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Ein Drittel ist nicht erwerbstätig

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450 Seiten dick ist das Statistische Jahrbuch des Kantons Freiburg 2020, und es deckt von der Einwohnerzahl über die Verschuldung der Gemeinden bis zur Anzahl Kino-Leinwände im Kanton fast alles ab.

Doch das statistische Amt erfasst noch viel mehr Daten, die auch online einsehbar sind (www.fr.ch/stata). In der soeben gedruckten Ausgabe 2020 wirft das Statistische Amt einen gesonderten Blick auf die Freiburger Arbeitswelt. Diese umfasst 256 700 Personen, die 15-jährig oder älter sind. Ende 2018 zählte der Kanton Freiburg 318 714 Einwohnerinnen und Einwohner.

8000 arbeiten im Haushalt

Von den 256 700 Personen im erwerbstätigen Alter gelten 176 100 als Erwerbspersonen und 80 600 als Nichterwerbspersonen. Anders gesagt: Rund ein Drittel ist nicht erwerbstätig. Von diesen Nichterwerbstätigen sind nur 8000 Personen als Hausfrauen oder Hausmänner erfasst. Fast doppelt so viele (16 700) Personen befinden sich in einer Ausbildung, und 52 100 beziehen eine Rente.

Unter den Erwerbstätigen arbeiten rund zwei Drittel Vollzeit und ein Drittel Teilzeit. Mehr als drei Viertel von ihnen sind Arbeitnehmer, der Rest teilt sich auf Selbstständige, Firmeneigentümer, Lehrlinge und andere auf.

Vier Mal mehr Frauen seit 1970

Ebenfalls zu den Erwerbspersonen werden die Erwerbslosen gezählt. Im Juli 2019 registrierte der Kanton 6847 Stellensuchende. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen sind Arbeitslose, die anderen sind nicht arbeitslose Stellensuchende. Bei den Erwerbspersonen hat der Anteil der Frauen deutlich zugenommen. Zwischen 1970 und 2017 hat sich die Zahl der Frauen mit einem Erwerb von 21 000 auf 83 000 rund vervierfacht. Die Zahl der Männer unter den Erwerbspersonen stieg dagegen bloss um 80 Prozent auf 93 000.

Niedrige Arbeitslosigkeit

2019 war in Bezug auf die Arbeitslosen ein gutes Jahr im Kanton Freiburg. Seit den Jahren 2012 und 2013 lag die Zahl der Arbeitslosen trotz einer höheren Einwohnerzahl nie mehr so tief, und das gilt sowohl für die Sommermonate wie die traditionell schwierigeren Wintermonate. Ein Trend lässt sich jedoch feststellen: Während bei fast allen Altersgruppen die Arbeitslosenzahl über die letzten sieben Jahre zurückging, ist sie bei den über 50-Jährigen stetig angestiegen.

Allgemein lag die Freiburger Arbeitslosenquote seit 2006 immer unter dem schweizerischen Schnitt. Ende 2018 lagen beide mit rund 2,5 Prozent aber fast gleichauf.

Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt der gute Arbeitsmarkt. Zwar verliert der Kanton jedes Jahr Unternehmen und Arbeitsplätze, gleichzeitig haben aber die 127 wachstumsstärksten Unternehmen zwischen 2013 und 2016 insgesamt 1850 Arbeitsstellen geschaffen. Zu diesen Unternehmen zählen jene mit mindestens zehn Beschäftigten, die während mindestens drei Jahren über zehn Prozent zusätzliche Stellen pro Jahr vorweisen können.

Dies schlägt sich auch in den gemeldeten offenen Stellen im Kanton nieder. Im Jahresmittel hat sich diese Zahl zwischen 2006 und 2018 von 250 auf 492 knapp verdoppelt. Im Frühsommer 2019 gab es gar rund 800 gemeldete offene Stellen.

Unterdurchschnittliche Löhne

Wo die Freiburger Arbeitswelt hinterherhinkt, ist bei den Löhnen. Im privaten und öffentlichen Sektor zusammen liegt in Freiburg der Medianlohn bei 6139 Franken. Das bedeutet, dass die Hälfte der Arbeitnehmer über diesem Lohn, und die andere Hälfte darunter liegt. Fast alle Regionen der Schweiz wie das Genferseegebiet, Espace Mittelland, die Nordwestschweiz, Zürich und die Zentralschweiz liegen einige Hundert Franken höher. Nur das Tessin liegt hinter Freiburg zurück.

Für die Männer liegt im Kanton Freiburg dieser monatliche Bruttolohn um rund 400 Franken über demjenigen der ­Frauen. Gesamtschweizerisch sind die Männer aber gar um 800 Franken bessergestellt.

Lohnschere fast unverändert

Erstaunlicherweise liegen die Freiburger Löhne im Sekundärsektor (Industrie, Bau)mit 5972 Franken höher als im tertiären Dienstleistungssektor (5673 Franken). So verdient etwa ein Angestellter in der pharmazeutischen Industrie mit über 7000 Franken Bruttolohn deutlich mehr als eine Person im Detailhandel (4766 Franken).

Selbstverständlich gibt es je nach beruflicher Stellung auch grosse Lohnunterschiede. 3,6  Prozent aller Freiburger Lohnempfänger im privaten Sektor verdienen mehr als 10 000 Franken im Monat. Das ist ungefähr jeder Dreissigste. Dieser Prozentsatz hat sich aber seit 2004 kaum verändert, so dass also die Lohnschere sich nicht weiter geöffnet hat. Es zeigt aber auch auf, dass sich die Löhne in dieser Zeit kaum entwickelt haben.

Statistik

Das mittlere Wachstumsszenario ist aktuell

Mit 318 714 Einwohnern per Ende 2018 liegt der Kanton Freiburg bevölkerungsmässig auf Rang zehn. In Reichweite liegen allenfalls das Wallis mit 344 000 Einwohnern und das Tessin mit 353 000 Einwohnern. Wallis und Tessin hatten zuletzt mit 0,73 beziehungsweise minus 0,1 Prozent auch klar niedrigere Wachstumsraten als Freiburg. Freiburg ist zwar nicht mehr wie vor ein paar Jahren mit 2,2 Prozent unangefochtener Schweizer Meister im Bevölkerungswachstum, aber mit 1,16 Prozent nur minim hinter Schwyz immer noch auf Rang zwei. Weiterhin hat Freiburg die jüngste Bevölkerung aller Kantone. 22,3 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 20-jährig. Zweitjüngster Kanton ist Waadt mit 22,0 Prozent.

Die Freiburger Bevölkerung hat sich seit 1961 verdoppelt. Eine erneute Zunahme um 150 000 Einwohner könnte es bis 2045 gegeben. Dies allerdings nur, wenn man ein hohes Wachstumsszenario beizieht. Ein solches diente zwar als Basis für den kantonalen Richtplan, der 2019 verabschiedet wurde, derzeit steht aber eher in mittleres Szenario mit 373 000 Einwohnern bis 2045 im Vordergrund.

Dabei bleibt die Geburtenzahl mit rund 3500 pro Jahr stabil, und die Zuwanderung entwickelt sich gar rückläufig. Hingegen wird sich gemäss dem Statistischen Jahrbuch bis in 25 Jahren das Durchschnittsalter der Freiburger Bevölkerung um je vier Jahre auf 85 Jahre bei den Männern und auf 89 Jahre bei den Frauen erhöhen.

 

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