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Ein Dementi auf der ganzen Linie

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Ein Dementi auf der ganzen Linie

Spitalleitung und Ärzteschaft weisen die Vorwürfe des «Beobachters» vehement zurück

Die Sicherheit der Patienten im Kantonsspital sei immer gewährleistet, sagen die Verantwortlichen und reagieren damit auf schwere Anschuldigungen des Magazins «Beobachter». In seiner neusten Ausgabe stellt es unter anderem die Neurochirurgie in Frage.

Autor: Von JEAN-LUC BRÜLHART

Das Jahr ist neu, die Vorwürfe sind zum grossen Teil die alten geblieben: Der «Beobachter» erhebt in seiner neusten Ausgabe von heute Freitag wiederum schwere Anschuldigungen gegen das Kantonsspital Freiburg und doppelt damit auf seine Ausgabe von Ende Dezember nach (siehe FN vom 22. Dezember 2006).

Probleme in der Neurochirurgie

Er ortet dieses Mal nicht nur Probleme in der Chirurgie und den Operationssälen, sondern auch in der Spital-Apotheke (siehe Kasten) und in der Neurochirurgie. «Das Kantonsspital ist befähigt, neurochirurgische Eingriffe vorzunehmen, doch im Spital ist kein ausgebildeter Neurochirurg angestellt», schreibt der «Beobachter»-Autor. Der zuständige Arzt Philippe Otten sei in der St.-Anna-Klinik angestellt und arbeite nur auf Abruf. Weil Otten nicht immer verfügbar sei, müssten in Lebensgefahr schwebende Patienten zeitraubend in andere Spitäler verlegt werden, wird ein Kaderarzt im «Beobachter» zitiert. Philippe Otten nahm an der Pressekonferenz vom Donnerstag Stellung zu diesen Vorwürfen. «Die Rettungsdienste wissen, dass sie in schweren Fällen die Patienten in die Unispitäler nach Lausanne oder Bern bringen.»

Ein Berner Arzt äussert sich

Gemäss Ruth Lüthi, alt Gesundheitsdirektorin, existieren zwischen den Westschweizer Kantonen und mit dem Inselspital in Bern in Bezug auf Patienten mit schweren Kopf- und Rückenverletzungen Abkommen. «Es ist eine Frage der kritischen Grösse, dass die schweren Fälle der Neurochirurgie zentralisiert werden», so Lüthi.Der «Beobachter» zitiert ebenfalls Luigi Mariani, stellvertretender Chefarzt im Inselspital. Das Kantonsspital suche für die neurochirurgischen Notfälle jeweils nach freien Plätzen und es sei nur dem Glück zuzuschreiben, dass bisher noch kein Patient zu Schaden gekommen sei, sagt er. Die Leitung des Inselspitals will jedoch diese Aussagen nicht bestätigen.Auch Ottet zeigt sich erstaunt über diese Äusserungen. «Falls es zu Fehlern gekommen ist, hätte er uns informieren müssen. Es ist wichtig, dass gerade wir auf unserem Gebiet aus diesen lernen können.»

Engpässe im Notfall

Jean-Marie Michel, stellvertretender Arzt der chirurgischen Klinik, räumt Engpässe in der Notfallstation ein. Diese seien auf die Tatsache zurückzuführen, dass für dringende Notfälle nur ein halber Operationssaal (täglich zwölf Stunden) reserviert sei. Er hält aber fest, dass dringende Notfalloperationen immer prioritär behandelt werden. Zudem wird sich die Situation entschärfen, denn in Zukunft ist ein Operationssaal ausschliesslich für Notfälle vorgesehen.Der Verwaltungsrat des Spitalnetzes behält sich vor, gegen den «Beobachter» rechtliche Schritte zu unternehmen, sagte sein Präsident Marius Zosso auf Anfrage. «Wir werden an unserer nächsten Sitzung aber auch auf die Vorwürfe zurückkommen müssen», so Zosso.

Was steckt dahinter?

Aus Sicht der Spitalleitung stehen die Vorwürfe in engem Zusammenhang mit einem ehemaligen Kaderarzt. Von einer Retourkutsche ist von verschiedenen Seiten gar die Rede. Es geht dabei um Lukas Krähenbühl, ehemaliger Chefarzt der Chirurgie, dem Schwächen in der Kommunikation und der Führung nachgesagt werden. Ihm hätte im letzten Jahr nach einem externen Audit der chirurgischen Klinik und auf seine Einwilligung ein Coach zur Seite gestellt werden sollen. Es kam aber nicht so weit, denn Krähenbühl verliess das Spital im Dezember vorzeitig. Gemäss Ruth Lüthi habe man ihm helfen wollen und nie den Rücktritt nahegelegt.

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