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Ein guter Schüler in Energiefragen

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«Die wichtigsten Energieverbraucher in der Schweiz sind die Gebäude», erklärt Philip Gehri vom WWF Schweiz. So stelle der Energieverbrauch zum Heizen von Gebäuden und zur Erzeugung von Warmwasser knapp 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Schweiz dar. Im Gebäudebereich ist aber nicht der Bund der Hauptakteur, sondern es sind die Kantone, die diesbezüglich einen relativ grossen Spielraum haben. Deshalb hat der WWF Schweiz eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Kantone auf sieben Indikatoren hin prüft und bewertet. «So können wir zeigen, welche Kantone eine Vorreiterrolle einnehmen und hoffentlich ein wenig Druck auf die anderen Kantone machen», so Gehri.

Gestern präsentierte der WWF nun die Resultate: Freiburg gehört zur Gruppe der neun Kantone, die am besten abgeschnitten haben. Auch zu dieser Gruppe gehören die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Genf, Glarus, Schaffhausen und Thurgau. Am schlechtesten bewertet wurden die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin und Zug.

Vorreiter bei Geak

Was Neubauten anbelange, bestünden relativ klare und strenge Vorschriften, sagt Gehri. Das Rating fokussiere sich deshalb nur auf den Umgang der Kantone mit bestehenden Gebäuden. «Insgesamt schneidet der Kanton Freiburg sehr gut ab.» Die volle Punktzahl hat Freiburg bei der Energieplanung der Gemeinden erreicht. So gibt Freiburg dafür prioritäre Energieträger vor und ermöglicht es den Gemeinden, bestehende Gebäude zum Anschluss an Nah- oder Fernwärmenetze zu verpflichten. Zudem müssen alle Gemeinden einen kommunalen Energieplan erstellen und werden bei der Energieplanung finanziell unterstützt. Ebenfalls fünf Punkte haben die Kantone Bern, Genf, Thurgau und Zürich erhalten.

Sogar eine Vorreiterrolle nimmt Freiburg zusammen mit dem Kanton Neuenburg bei der Forderung nach einem Gebäudeenergieausweis ein. Ein solcher Geak zeigt auf, wie hoch der Energieverbrauch eines Gebäudes und wie effizient dessen Hülle ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kantonen besteht in Freiburg eine Geak-Pflicht bei Neubauten und beim Verkauf von Gebäuden. «Dies schärft das Bewusstsein und zeigt auf, wo Potenzial zum Energiesparen besteht», erklärt Gehri.

Ebenfalls im vorderen Feld ist Freiburg bei den Indikatoren «Kantonale Ziele» und «Finanzielle Förderung» zu finden. So hat Freiburg Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden und den Einsatz erneuerbarer Energien formuliert. Mit jährlichen Fördergeldern von 19,80 Franken pro Einwohner liegt Freiburg auch über dem schweizerischen Mittel von 15 Franken pro Einwohner.

Verbesserungen nötig

Aber nicht in allen Bereichen gehört Freiburg zu den Musterschülern: Was die Elektroheizungen betrifft, ist zwar die Neuinstallation und der Ersatz von zentralen Elektroheizungen verboten, jedoch gibt es keine generellen Vorgaben für einen Ersatz aller dieser Heizungen in einem bestimmten Zeitrahmen. 2012 hatte der Kanton genau dies vorgehabt: Im Rahmen der Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes sah der Kanton vor, dass bis 2025 alle Elektroheizungen durch ein anderes System ersetzt werden müssen. In einer äusserst knappen Abstimmung–808 Stimmen gaben den Ausschlag–lehnten die Freiburger das Gesetz aber ab.

