Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Ein gutes Vorbild für heutige Paare»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im Jahr 1947 hat Papst Pius XII. Niklaus von Flüe heilig gesprochen. In den letzten 40 Jahren rückte mehr und mehr auch dessen Frau Dorothea Wyss in den Fokus. Sie war es, die Niklaus von Flües radikalen biografischen Bruch und sein eremitisches Leben loyal mittrug, indem sie Hof und Haushalt weiter führte und ihrem Mann damit den Raum gab für seine persönliche Entwicklung.

Todesdatum unbekannt

Dorothea Wyss indessen dürfte kaum selig oder heilig gesprochen werden. «Es ist in historischer Hinsicht schlicht zu wenig von ihr überliefert», sagt Peter Spichtig vom Liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz. Verehrung wird in der Regel verstorbenen Personen zuteil, die sich als herausragende Beispiele christlicher Heiligkeit eignen.

Laut Spichtig sind dies somit zwangsläufig öffentlich bekannt gewordene Personen. Von Dorothea Wyss kenne man nicht einmal das Todesdatum. «Sie ist Opfer der männer­zentrierten Geschichtsschreibung», sagt Spichtig. Weil sie nicht positiv fassbar sei, hält er es für aussichtslos, dass sie selig oder heilig gesprochen werden könnte.

Ehe als Prozess

Hingegen stehen laut Spichtig die Chancen gut, dass der Papst die Verehrung von Niklaus und Dorothea als heiliges Ehepaar erlaubt. Laut Spichtig eigne sich das Ehepaar sehr gut als Vorbild, gerade auch nach modernem Eheverständnis. Statt eines Bruchs hätten die beiden die Ehe kon­struktiv weitergeführt. Bei den beiden habe sich gezeigt, dass Ehe ein Prozess sei, der dem Individuum Entwicklungsmöglichkeiten erlaube.

Dass Gläubige Dorothea und Niklaus von Flüe gemeinsam verehren, ist längst eine Realität. Die Verehrung sei denn auch ein spontaner Ausdruck der Volksfrömmigkeit, sagt Spichtig. Mit der Selig- und Heiligsprechung wolle die kirchliche Autorität dies offi­zia­lisieren.

Dass der Papst die Verehrung eines Paars erlaubt, ist zwar selten. Es wäre aber keine Premiere. Laut Spichtig geschah dies auch im Fall der Eltern der als «Kleine Therese» bekannten Therese von Lisieux: Louis und Zeli Martin wurden 2008 selig und 2015 heilig gesprochen. Dass man nicht nur eine Einzelperson, sondern ein Ehepaar verehren könne, findet Spichtig einen «schönen, modernen Gedanken».

Kath.ch hat an weiteren Orten nachgefragt, wie die Initiative der Bischofskonferenz ankommt. Ursula Bründler, Leiterin des Zentrums Ranft in Flüeli-Ranft, teilt auf Anfrage mit: «Nur dank Dorothea konnte Bruder Klaus überleben und wirken, die nächstfolgenden Generationen prägen. Fürsorglichkeit und Askese bedingen einander, dann kann der Mensch fruchtbar werden und als Instrument des göttlichen Geistes wirken.» Dorothea habe Leben ermöglicht, Leben gespendet, Leben erhalten. «Dorothea konnte ihre spirituelle Herzlichkeit und Standhaftigkeit in Form umfassender Fürsorglichkeit mit Bruder Klaus verbinden und ein gemeinsames Fundament legen.»

Stiftung mit neuer Publikation

Der Stiftungsratspräsident der Bruder-Klausen-Stiftung, Daniel Durrer, bekräftigt auf Anfrage: «Die Stiftung begrüsst und fördert das Bewusstsein, dass Niklaus und Dorothea ein vorbildliches – in diesem Sinne ein heiliges – Ehepaar sind. Unsere Gesellschaft und die Kirche brauchen heute neue Vorbilder für ein partnerschaftliches Miteinander von Eheleuten.» Die Bruder-Klausen-Stiftung freue sich, wenn auf verschiedenen Ebenen dieses beispielhafte Miteinander des Ehepaares Niklaus und Dorothea gefördert und anerkannt werde. Durrer verweist auf die neue Publikation «Ni­klaus und Dorothea, so fern – so nah». Diese nehme das Thema auf und gebe Impulse ins Heute.

Nadia Rudolf von Rohr ist Mitautorin der Publikation und zudem Co-Vorsteherin und Geschäftsstellenleiterin des Franziskanischen Laienordens in der deutschsprachigen Schweiz. Sie teilt auf Anfrage mit: «Die beiden sind ohne einander nicht zu denken – sie ermöglicht ihm, zu werden, was Gott in ihm angelegt hat, und sie findet umgekehrt ihre eigene Lebensaufgabe.»

Die Anfrage der Schweizer Bischofskonferenz mache nicht nur hinsichtlich der Volksfrömmigkeit Sinn, sondern erscheine mit Blick auf die insgesamt zweimal 20 Ehejahre der beiden geboten: «Ihre ungewöhnliche Ehe- und Familiengeschichte inspiriert und ermutigt Menschen auch auf ihren heutigen Lebenswegen.»

kath.ch

«In historischer Hinsicht ist schlicht zu wenig von Dorothea Wyss überliefert.»

Peter Spichtig

Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema