018 budgetiert. Nun liegen die definitiven Zahlen für 2018 vor: Das Jahresergebnis schliesst mit einem Fehlbetrag von 11,8  Millionen Franken. «Wir haben Massnahmen zur Gesundung der Finanzen ergriffen, und sie trugen Früchte», sagte die Verwaltungsratspräsidentin ad interim, Staatsrätin Anne-Claude Demierre (SP), gestern an der Bilanz-Medienkonferenz. «Auch die Resultate des ersten Quartals 2019 sind besser als budgetiert.»

Ein wichtiger Faktor für das verbesserte Resultat ist die Reduktion der durchschnittlichen Aufenthaltstage für stationäre Patienten von 7,2 auf 6,8  Tage. «Weniger Aufenthaltstage können zwei Folgen haben», sagte Generaldirektor Marc Devaud. «Entweder die Bettenzahl wird reduziert, oder die Betten füllen sich wieder. Bei uns traf das Zweite ein: Wir hatten 1700 Patienten mehr. Dies zeigt, dass die Freiburger Bevölkerung seinem Spital vertraut.»

Auch ambulanter Zuwachs

Diese Zunahme von zehn Prozent im stationären Bereich trug zu einer Umsatzsteigerung um vier Prozent oder 20  Millionen Franken auf 482 Millionen bei. Auch die ambulanten Fälle haben um 21 000 auf insgesamt 488 000 zugenommen. Devaud erwähnte auch, dass 2018 die Schwelle von 1000 Geburten überschritten wurde. Zudem habe die durchschnittliche Schwere der Fälle zugenommen, was dem HFR ebenfalls mehr Einnahmen brachte.

Die zusätzliche Arbeit konnte das Freiburger Spital fast ohne zusätzliches Personal bewältigen. Dazu gehörte auch ein vermehrtes Aushelfen von Personal zwischen den Standorten. Devaud ergänzte, dass die vermehrten Ausfälle aufgrund von Mutterschaft oder einer Grippe-Epidemie Ende Jahr herausfordernd gewesen seien.

Erfolg im Tarifstreit

Der Generaldirektor gab weiter bekannt, dass das Spital im Tarifstreit mit den Krankenversicherern einen Erfolg verbuchen konnte. Seit der Umstellung auf die neue Finanzierung gemäss Fallpauschalen 2012 hat sich das Freiburger Spital weder mit dem Verband Tarifsuisse noch mit der CSS über die Höhe der Pauschale einigen können. Rund zwei Drittel der Patientenrechnungen waren deshalb über diesen Zeitraum provisorisch. Nachdem das Bundesgericht entschieden hatte, dass sich beide Seiten unter sich einigen und einen Tarif irgendwo in der Mitte finden müssen, ist das mit Tarifsuisse nun geschehen. Es handelt sich um einen Tarif, der rund 100 Franken über dem schweizerischen Durchschnitt liegt. «100 Franken pro stationärer Fall bedeutet wiederum mehr Ertrag», so der Finanzdirektor Klaus Werlen. Mit der CSS scheint man sich zumindest für das laufende Jahr gefunden zu haben. Offen ist aber noch eine Rückzahlungssumme von 1,5 Mil­lio­nen Franken. Für den Tarifstreit mit den Versicherern hatte der Kanton geholfen, eine Provision anzulegen. Nach der Einigung mit Tarifsuisse kann das Spital nun einen Teil dieser Provision zurückzahlen.

«Das finanzielle Ergebnis ist gut, aber noch nicht ge­nügend», sagte Marc Devaud. Man sei mit dem kantonalen Finanzinspektorat in ständigem und gutem Kontakt. Dessen Vorschläge würden laufend umgesetzt. Weitere Efforts seien aber nötig. «Es braucht richtige Massnahmen, nicht nur halbe Massnahmen», so Devaud. Der Staat könne zwar helfen, aber die Regeln würden vor allem auf eidgenössischer Ebene aufgestellt.

Gemäss Finanzdirektor Werlen sei es das Ziel des Spitals, einen EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von zehn Prozent zu erreichen. 2018 waren es 2,44  Prozent. Da das Defizit mehr als drei Prozent der Erträge ausmacht, ist das Spital gesetzlich verpflichtet, weitere Massnahmen zu treffen.

Generaldirektor Devaud gab einen Überblick über den Stand der Roadmap, die sich das Spital erstellt hatte. So sollen die Fallzahlen weiter steigen, die Patientenpfade verbessert werden, der Personalbestand unter Kontrolle bleiben und zum Beispiel auch der Einkauf und die Warenversorgung noch effizienter werden. Dies bei einem weiterhin steigenden Druck auf die Tarife.

Strategie-Entwurf bis Juni

Die Direktion ist derzeit daran, eine künftige Strategie für das Spital zu entwickeln. Dazu wurde erst kürzlich eine Marktanalyse erstellt. Ein Weg könnte gemäss Devaud die vermehrte Zusammenarbeit mit auswärtigen Gesundheitszen­tren sein.

Einen ersten Entwurf dieser Strategie möchte die Direk­tion bis Ende Juni an den neuen Verwaltungsrat übergeben.

Personelles

Thierry Carrel im neuen Verwaltungsrat

Der Staatsrat hat gestern die neuen Mitglieder des HFR-Verwaltungsrats bekannt gegeben. Er hat die Ernennung von Staatsrat Didier Castella (FDP), des aktuellen Verwaltungsrats Philipp Müller sowie des Gesundheitsberaters Stephan Hänsenberger gutgeheissen. Weiter schlägt der Wahlausschuss die Finanzanalystin Nathalie Delbarre, die Direktorin der Hochschule für Gesundheit Nataly Viens Python sowie den Herzchirurgen Thierry Carrel vor. Diese drei Mitglieder soll der Grosse Rat im Mai validieren. Der Verwaltungsrat wird sich selbst konstituieren sowie ein siebtes Mitglied ernennen.

Im November 2018 hatte der Grosse Rat auf Empfehlung des Staatsrats entschieden, den Verwaltungsrat des Freiburger Spitals von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern. Die Grösse des Verwaltungsrats war ein Kritikpunkt in einem Audit zum HFR gewesen. Auf Ende 2018 trat der Verwaltungsratspräsident Philippe Menoud vom Amt zurück. Für die Übergangszeit bis zur Wahl eines neuen Verwaltungsrats sprang Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) als Interims-Präsidentin ein.

Gestern hat in der Person von Ronald Vonlanthen auch der neue Medizinische Direktor des HFR seine Arbeit aufgenommen. Mit dem Amtsantritt von Stéphane Brand als neuem Direktor für Informationssysteme wird der Direktionsrat ab Juni wieder komplett sein, sagte Generaldirektor Marc Devaud gestern. Derzeit laufen zudem die Wahlen zur Besetzung einer neuen Personalkommission.

uh

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