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Ein Grenzfluss unter Naturschutz

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Autor: Pascale Hofmeier

Aus dem Schwarzsee fliesst die Warme Sense, im Gantrischgebiet entspringt die Kalte Sense. Unterhalb der Brücke bei Zollhaus, wo die beiden Flüsse zusammenfliessen, bildet die Sense – ausser bei Albligen und Bösingen/Laupen – seit 1803 die Kantonsgrenze zwischen Freiburg und Bern. Ab Zollhaus ist die Auenlandschaft flussabwärts seit 2003 auf der Freiburger Seite durch das Reglement über das Naturschutzgebiet Sensegraben umfassend geschützt. Auf Berner Seite wurde die Sense erst 2010 definitiv unter Schutz gestellt. Ebenfalls unter Schutz steht die Kalte Sense. «Formell stehen die wenigen Abschnitte der Kalten Sense auf Freiburger Boden zwischen Zollhaus und Sangernboden noch nicht unter Schutz», sagt Marius Achermann, Leiter der kantonalen Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz. Gelebt werde dieser Schutz jedoch schon lange.

Nationale Gesetze

Ein umfassender Schutz der Sense wurde wegen der nationalen Auenschutzverordnung aus dem Jahr 1992 nötig. Damals wurden 169 Auen von nationaler Bedeutung unter Schutz gestellt. 18 davon liegen im Kanton Freiburg. In der Verordnung von 2003 wird als Schutzgebiet die Sense vom Zusammenfluss der Warmen und Kalten Sense bis zur gedeckten Holzbrücke bei der «Unteren Far», 800 Meter oberhalb des Autobahnviaduktes bei Thörishaus, ausgewiesen. Geschützt sind das Flussbett, der Talgrund, die Felswände und die bewaldeten Hänge des Sensegrabens. 1998 wurde diskutiert, gewisse Teile des Sensegrabens mit einem Begehungsverbot von April bis Juli vollumfänglich unter Schutz zu stellen. Dies führte aber zu einem halben Volksaufstand. Innerhalb weniger Monate wurden 22 000 Unterschriften gesammelt gegen das Begehungsverbot. Unter Naturschutz steht das Gebiet schon seit 1966. «Freiburg und Bern haben damals erstmals einen identischen Schutzbeschluss verabschiedet», sagt Marius Achermann.

Zwei Kilometer Sünde

Davor wurde die Sense genutzt (siehe Kasten) und an einer Stelle in ihrem Oberlauf auch verbaut: an der Warmen Sense zwischen der Geissalpbrücke und Zollhaus. Auf diesem rund zwei Kilometer langen Abschnitt plant die Sol-E ein Kleinwasserkraftwerk. Und diesen Abschnitt möchte der WWF, der die Sense ab der Brücke bei Zollhaus als wertvollsten Alpenfluss Europas taxiert, mit dem Rest der Warmen Sense unter Schutz stellen.

Verbaut wurde die Warme Sense wahrscheinlich bereits in den 1820er-Jahren – um die Strasse nach Schwarzsee zu sichern. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1927, der über einen drohenden Hangrutsch berichtet, erwähnt eine Expertenkommission, die ebenfalls Massnahmen gegen den Rutsch treffen wollte. Der Plaffeier Ammann Otto Lötscher, dessen Familie Land im Bereich zwischen der Geissalpbrücke und Zollhaus besitzt, erinnert sich auch an die Erzählungen seines Vaters, dass es im Flyschgebiet immer wieder Rutsche gab und darum mit Verbauungen die Hänge stabilisiert wurden. Im Fachjargon: Durch den Einbau von Schwellen im Flussbett wurde die sogenannte Sohlenerosion gestoppt und damit das Abrutschen der Hänge. «Früher hatte die Strasse regelmässig neue Absenkungen», erzählt Otto Lötscher. In den 1970er-Jahren seien dann mit dem Ausbau der Kantonalstrasse massivere Verbauungen angebracht worden, um dies zu stoppen.

Renaturierung zu teuer

Eine Renaturierung des Abschnittes sei kein Thema, sagt denn auch Marius Achermann: «Stark zugespitzt: Wir können wählen zwischen der Strasse und einem renaturierten Fluss.» Er gehe von einer Summe in zweistelliger Millionenhöhe aus, die nötig würde, um den Abschnitt zu renaturieren. «Mit diesem Betrag können wir an anderen Orten im Kanton wesentlich mehr erreichen.» Und so, wie der Fluss momentan sei, gebe es auch aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes kein stichhaltiges Argument, ihn nicht für die Wasserkraft zu nutzen: «Wenn es einen Abschnitt der Sense gibt, der für die Nutzung der Wasserkraft infrage kommt, dann ist es dieser», sagt Marius Achermann.

Die Sense (im Bild bei Zumholz) ist eine von 18 Auenlandschaften von nationaler Bedeutung im Kanton Freiburg.Bild Charles Ellena/a

Serie

Wem gehört die Sense?

Die Sense hat dem Sensebezirk nicht nur seinen Namen gegeben, sondern ist auch Grenzfluss zwischen den Kantonen Bern und Freiburg. Sie schlängelt sich von Zollhaus bis nach Laupen, mal im breiten Kiesbett, mal zwischen steilen Felswänden durch. In einer Serie beleuchten die FN die teilweise unvereinbaren Ansprüche, die in Bezug auf den Fluss vorhanden sind: Während die Sense für die einen Naherholungsgebiet ist, möchten Umweltschützer die Auenlandschaft so stark wie möglich unter Schutz stellen – und aus Sicht der Energieproduzenten ist der Fluss durch sein starkes Gefälle ein idealer Standort für ein Kleinwasserkraftwerk. im

Nutzung:Übungsplatz und Kiesgrube

Laut dem Historischen Lexikon der Schweiz wurde der Unterlauf der Sense im 19. und frühen 20. Jahrhundert begradigt und mit Schutzdämmen versehen. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Fluss für Holztransporte genutzt. Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde auch regelmässig Kies aus dem Flussbett entnommen. «Bei der Guggersbachbrücke war lange ein Kieswerk», sagt Achermann. Noch heute stehe der Kanton immer wieder im Clinch mit Anwohnern, die der Auenlandschaft Kies entnähmen. Auch Gemeinden entlang der Flüsse stellen regelmässig Gesuche, um Kies abzubauen.

«Nicht vergessen darf man, dass der Sensegraben bei Plaffeien lange vom Militär genutzt wurde.» Dort war ein Übungsgebiet für Brückenlegepanzer. Mit der Auenschutzverordnung wurde dies gestoppt.

Anfang 1980er-Jahre bestand auch das Projekt, im Sensegraben bei der Guggersbachbrücke die Abwasserreinigungsanlage Sense-Oberland zu bauen. Für den Bau hätte Wald gerodet werden müssen. Weil dies nicht bewilligt wurde, musste ein anderer Standort gesucht werden.hpa

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