Auch was die Vorschriften zur Energieeffizienz der bestehenden Gebäude und zu den erneuerbaren Energien betrifft, bestehe noch Handlungsbedarf, sagt Elmar Grosse Ruse vom WWF Schweiz. Dies gelte jedoch für die gesamte Schweiz, denn: In diesen beiden Bereichen schnitt keiner der Kantone mit der Bestnote ab. «Ich kann leider nicht behaupten, dass die Schweiz diesbezüglich auf gutem Weg wäre», sagt Grosse Ruse. Zwar verabschiede die Energiedirektorenkonferenz am 9. Januar die neuen Mustervorschriftender Kantone im Energiebereich (MuKEn), die beispielsweise bei bestehenden Gebäuden einen grösseren Anteil an erneuerbaren Energien fordern. «Dies sind aber leider nicht verbindliche Vorschriften. Die Kantone können selbst entscheiden, ob und welche Teile sie übernehmen.» Und sogar wenn ein Kanton die Mustervorschriften gänzlich übernehmen würde: Um im WWF-Rating mit der Bestnote abzuschneiden, würde dies nicht reichen, betont er. «Manchmal müssen die Kantone über diese Mustervorschriften hinausgehen und eine Pionierrolle einnehmen.» Wie das Rating gezeigt habe, gelinge dies in manchen Bereichen bereits. «Wir hoffen, dass dies auch andere Kantone anspornen wird.» Gebäudesanierungen seien auch nicht nur der Umwelt zuliebe sinnvoll, betont Philip Gehri. «Es sind auch Investitionen in die Lokalwirtschaft. Und es ist doch besser, solche Betriebe zu unterstützen, als das Geld langfristig für Erdöl und Erdgas aus dem Ausland auszugeben.»

Zahlen und Fakten

Sanierungsrate beträgt ein Prozent

In der Schweiz wurden 2013 insgesamt896000 Terajoulean Energie verbraucht. Knapp40 Prozentdavon wurden für Heizungen in Gebäuden und zur Erzeugung von Warmwasser gebraucht. Der überwiegende Anteil dieser Energie stammt aus denfossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas. Als Folge davon stammt ein hoher Anteil des CO2-Ausstosses der Schweiz von den Gebäuden. Während neue Gebäude dank strengen Vorschriften grundsätzlich energieeffizient sein müssen, besteht vor allem bei älteren Gebäuden Sanierungsbedarf. Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Energie weise die Schweiz aktuell eineSanierungsratevon einem Prozent auf, sagt Elmar Grosse Ruse, Mitarbeiter des WWF Schweiz. Dies bedeutet: Bis alle Gebäude auf eine akzeptable Energieeffizienz kommen, dauert es rund 100 Jahre.rb

Staatsrat: «Wir wollen die Energiepolitik mitprägen»

I ch habe die Studie gerne zur Kenntnis genommen», sagte Energiedirektor Beat Vonlanthen auf Anfrage. Auch Bund und Kantone führten regelmässig solche Vergleichsstudien durch. «Ich finde diese immer sehr wertvoll. Sie regen den politischen Wettbewerb an.» Dass Freiburg in der Spitzengruppe abgeschlossen hat, wertet Vonlanthen als Resultat der Bemühungen, die der Kanton Freiburg in den letzten Jahren unternommen hat. «Wir wollen – wie beispielsweise auch mit der Off-Kampagne – die Energiepolitik an vorderster Front mitprägen.»

Zur Kenntnis nimmt Vonlanthen auch, dass der Kanton Freiburg nicht in allen Bereichen gleich gut abgeschnitten hat. Nur durchschnittlich war das Resultat bei den Vorschriften zur Energieeffizienz der bestehenden Gebäude und zu den erneuerbaren Energien sowie beim Ersatz von Elektroheizungen. Er sagt aber: «Die Bewertung, wir machten zu wenig Vorschriften, nehme ich nicht so gerne an.» So versuche der Kanton nicht in erster Linie mit Verboten zu arbeiten, sondern wolle die Leute primär mit Anreizen überzeugen, ihr Verhalten zu ändern. «Einzig die Elektroheizungen wollten wir längerfristig verbannen. Da hat uns das Volk aber zurückgepfiffen. Dies nehmen wir zur Kenntnis.»

Künftige Veränderungen sieht Vonlanthen in der Umsetzung der neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich. Diese sehen beispielsweise den Ersatz von Elektroheizungen mit Wasserverteilsystem in den nächsten 15 Jahren vor. Und im Rahmen der Änderung des Energiereglements solle im kommenden Jahr auch ein Anreizprogramm für die Erneuerung von Boilern verstärkt werden, so Vonlanthen. rb

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