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Ein französischer Akzent zählt auch

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In Düdingen ist die Unterrichtssprache Deutsch. Doch die Zweisprachigkeit ist eine wichtige Eigenschaft des Kantons Freiburg, und Laurent Baeriswyl, Direktor der Ori­entierungsschule Düdingen, möchte diese mittels einer Französischwoche thematisieren. In einem Gespräch mit den FN erklären Laurent Baeriswyl und Maria Jenny, die Leiterin des Projekts, wie die Woche von den Lehrpersonen umgesetzt wird und wie sie bei den Schülerinnen und Schülern ankommt.

Französisch reden und leben

Die Idee, eine Französischwoche an der Orientierungsschule Düdingen durchzuführen, habe er bei der französischsprachigen Orientierungsschule Saane-West abgekupfert, sagt Baeriswyl. Diese habe ein solches Projekt in deutscher Form bereits einmal durchgeführt. «Als ich vor einem Jahr die Direktion der OS Düdingen übernommen habe, setzte ich mir zum Ziel, sobald wie möglich diese Idee umzusetzen», so Baeriswyl. In einer Arbeitsgruppe mit Maria Jenny als Projektleiterin und der Lehrerin Rebecca Spicher erarbeiteten sie zu dritt Ideen und Vorschläge für das Lehrpersonal, wie dieses die Sprachwoche in den jeweiligen Fächern gestalten könnte.

So schlugen sie beispielsweise vor, im Fach Bildnerisches Gestalten französische Künstler wie Claude Monet oder Henri Rousseau zu vergleichen. «Das Französisch musste in den Lektionen nicht zwingend nur sprachlich Platz einnehmen. Auch kulturell gibt es viele Aspekte, die gut für den Unterricht eingesetzt werden können», sagt der Schuldirektor. Baeriswyl liegt das Ziel, die Freude an der französischen Sprache den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, besonders am Herzen. «Mit der attraktiven Gestaltung der einzelnen Kurse durch die 52 Lehrerinnen und Lehrer haben wir dies bestimmt erreicht.» Manche Lehrkräfte seien besonders begeistert gewesen vom Projekt, sagt Jenny: «Ein Lehrer ist am Montag sogar mit Schnauz und dem Fussballtrikot der französischen Nationalmannschaft zur Schule gekommen.»

Begeisterung für die Sprache

Dass der Unterricht zu einem besonderen Thema stattfindet, sei nicht nur unter den Schülerinnen und Schülern spürbar, sondern auch im Lehrerzimmer, so Jenny: «Die Kolleginnen und Kollegen unterhalten sich häufiger über den Unterricht und berichten von ihren Erlebnissen. Ich bemerke, dass die Zweisprachigkeit bewegt.» So habe eine Lehrperson des Textilen Gestaltens erzählt, dass sie den Unterricht so lange auf Französisch geführt habe, bis es zu schwierig geworden sei. Doch auch in einem solchen Fall sei ein Lehrer kreativ geworden: «Ein Kollege wechselte zurück auf Deutsch, doch er sprach mit einem französischen Akzent weiter. Dies unterhielt die Schülerinnen und Schüler sehr», erzählt Jenny mit einem Lachen.

Heute werden alle Klassen der ersten Stufe als Abschluss der Französischwoche einen Ausflug in die Stadt Freiburg machen. Darunter ist auch die Klasse von Maria Jenny. «Wir besuchen das Espace Jean Tinguely, und anschliessend machen wir einen Rundgang durch die Stadt.» Nach einem Picknick werden sie gemeinsam den Marsch zurück nach Düdingen antreten. «Mit der einstündigen Wanderung wollen wir den Schülern zeigen, dass das Französische eigentlich sehr nahe an Düdingen liegt.»

Unterricht

Französisch sprechen in der Deutschlektion

Maria Jenny ist Klassenlehrerin der 1 D an der Orientierungsschule Düdingen. Stets am Donnerstagmorgen um 9.10 Uhr beginnt für ihre Schülerinnen und Schüler eine Deutschlektion, allerdings nicht diese Woche. «Bonjour mes élèves», begrüsst sie die Mädchen und Jungen, die brav an ihren Plätzen sitzen. In der vordersten Reihe hört man ein leichtes Seufzen, doch diese Stimmung ist nicht von Dauer. Sobald Maria Jenny das Lied «Merci pour les cacahuètes» des Freiburger Musikers Gustav auflegt, hören alle zu, denn die Erstkürslerinnen und Erstkürsler müssen sich auf eine anspruchsvolle Aufgabe konzentrieren: einen Lückentext. «Hört genau zu, was Gustav in den jeweiligen Strophen singt, und schreibt die fehlenden Wörter auf die freien Linien», erklärt die Lehrerin ihrer Klasse, natürlich auf Französisch. Auch wenn manche «scholi» anstelle von «joli» schreiben, ist das französische Gehör schon gut geschult bei den jungen Senslerinnen und Senslern.

Zum Schluss der Lektion projiziert Maria Jenny ein buntes Blatt mit einem kleinen Rätsel auf die Leinwand. Die Klasse findet bald heraus, dass die Lösung ein schmackhaftes Mille-feuille ist, auf Deutsch eine Cremeschnitte. Sie rennen allesamt nach vorne und schnappen sich ein Stück. «Wir verteilen jeden Tag eine kulinarische Überraschung, als Belohnung für den Einsatz», erklärt Maria Jenny.

jp

«Ein Lehrer ist sogar mit Schnauz und dem Fussball­trikot der französischen Nationalmannschaft zur Schule gekommen.»

Maria Jenny

Lehrerin und Projektleiterin

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