Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein fünftägiger Vaterschaftsurlaub

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein fünftägiger Vaterschaftsurlaub

Autor: arthur zurkinden

Der Grosse Rat begrüsst es, wenn die Väter ihre Familienpflichten vermehrt wahrnehmen und bei einer Geburt eines Kindes einige Zeit zu Hause bleiben. Uneinig ist er sich aber bei der Frage der Dauer des Urlaubs. Die SP-Motion, die einen zehntägigen Vaterschaftsurlaub für das Staatspersonal fordete, wurde von den Bürgerlichen klar abgelehnt.

Im Personalgesetz verankern

Die Motion der FDP-Grossräte Markus Ith und Charly Haenni hat der Grosse Rat überwiesen, obwohl der Staatsrat deren Ablehnung empfohlen hatte. Die Freiburger Regierung ist nicht gegen einen Vaterschaftsurlaub für das Staatspersonal – schon heute gibt es zwei Tage. Sie ist aber der Ansicht, dass eine Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs im Reglement über das Staatspersonal vorgesehen werden kann, ohne das Gesetz über das Staatspersonal revidieren zu müssen. «Der Staatsrat verspricht, auf die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs einzugehen», betonte Finanzdirektor Claude Lässer.

Wie viele Tage es sein werden, konnte er aber nicht sagen. «Wir verhandeln mit dem Personal bereits über eine fünfte Ferienwoche. Und wir werden den Vaterschaftsurlaub in diese Verhandlungen einbeziehen», fuhr er fort. Die Mehrheit des Grossen Rates wollte aber, dass der Vaterschaftsurlaub im Personalgesetz verankert wird, gleich wie der Mutterschaftsurlaub.

Opposition in FDP- und SVP-Kreisen

Die Nein-Stimmen waren vor allem in den FDP- und SVP-Kreisen auszumachen. «Die Idee ist gut», meinte FDP-Sprecherin Claudia Cotting. «Wichtig ist aber, dass die Väter die Entwicklung ihrer Kinder während der ganzen Zeit des Erwachsenwerdens begleiten», fügte sie bei und begründete so, weshalb eine Mehrheit der FDP keine Revision des Personalgesetzes wünsche.

Laut SVP-Sprecherin Katharina Thalmann-Bolz entspricht der Vaterschaftsurlaub einem Anliegen der SVP. Es gehe um eine solidarisch aufgeteilte Betreuung der Kinder. All ihre Parteikollegen vermochte sie aber nicht zu überzeugen.

Privatwirtschaft kann nicht nachziehen

CVP-Sprecher Jean Bourgknecht sprach sich klar für fünf Tage aus. Er gab zu bedenken, dass die Privatwirtschaft nicht nachziehen könnte, würde der Staat einen zehntägigen Urlaub einführen. «Dies würde zu Ungleichbehandlungen führen», hielt er fest.

Staat muss attraktiver Arbeitgeber bleiben

Laut Martin Tschopp (SP, Schmitten), der zusammen mit Hugo Raemy (SP, Murten) eine Motion für einen zehntägigen Urlaub eingereicht hatte, muss ein Arbeitgeber die gesellschaftlichen Veränderungen in seine Personalpolitik einfliessen lassen. «So bleibt der Arbeitgeber attraktiv», hielt er fest und gab sich überzeugt, dass sich eine familienfreundliche Politik «rechnet».

Auch für Markus Ith (FDP, Murten) ist es wichtig, dass der Staat Freiburg ein attraktiver Arbeitgeber bleibt, zumal Bundesbern viele Freiburger anlockt.

Hugo Raemy rief in Erinnerung, dass jährlich 70 000 Männer in der Schweiz die Geburt eines ihrer Kinder miterleben. «Und nach zwei Tagen sollen sie wieder zurück an die Arbeit, als wäre nichts geschehen», verteidigte er seine Motion. Dabei betrachtete er die zehn Tage bloss als eine «Mini-Entlastung» der Mutter. «Es wäre aber ein wichtiger Schritt für die Eltern in eine gleichberechtigte Kindererziehung», betonte er. Zudem müsse der Staat eine Vorreiterrolle für die Privatwirtschaft spielen.

Albert Studer (Freie Liste, St. Ursen) verriet, dass er bei der Geburt seiner drei Kinder jeweils fünf Wochen Ferien einzog und dabei als Hausmann viel arbeitete und grosse Erfahrung sammeln konnte. «Ich bereue aber keine Sekunde», meinte er. Das Mitte-Links-Bündnis sprach sich für einen zehntägigen Vaterschaftsurlaub aus.

Mehr zum Thema