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Ein Geschenk für den Frieden

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Er ist aus Kabul geflüchtet, weil ihn die Taliban verfolgten. Er hat seine ganze Familie im Krieg verloren. Der 33-jährige Afghane Sayed Farid Mustafazada hat viel Schweres erlebt. Nun musste er auch noch einen negativen Entscheid für sein Asylgesuch hinnehmen. Trotzdem hegt er keine negativen Gefühle gegen die Schweiz. Er hat für den ersten Friedensmarsch in der Stadt Freiburg einen Teppich mit Schweizerkreuzen geknüpft. «Ich habe diesen Teppich mit meinem Herzen geknüpft, nicht mit meinen Händen.»

Ein Marsch für den Frieden

Am Samstag findet in der Stadt Freiburg zum ersten Mal ein Friedensmarsch statt. «Es sind alle willkommen, unabhängig von Religionszugehörigkeit und Weltanschau- ung», sagt Organisator Marco Schmid. An Zwischenstopps erzählen Betroffene aus ihrem Leben in Krisenregionen; so berichtet etwa ein Ehepaar vom Krieg in Eritrea. «Wir setzen uns für den Frieden hier und in anderen Ländern ein», sagt Schmid. Auch Länder, die nicht im Krieg seien, hätten Unfrieden. Die Organisatoren greifen daher auch Themen wie Arbeitslosigkeit, Einsamkeit und Suizid auf. «Das sind Themen, die uns alle betreffen. Wir haben sie bewusst gewählt, um zu zeigen, dass Menschen in der Schweiz auch von Unfrieden betroffen sind.»

Familie im Krieg verloren

Sayed Farid, der auf den Namen Mustafa hört, arbeitete während zehn Tagen am Friedenstuch. In dessen Mitte hat er eine Friedensbotschaft gestickt. «Es ist persisch und heisst ‹Wir wollen Frieden›», erklärt er. Mustafa hat während drei Jahren den Krieg erlebt. «Ich weiss, wie der Krieg ist. Deshalb wünsche ich mir Frieden für alle Länder.»

Mit dreizehn verlor Mustafa seine ganze Familie: Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen tobte in Afghanistan ab 1989 ein heftiger Bürgerkrieg. In seinem Dorf töteten die Mudschaheddin 700 Menschen. Die 700 Getöteten vergruben die Kämpfer in einem Massengrab. Mustafa suchte nach seinen Eltern und Geschwistern, aber er fand niemanden. «Ich habe nie erfahren, ob sie wirklich gestorben sind», erzählt er.

Mit 17 Leiter einer Fabrik

Nach dem Verlust seiner Familie lebte Mustafa bei seiner Tante. «Von meinem Nachbarn lernte ich das Teppichknüpfen», sagt er. «Das Herstellen von persischen Teppichen ist sehr anspruchsvoll.» Mustafa bestritt mit dieser Arbeit seinen Lebensunterhalt. Bereits mit 17 leitete er in Pakistan eine Teppichfabrik. «Ich hatte 70 Angestellte, bevor ich vor den Taliban flüchten musste.» Mustafa flüchtete in den Iran. Über die Türkei kam er nach Griechenland. Dort verhaftete ihn die Polizei, weil er keine Papiere hatte. «Sie zwängten mich mit 80 anderen Häftlingen in eine Zelle.» Nach seiner Ausweisung floh Mustafa nach Serbien. Von dort aus begab er sich nach Ita- lien und gelangte schliesslich in die Schweiz.

 Im Januar erhielt der Flüchtling von den Schweizer Behörden einen negativen Entscheid auf sein Asylgesuch. «Mustafa ist in einer sehr prekären Lage», sagt Marco Schmid. «In Afghanistan erwartet ihn der sichere Tod.»

Mustafa hat gegen den Entscheid Berufung eingelegt. Das Schlimmste an seiner Situation sei die Ungewissheit. «Mir wäre es lieber, wenn ich ins Gefängnis müsste», sagt Mustafa. «In meiner jetzigen Situation weiss ich nicht, wie es mit mir weitergeht.»

«Ein Zeichen des Friedens»

Als Marco Schmid Mustafa für das Friedenstuch anfrag- te, war er sofort bereit. Die Zusammenarbeit kam über den Mittagstisch «Point d’Ancrage» zustande. Asylsuchende haben im Vignettazquartier die Gelegenheit, sich zu treffen und auszutauschen. «Solche Angebote sind enorm wichtig für Menschen wie Mustafa», betont Schmid. Ohne das Angebot wäre der Teppich wohl nicht zustande gekommen.

 «Ich bin beeindruckt von Mustafa», sagt Marco Schmid. «Er reagiert auf den negativen Asylentscheid nicht mit Hass und Wut, sondern setzt ein Zeichen des Friedens.»

Friedensmarsch

Zehn Kilometer mit sieben Zwischenstopps

Am Samstag findet in der Stadt Freiburg zum ersten Mal ein Friedensmarsch statt. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen. Es besteht die Möglichkeit, nur einen Teil der Strecke mitzulaufen. Der Anlass findet bei jeder Witterung statt. Um 9 Uhr versammeln sich die Teilnehmer auf dem Platz der Pfarrei St. Paulus im Schönberg. Mehrere Zwischenstopps sind eingeplant. Der Zug hält zum Beispiel beim Kloster Magere Au und bei der Kapelle des Kantonsspitals. Betroffene aus Krisengebieten berichten während den Stopps über ihre Situation. Einen Stopp legt der Marsch auch beim islamischen Kulturzentrum ein. Die Teilnehmer können auf einem geknüpften Tuch ihre Friedensbotschaft festhalten.sta

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