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Ein furchtloser Familienclan

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Der Vater war dauernd mit Gesteinsproben beschäftigt. Die Idee, mit Zink reich zu werden, spukte in seinem Kopf herum und beherrschte seinen Alltag. Im Niemandsland von Kanada wollte er sein Glück machen. Nebenbei zeugte er ein Kind nach dem anderen, fand aber nie Zeit, sich um sie zu kümmern. Allen brachte er jedoch von klein auf bei, mit Dynamit umzugehen, was eines Tages zu einem schrecklichen Unfall führte.

Die Mutter, erschöpft von den vielen Geburten, wurde zum unsichtbaren Wesen, das sich gedankenverloren in der Küche hinter dauernd dampfenden Riesentöpfen verschanzte. Ihre einzelnen Kinder nahm sie kaum wahr. Waren diese erst mal geboren, gab sie sie sofort an die älteste Tochter weiter, die sich bereits als Sechsjährige um die jüngeren Geschwister kümmern musste.

Für die einen war es das pure Glück, im riesigen Kindergewusel aufzuwachsen, für andere bedeutete es eine lebenslange Last. Sie alle jedoch, mit Ausnahme von Angèle, entwickelten sich zu wilden, kämpferischen Jugendlichen, die sich und der ganzen feindlichen Welt beweisen wollten, was für tolle Kerle und burschikose Mädchen sie waren. Als ihr Vater beim Verkauf einer Mine übers Ohr gehauen wird, erklären sie allen und jedem den Krieg. Ihre Rache ist furchtbar, Anarchie pur ist angesagt!

Die längst erwachsenen Geschwister, unterdessen in alle Winde zerstreut, und ihre Eltern treffen sich nach etlichen Jahren wieder. Alle wissen sie über den tragischen Tod ihrer Schwester Angèle Bescheid, alle ausser den Eltern und dem jüngsten Bruder. Vor ihnen war das schreckliche Unglück immer geheim gehalten worden, was beim Wiedersehen zu wirren Situationen und einem Eklat führt.

Die Autorin nimmt uns mit dieser turbulenten Geschichte mit auf eine Reise in eine anfänglich befremdend anmutende fiktive Welt, die in der Mitte des 20.  Jahrhunderts an einem abgeschiedenen Ort in Kanada angesiedelt ist. Mit den zahlreichen unterschiedlichen Charakteren und traumatischen Geschehnissen baut sie einen waghalsigen Plot auf, der mitreissender nicht sein könnte. Die Sprache ist perfekt den wilden Kerlen angepasst, sie ist rau, spritzig und laut. Sanft wird Jocelyne Saucier dann, wenn sie auf verschlungenen Wegen bis hinein in die Seelen der Betroffenen reist und deren Gefühle unglaublich sensibel und mit viel Empathie beschreibt. Ein aufwühlender Lesestoff mit Nachhaltigkeitsgarantie.

Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie. Aus dem Französischen von Sonja Finck und Frank Weigand. Roman, 255 S. Berlin: Insel 2019.

Giovanna Riolo ist freie Rezensentin.

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