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Ein gelungener Abschluss

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Am vergangenen Samstag fand in Wünnewil der internationale Verbändewettkampf der Sport-Union Schweiz (SUS) im Kunstturnen statt. Anlass dazu war das 100-jährige Bestehen der SUS. Mit von der Partie waren Delegationen aus Belgien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Jeweils ein Juniorenteam und eine Gruppe von Aktiven gingen bei den Frauen und den Männern für die Schweiz an den Start. Klar obenaus schwangen die favorisierten Mannschaften aus Frankreich, deren Turnerinnen und Turner einige spektakuläre Übungen zeigten und das zahlreiche und lautstarke Publikum begeisterten. Die vier Schweizer Teams zeigten ansprechende Leistungen und landeten alle auf dem guten dritten Rang.

Kim Kolly verpasst Bronze knapp

In der Einzelwertung verpasste die Senslerin Kim Kolly bei den Aktiven als beste Schweizerin knapp die Bronzemedaille, ihre 15-jährige Schwester Rea gewann dafür die Silbermedaille bei den Juniorinnen. Das Frauen-Team der Aktiven bestand mit Kim Kolly, Ilenia Gurtner, Livia Misic, Michelle Jenny, Alexandra Müller und Sarah Bucheli aus lauter Wünnewiler Kunstturnerinnen, die allesamt den letzten Wettkampf ihrer Aktiven-Karriere bestritten. Sie alle wollen sich künftig vermehrt ihren Ausbildungen widmen. Zwei von ihnen – Müller und Bucheli – haben bereits vor einigen Jahren mit dem Kunstturnen aufgehört und bereiteten ihre Küren gezielt für den Verbändewettkampf frisch auf. Auch für Kim Kolly, die erfolgreichste Deutschfreiburger Kunstturnerin der letzten Jahre, war es nun endgültig der letzte Wettkampf.

Doch weshalb hören diese jungen Frauen mit ihrem Sport auf? Und wer füllt die Lücke, die sie hinterlassen? Verloren gehen die jungen Frauen dem Kunstturnen auf jeden Fall nicht, da sie alle weiterhin als Leiterinnen tätig sein werden. Jedoch werden die Vorgaben des STV kontinuierlich erschwert, wodurch der Nachwuchs immer mehr an Breite verliert. Das Vereinssterben in den letzten Jahren ist deshalb nicht verwunderlich. Viele Vereine können mit der Professionalisierung des Kunstturnens schlichtweg nicht mithalten. «Die Zukunft sieht aus meiner Sicht nicht besonders rosig aus», sagt Daniela Aebischer, die dem Kunstturnen seit Jahrzehnten als Leiterin und Kampfrichterin verbunden ist. Wünnewil ist bei den Frauen aktuell der einzige verbleibende Verein in Deutschfreiburg. Bei den Männern sind es mit Wünnewil und Gurmels noch deren zwei. Der Nachwuchs kann in den Augen von Bernard Perroud, seit über 45 Jahren verantwortlich für das kantonale Trainingszentrum der Kunstturnerinnen, nicht ausreichend gefördert werden. Perroud kämpft seit Jahren für die Errichtung einer fixen Kunstturnhalle, da die Athleten des Zentrums aufgrund der in Freiburg fehlenden Infrastruktur mehrmals wöchentlich in Bern trainieren. Der einzige Stern, der in Freiburg im Moment aufgeht, ist die 14-jährige Clémence Gobet (GASF). Das Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft schloss letzthin die Nachwuchsprüfung in Magglingen als Drittbeste ihres Jahrgangs ab. Die Vorbereitungen für ihr nächstes grosses Ziel, die Junioren-Europameisterschaft, laufen auf Hochtouren.

Beim Nachwuchs der Männer hat Andy Roschi, Cheftrainer der Kunstturner von Wünnewil, die beste Erfahrung mit drei Turnern pro Jahrgangsgruppe gemacht. Da stimme auch die Kapazität ungefähr mit der Nachfrage überein. In einer solchen Gruppe könnten sie sich offenbar am besten gegenseitig motivieren. Im Programm 3 wechseln viele jedoch in das offene Programm, weil die Anforderungen zu massiv werden. Die jungen Burschen können mit einem derartigen Wechsel die Freude am Turnen beibehalten im Hinblick darauf, dass sie später wieder im P5 oder P6 einsteigen können.

Daniela Aebischer zeigt in einem Interview die Herausforderungen auf, die das Kunstturnen mit sich bringt. «Kunstturnen ist und bleibt ein Leistungssport.» Kinder beginnen durchschnittlich mit vier bis sechs Jahren und trainieren im Verein später bis zu 12 Stunden pro Woche. Talentierte Turner absolvieren oft noch zusätzliche Trainings in kantonalen oder regionalen Zentren. Während der obligatorischen Schulzeit gelingt die Kombination von Schule und Sport den meisten durchaus. Doch das Turnen dann mit der Ausbildung unter einen Hut zu bringen, stellt für viele eine grosse Hürde dar. Eine Alternative zum trainingsintensiven Leistungssport ist für einige deshalb das Geräteturnen, wo auch mit weniger Aufwand gute Leistungen erzielt werden können. Wer Erfolg haben will, muss bereits in jungen Teenager-Jahren den Sprung nach Magglingen schaffen und dort trainieren und leben.

Kunstturnen als Lebensschule

Doch im Kunstturnen gehe es um viel mehr als nur um Erfolg. Es sei eine Lebensschule, sagen die abtretenden Turnerinnen aus Wünnewil. Schon früh würden wichtige Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Durchhaltevermögen und Teamgeist gefördert. Beim zielorientierten Trainieren müssten ausserdem Ängste überwunden werden, und man müsse mit Rückschlägen umgehen können. Am Wettkampf lerne man, mit der Nervosität umzugehen und sich von seiner besten Seite zu zeigen. Dies alles seien Aspekte, die im weiteren Leben von grossem Vorteil seien. Deshalb bereuen die Freiburger Turnerinnen keine Sekunde ihre Opfer für das Kunstturnen.

Rubrik

Lokaltermin

Unter der Rubrik «Lokaltermin» rücken die FN regelmässig einen der vielen Sportanlässe in der Region in den Vordergrund.

fm

 

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