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Ein Experiment mit Badehose und Winterjacke

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Jammern können wir Menschen gut. «Was ist das für eine Welt, in der es um 17 Uhr schon stockdunkel ist?», heisst es. Zweifellos ist es ein schlimmes Problem, wenn wir an Arbeitstagen unser Zuhause nur im Mondschein antreffen. Wer allerdings frei hat und sich trotzdem über fehlendes Licht beklagt, beklagt sich im Grunde über sich selber.

Denn was würde sich solch ein Lichtsüchtiger einfallen lassen, wenn jetzt anstatt Dezember Juni wäre? Die Tage nicht am kürzesten, sondern am längsten? Er hätte viele Möglichkeiten, Licht zu tanken. Eine, die sich klassischerweise anböte, wäre ein Ausflug an den Murtensee mit Sonnenhut, Badetuch und Picknick. Denn der See und seine Ufer scheren sich nicht um den Lauf der Zeit. Sie sind einfach da.

Das Schöne liegt so nah, und es liegt willig bereit, warum also legt sich in dieser Jahreszeit niemand zu ihm? An der Kälte allein wird es kaum liegen, man kann sich ja einpacken. Ausserdem gibt es (zumindest im Fernsehen) immer wieder Menschen, die sich auf einen Winterschwumm in öffentlichen Gewässern einlassen. Respekt! Aber weshalb sind die Uferwiesen menschenleer? Ist die grosse Mehrheit zu verweichlicht in unserer Mein-Schlafzimmer-hat-auch-im-Dezember-zweiundzwanzig-Grad-Gesellschaft?

Der Autor nimmt den kürzesten Tag zum Anlass, solcherlei Zivilisationserscheinungen den Kampf anzusagen. Zu diesem Zweck muss er sie zuerst erforschen. Die Aufgabe klingt einfach: Er will draussen Sonne tanken gehen, als wäre Sommer, und sich Sommersonnenwärme einbilden. Die innere Uhr um sechs Monate vorspulen. Funktioniert das?

Die Testperson trifft Vorbereitungsmassnahmen: Erst mal ordentlich mit Sonnencreme vollschmieren. Faktor Sahara. Das Gesicht reicht aus, den Rest wird die Sonne nicht zu Gesicht bekommen. So sie sich denn hinter all dem Grau überhaupt hervorbequemt. Momentan sieht es nicht danach aus, doch eine leichte Bewölkung kann im Sommer sogar angenehm sein. Darum weiter zum Kleiderschrank: Lange Unterwäsche wäre ein Zeichen übertriebener Vorsicht! Also: standesgemäss Badehose und Trägershirt … und erst dann die Wintermontur. Mit einer zusätzlichen, wasserdichten Jacke, die notfalls das Badetuch ersetzt, falls da noch Schnee liegt. Ansonsten taugt sie bestimmt vorzüglich als Picknickdecke.

Picknick ist das Stichwort: Der Kühlschrank ruft. Was trinkt und isst der Wintersonnenbadende? Fruchtsaft, möglichst exotisch, wird den Zweck erfüllen. Nix da Thermosflasche. Und die Weihnachtskekse bleiben zuhause, welchen Eindruck würde das denn hinterlassen, Zimtsternkrümel auf dem Badetuch? Also eine Gurke, schliesslich achten Sonnenhungrige auf ihre Figur. Big Brother is watching you, und die Damenwelt ohnehin. Die Gurke kommt geschnetzelt ins Tupperware.

Auf zur Tat: Ausser dem Ankömmling ist niemand am See. Die Luft ist rein. Und sie ist kalt. Das war nicht anders zu erwarten, also herrschen optimale Testbedingungen. Am Ufer sind einige Steine noch mit Eis bedeckt, obwohl Tauwetter herrscht, schätzungsweise knapp über null Grad.

Gut, hat man vorgesorgt. Der Test muss auf der wasserdichten Jacke stattfinden. Es dauert seine Zeit, bis die Testperson darauf eine Liegeposition findet, die ihr behagt. Erste Erkenntnis: Im Sommer bereitet die Positionsfindung weniger Probleme. Aber: Könnte dies ein Trugschluss sein? Liegt der Tatsache, dass man sich im Sommer oft mit der erstbesten Liegeposition auf seinem Badetuch anfreundet, vielleicht ein gesellschaftlicher Kontrollmechanismus zu Grunde? Reden wir uns Wohligkeit ein, weil unruhiges Hinundhergewälze die Blicke der Mitsonnenbadenden auf uns ziehen könnte? Ziemlich sicher verhält es sich so. Denn mal ehrlich: Wie benehmen wir uns abends vor dem Einschlafen?

So liegt die Testperson nun auf ihrer wasserdichten Winterjacke dicht am Ufer, als ein Schwan herangepaddelt kommt. Die Person sagt: «Bonjour», denn der Schwan sieht ein bisschen aus, als hiesse er Jérôme. Demzufolge ist der Schwan tendenziell ein welscher Schwan. Allerdings scheint Jérôme die Begrüssung egal zu sein. Er will wahrscheinlich Futter. Voilà, siehst du, Jérôme, im Sommer spielen sich die Touristen hier reihenweise mit ihren Brotresten auf. Und, Jérôme, wo sind sie jetzt?

Pflutsch, ein Gurkenschnitz landet im Wasser. Das Geräusch hat Jérômes Neugier geweckt. Der gesunde Happen schwimmt hinter ihm im Wasser, Gurkenschnitze können sehr verlockend schwimmen, zumindest dieser hier. Dieses Tier jedoch denkt gar nicht daran, den Schnitz zu fressen, und wenig später ist es verschwunden. «Adieu» hat ihm niemand gesagt, denn die Testperson sitzt am Ufer und ist abermals mit philosophischen Gedanken beschäftigt: Wäre eine Essiggurke auch auf der Oberfläche geschwommen? Und erleben all jene Menschen, die im Winter nur spazieren gehen, auch solche physikalischen Wunder?

Was danach geschieht, hört sich ein bisschen erfunden an, aber jeder seriöse Notar würde es beglaubigen: Über Salavaux reisst der Wind die trübe Wolkenschicht entzwei wie ein faseriges Tuch. Die Sonne ist schon rot, als sie sich zum ersten Mal an diesem Tag zeigt. Plötzlich ist da keine Kälte mehr, nur noch Magie.

Als es dunkel wird, ist die Testperson wieder zu Hause und erklärt das Experiment für beendet. Es haben sich für die jammerlustige Menschheit drei Erkenntnisse herauskristallisiert. Erstens: Sonnenbaden im Winter ist nicht nur möglich, sondern zu empfehlen. Zweitens: Der Autor glaubt, etwas über Kontrollmechanismen gelernt zu haben. Und drittens: Welsche Schwäne mögen keine Gurken.

In der dunklen Adventszeit erhellen Kerzen die kurzen Tage und langen Nächte. Die FN entzünden mit ihrem Adventskalender ebenfalls jeden Tag ein Licht.

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