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Ein düsteres Ballett

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Spricht man vom Glöckner von Notre-Dame, denken wohl nicht wenige an den Zeichentrickfilm von 1996, der sich vor allem an Familien richtete. Demgegenüber ist die Romanvorlage von Victor Hugo weit brutaler. Die Delattre Dance Company, die am Sonntag zum zweiten Mal in Düdingen gastierte, orientierte sich mit ihrem Stück «Notre-Dame de Paris» deutlich am Originalroman. Die Aufführung im Podium war düster, stellenweise beklemmend und voller Gewaltszenen.

Dynamische Choreografie

Bereits die erste Szene war eindrücklich: Regentropfen prasselten vom Himmel herunter, und dumpfe Glockenschläge der Notre-Dame hallten über den Platz. Auf der halbdunklen Bühne erschien die Mutter von Quasimodo und legte ihr Baby vor der Kirche ab. Die Qualen, die dieser Entschluss einer Mutter bereiten muss, konnte man fast am eigenen Leib spüren.

In der Folge zeichneten die zwölf Tänzerinnen und Tänzer das Leben von Quasimodo, dem grässlich entstellten Glöckner von Notre-Dame, nach. Sie zeigten, wie er sich in die schöne Zigeunerin Esmeralda verliebt und damit sowohl Domprobst Frollo als auch Hauptmann Phoebus in die Quere kommt. Esmeralda verliebte sich in Phoebus, worauf Frollo seinen Rivalen niederstach. Doch schliesslich wurde Esmeralda des Mordes beschuldigt. Ein erstes Mal konnte Quasimodo Esmeralda vor der Hinrichtung retten, aber auch das Asyl in der Kirche konnte die Zigeunerin nicht vor dem Tod durch den Strang bewahren.

Energiereiche Musik

Die Kompanie verband Elemente des klassischen Balletts mit zeitgenössischem Tanz. Die Choreografie war dynamisch und körperlich hoch anspruchsvoll, was sich nicht zuletzt in den spektakulären Kampfszenen zeigte. Die Tänzer schafften die Gratwanderung, die Geschichte abstrakt darzustellen, aber doch so, dass die Handlung gut erkennbar blieb. Viel Energie schöpfte die Kompanie dabei aus der eigens komponierten Musik, einem Sammelsurium von Stilen, das perfekt auf die Handlung abgestimmt war. So wich etwa die fröhlich-derbe Musik während der Narrenfeier der Pariser Bürger zuweilen geräuschartigen Klängen, wenn sich ein Kampf anbahnte, während klagende Oboenmelodien die seelischen Schmerzen der Protagonisten untermalten.

Minimalistische Requisiten

Gelungen ist der Kompanie auch der Umgang mit den Kostümen und Requisiten. Die grauen Kleider der Pariser Bürger kontrastierten mit Esmeraldas farbenfrohem Kleid, den Militärkleidern der Soldaten und dem prächtigen Gewand von Domprobst Frollo. Neben den wenigen Requisiten setzten die Darsteller auf Videoprojektionen, die das Bühnenbild fast gänzlich ersetzten. Ohne Schwierigkeiten erkannten so die Zuschauer, ob sie sich auf dem Vorplatz, in der Kathedrale oder im Glockenstuhl befinden. Wer genau hinschaute, konnte die Aufführung zeitlich Mitte des 13. Jahrhunderts verorten. Als die Mutter Quasimodo vor der Kathedrale ablegte, hatte diese auf der Leinwand nämlich erst einen Turm. Erst als Quasimodo erwachsen war, stand die Notre-Dame in der heutigen Form.

Zarte Schlussszene

Die Hinrichtung von Esmeralda wurde auf der Bühne fast nur angedeutet. Schwer verständlich war deshalb die Inszenierung der Tötung von Frollo durch Quasimodo: Die Blutspritzer, die mit jedem Schlag Quasimodos auf der Leinwand erschienen, wirkten übertrieben plakativ. Berührend zart war dagegen die Schlussszene, in der Quasimodo traurig die tote Esmeralda auf den Arm nahm und mit ihr in der Kirche verschwand.

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